Bericht
Lebensrhythmus aus Arbeit und Ruhe achten
Allianz für den freien Sonntag
„Der Sonntag gerät immer mehr unter das Diktat des Konsums und der Ökonomisierung. Der arbeitsfreie Sonntag ist bedroht“, heißt es in der Erklärung der „Allianz für den freien Sonntag in der Region Starkenburg“. Die Allianz, die am 1. Juli 2009 gegründet wurde, fordert einen konsequenten Schutz der arbeitsfreien Sonn- und Feiertage.
Geheiligte Unterbrechung der Arbeit
Bei der Unterzeichnung der Erklärung im Konfessionskundlichen Institut in Bensheim sagte die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf: „Der Sonntag ist für uns als evangelische Kirche eine notwendige und ‚geheiligte‘ Unterbrechung der Arbeit und entspricht nicht nur dem in der Schöpfung angelegten Lebensrhythmus aus Arbeit und Ruhe. Er garantiert auch, dass Menschen mit immer differenzierteren Lebenswelten diesen Tag gemeinsam erleben können – sei es zur Begegnung in der Familie, im Freundeskreis, in den Kirchengemeinden und Vereinen wie etwa im Sport oder zur inneren Besinnung.“
Gruppe der Unterzeichner
Präses Christoph Kleinert (Ev. Dekanat Groß-Umstadt), Pröpstin Karin Held (Propstei Starkenburg), Karl-Heinz Huba (Olympischer Club Starkenburg), Dekanin Ulrike Scherf (Ev. Dekanat Bergstraße), Dekan Arno Allmann (Ev. Dekanat Darmstadt-Land), Präses Dr. Rainer Hoffmann (Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt), Dekan Norbert Mander (Ev. Dekanat Darmstadt-Stadt), Dekan Hans Georg Geilersdörfer (Kath. Dekanat Bergstraße Ost), Jürgen Planert (DGB Region Südhessen), Präses Axel Rothermel (Ev. Dekanat Bergstraße), Dekan Dr. Ronald A. Givens (kath. Dekanat Bergstraße-West), Dekan Karl Hans Geil (Ev. Dekanat Ried), Präses Paul Ewald (Ev. Dekanat Ried), Dekan Joachim Meyer (Ev. Dekanat Reinheim), Präses Volker Ehrmann (Ev. Dekanat Reinheim)
Erstunterzeichner sind die evangelischen Dekanate Bergstraße, Ried, Reinheim, Groß Umstadt, Darmstadt-Land und Darmstadt-Stadt, die drei katholischen Dekanate Bergstraße-West, Bergstraße-Ost und Bergstraße-Mitte sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund Region Südhessen, die Gewerkschaft ver.di Südhessen und der Olympische Club Starkenburg.
Der katholische Dekan Ronald A. Givens (Dekanat Bergstraße-West) sagte: „Leib und Seele brauchen Ruhe“. Er appellierte an die Verantwortlichen in der Politik, statt Sonntagsreden zu halten sich aktiv für den arbeitsfreien Sonntag einzusetzen: „Ich wünsche mir Politiker, die ihre Macht nutzen, das zu tun, was sie tun können“.
Sportvereine beklagen, dass immer weniger Menschen Zeit für ehrenamtliches Engagement etwa bei der Betreuung von Kinder- und Jugendmannschaft haben. betonte Heinz Huba vom Olympischer Club Starkenburg. „Deshalb identifizieren wir uns mit der Erklärung der Allianz für den freien Sonntag in der Region Starkenburg.“ Ehrenamt und Sonntagsarbeit vertrage sich nicht.
Der Sonntag als schützenswertes Kulturgut
Die Allianz will nach eigenen ‚Angaben deutlich machen, dass der freie Sonntag ein schützenwertes Kulturgut ist und hofft dafür auf weitere Unterzeichner und Bündnispartner. Die Starkenburger Pröpstin, Karin Held, bezeichnete die Allianz als ein Netzwerk, an der Verbände, Institutionen und Kirchengemeinden mitknüpfen können.
[Berndt Biewendt / MR / RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 06.07.2009 | copyright by EKHN