Bericht

08. Juli 2009

Kirchenpräsident Jung: Frömmigkeit vor Politik

Sommerempfang der evangelischen Kirchen in Hessen für die Landesregierung und die Landtagsabgeordneten



Ministerpräsident, Präses und Politiker
Quelle:R. Töpelmann
von links: Ministerpräsident Roland Koch, Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer, der Präses der Synode der EKHN, und Justizminister Jörg-Uwe Hahn

Beim traditionellen Sommerempfang der evangelischen Kirchen in Hessen für die Hessische Landesregierung und die Landtagsabgeordneten in Wiesbaden hat der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, das Zusammenwirken zwischen Staat und Kirchen gewürdigt. Kirchenrat Jörn Dulige, der Beauftragte der Evangelischen Kirchen am Sitz der Landesregierung, spiele dabei eine tragende Rolle. Der Einladung der Kirchen waren neben Ministerpräsident Roland Koch, dessen Stellvertreter Justizminister Jörg-Uwe Hahn, etliche Staatsminister, Staatssekretäre, Regierungspräsidenten, die Vorsitzenden der Landtagsfraktionen, Abgeordnete, hohe Repräsentanten staatlicher Institutionen sowie einige Medienvertreter gefolgt.

Die EKHN und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) seien derzeit in engen Kooperationsgesprächen, um ihr Zusammenwirken auf Dauer in mehreren kirchlichen Arbeitsfeldern zu intensivieren, berichtete Jung.

Jörn Dulige Vergrößerung Kirchenrat Jörn Dulige, Beauftragter der Kirchen in Hessen am Sitz der Landesregierung
Silke Lautenschläger Vergrößerung Silke Lautenschläger, die Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Bischof und Kirchenpräsident Vergrößerung Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Martin Hein, und Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN
Norbert Kartmann Vergrößerung Norbert Kartmann, der Präsident des Hessischen Landtags
Wolfgang Gern Vergrößerung Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau
Quelle: Roger Töpelmann

Für den Kirchenpräsidenten, der erst ein halbes Jahr im Amt ist, war es das erste Mal, dass er im Amtssitz des Beauftragten in der Wiesbadener Brentanostrasse die Politiker begrüßen konnte. Jung erinnerte an den ersten Kirchenpräsidenten der EKHN, Martin Niemöller, der in diesem Haus gewohnt hat. An seinen Predigten könne man seine Frömmigkeit studieren. Das äußere Leben eines Menschen und das seiner Seele hätten für ihn zusammengehört. In seinen Predigten habe der aufgrund seiner radikalen friedensethischen Positionen nicht unumstrittene Kirchenmann allerdings nicht politisiert. Darauf habe er sich sehr intensiv vorbereitet. Niemöllers Sohn Heinz Hermann habe berichtet, dass der Vater „hier im Hause“ von seiner Frau vor den Gottesdiensten noch einen Rotwein mit einem gequirlten rohen Ei zubereitet bekommen habe. „So gestärkt, ging Martin Niemöller auf die Kanzel“ beschrieb Jung die Situation.

In eben dem Garten, in dem Niemöller seine Predigten vorbereitet haben dürfte, sprachen neben Jung, Bischof Professor Dr. Martin Hein (EKKW), Präses Nikolaus Schneider (Evangelische Kirche im Rheinland) und der Präses der EKHN, Professor Dr. Karl Heinrich Schäfer mit den zahlreichen Gästen.

[Roger Töpelmann]