Bericht

28. Juli 2009

Erholung für pflegende Angehörige ermöglichen

Pflegekampagne "Weil wir es wert sind" des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland



Da werden die inneren Batterien wieder aufgeladen: In der Urlaubszeit ist Platz für Erholung  – ob zu Hause oder in der Ferne. Ganz anders sieht es jedoch für Menschen aus, die Familienmitglieder pflegen, denn die betreuenden Angehörigen können sich kaum Zeit für Entspannung nehmen. So benötigt beispielsweise der Großvater, bei dem das Gedächtnis etwas nachlässt und der einen Herzinfarkt überstanden hat, Hilfe beim Ankleiden, Waschen, Essen, der Medikamenteneinnahme und anderen Verrichtungen – jeden Tag. Nun will das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. den Rücken der pflegenden Angehörigen stärken.

Kampagne „Weil wir es wert sind“

Um pflegende Angehörigen zu entlasten, aber auch um die Situation der Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen zu verbessern, hat das Diakonische Werk die Kampagne „Weil wir es wert sind“ gestartet. Dabei werden Unterschriften gesammelt, die im September 2009 der Bundeskanzlerin Angela Merkel und allen Vorsitzenden der Bundestagsparteien überreicht werden. Die Internetseite der Kampagne informiert über die Möglichkeit zum Mitmachen sowie die Forderungen.

Unterstützung für Pflegebedürftige und deren Angehörige

Entlastungsangebote in Hessen und Nassau:

Entlastung für pflegende Angehörige
Diakonisches Werk Odenwald Bad König/Zell

Seniorentreff Alfred-Bock-Straße
Diakonisches Werk Gießen

Seniorenbüro Grünberg  „Verschnaufpausen-Engel – Entlastung für pflegende Angehörige“
Diakonisches Werk Gießen 

Altenbegegnungsstätte
Diakonisches Werk Rheingau-Taunus

Angehörigen-Café, Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz
Diakonisches Werk Wiesbaden

Bereits jetzt bieten Kirche und Diakonie für pflegende Angehörige Unterstützung an. „In Hessen und Nassau gibt es 85 vollstationäre Altenhilfeeinrichtungen mit rund 7.700 Betten,“ erklärt Pfarrer Wilhelm Wegner, Vertreter der Öffentlichkeitsarbeit des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau. Einige dieser Einrichtungen bieten auch eine Kurzzeitpflege an, pflegebedürftige Familienmitglieder können hier also untergebracht werden, wenn die Angehörigen selbst krank oder einige Tage verreist sind. Eine professionelle häusliche Pflege ermöglichen dann die 85 Diakonie- und Sozialstationen in Hessen und Nassau. In einigen Regionen können Angehörige, die demenzkranke Familienmitglieder pflegen, außerdem von einem Ehrenamts-Projekt profitieren. Möchte der pflegende Angehörige beispielsweise einen Frisörtermin wahrnehmen, dann betreuen geschulte, ehrenamtliche Helfer für einige Stunden den Pflegebedürftigen im Gemeinderaum der Kirchengemeinde.

Verbesserungen im Pflegebereich sind notwendig

Obwohl es bereits Hilfen in diesem Bereich gebe, sei eine optimale Pflege oft nicht möglich, da die Kostenerstattung aus den öffentlichen Kassen zu knapp bemessen sei. Deshalb betont Pfarrer Wegner: „Es ist richtig, dass diese Kampagne auf die Notwendigkeit einer würdevollen Pflege hinweist.“

[Rita Deschner / PWS / WW]