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21. Januar 2011

Evangelische Kirche protestiert gegen Spielhalle

Ehemals Spielsüchtige erhalten Berufsperspektiven durch kirchlich-kommunales Qualifizierungsangebot auf dem Nachbargrundstück  


Menschen, die unter Spiel- und Drogensucht gelitten haben oder keinen Schulabschluss besitzen, erhalten eine berufliche Perspektive durch die Qualifizierungsprogramme der kirchlich-kommunalen Gesellschaft "Neue Arbeit" in Alsfeld. Doch nun soll in unmittelbarer Nachbarschaft der Betriebstätte  „Neuen Arbeit“ eine Spielhalle gebaut werden.

Kritische Stimmen

Die Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat sich in ihrer Funktion als Nachbar und  Träger öffentlicher Belange in einer Stellungnahme gegen die Ansiedlung der Spielhalle  ausgesprochen. Das direkt angrenzende Grundstück wurde erst vor Kurzem von der EKHN gekauft und der "Neuen Arbeit" als Betriebsstätte überlassen.

Dekanats-Präses befürchtet soziale Spannungen

Auch das Evangelische Dekanat Alsfeld sprach sich gegen die Ansiedlung der Spielhalle in der Alsfelder Georg-Dietrich-Bücking-Straße 12 aus. In einem Brief an die Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat schreibt Horst Schopbach, der Präses des Dekanates: "Den Bau und Betrieb einer Spielhalle durch einen dafür speziell aufgestellten Bebauungsplan ausgerechnet in unmittelbarer Nachbarschaft einer seit Jahrzehnten in Alsfeld erfolgreich arbeitenden sozialen und kirchlichen Einrichtung zur Resozialisierung und zur Jugendberufshilfe zu ermöglichen, muss zu einer erheblichen Beeinträchtigung der sozialen und diakonischen Arbeit der Neuen Arbeit und damit zu erheblichen sozialen Spannungen führen." Für viele Klienten der Neuen Arbeit sei es eine Zumutung, täglich den Verlockungen einer riesigen Spielhalle widerstehen zu müssen. Ferner arbeite in unmittelbarer Nachbarschaft die auch in weitem Umfang vom kirchlichen Engagement getragene Alsfelder Tafel, so Schopbach weiter. Auch hier sehe das Evangelische Dekanat die sozialen Ziele durch die Errichtung eine Spielhalle konterkariert.

Entscheidungen

Die Alsfelder Stadtverordnetenversammlung hatte am 27. Oktober 2010 mit 23 zu 5 Stimmen eine entsprechende Nutzungsmöglichkeit des ehemaligen Bücking-Geländes beschlossen. An diesem Freitag endet die Offenlegung des Bebauungsplanes. Danach wird die Stadtverordnetenversammlung über die Widersprüche verhandeln.

[Timo Rieg / Rita Deschner]