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Emotionaler Benefiz-Nachmittag für wohnsitzlose Frauen
Geschichten und Lieder mit Jodie Fosters Synchronsprecherin und der Sängerin Georgette Dee / Spenden für Projekte, die sozial ausgegrenzte Menschen unterstützen
Spendenkonto:
Empfänger: Ev. Regionalverband Ffm
Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel
Konto: 4000 200
BLZ: 520 604 10
Stichwort: Zentrum für Frauen
Zentrum für Frauen des Diakonischen Werkes Frankfurt
Zentrum für Frauen im ERV
Alfred-Brehm-Platz 15-17
60314 Frankfurt
Telefon: 069 - 94350217
Telefax: 069 - 94350213
„Es gibt Nächte, da komme ich erst morgens irgendwo rein. Also laufe ich. Die ganze Nacht hindurch, mechanisch, ohne Schlaf, damit mir warm wird. Wohin mit mir? Es kommen schlimme Gedanken. Ich laufe weiter. Aber nicht mehr zu ihm.“ Dies sind Worte einer der wohnsitzlosen Frauen, deren Geschichten Hansi Jochmann vorlesen wird. Sie ist bekannt als die Synchronstimme von Jodie Foster und spielt in zahlreichen Fersehsehserien wie „Der Bergdoktor“ oder „Pfarrer Braun“. Anlass ist der Benefiz-Abend „Frankfurter Winterreise“ am Sonntag, 18. Dezember 2011, der um 15.30 Uhr in der Evangelischen Matthäuskirche (Friedrich-Ebert-Annlage 33) in Frankfurt beginnt. Neben den Geschichten erklingt der Liederzyklus von Franz Schubert. Die Sängerin und Kunstfigur Georgette Dee verleih. Zusammen mit Georgette Dee und dem Pianisten Terry Truck interpretieren Absolventen und Dozenten der Musikhochschule Frankfurt die 24 Lieder aus Schuberts Winterreise.
Das Kunstprojekt ist eine gemeinsame Veranstaltung des Diakonischen Werkes für Frankfurt am Main und der Evangelischen Hoffnungsgemeinde. Oberbürgermeisterin Petra Roth hat die Schirmherrschaft übernommen.
Die Lebenserfahrungen wohnsitzloser Frauen
Neben höchstem künstlerischen Anspruch verfolgt die Frankfurter Winterreise ein soziales Anliegen: Einsamkeit und Heimatlosigkeit belasten zahlreiche wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen in Frankfurt – darauf wird in diesem sozio-kulturellen Projekt eindringlich hingewiesen. Mit der Frankfurter Winterreise sollen Diskussionen und soziale Verantwortung angeregt werden. Der Frauenschwerpunkt eröffnet den Hörern und Lesern eine vertiefte Erfahrungswelt der Wege von Frauen in die Wohnungslosigkeit. Diese Wege unterscheiden sich in einigen Fällen markant von den Stationen von wohnungslosen Männern. Zwar sind Sucht, psychische Krankheit, Trennung, Scheidung, Arbeitsplatzverlust und Armut auch bei vielen Frauen Faktoren, die in die Wohnungslosigkeit und soziale Ausgrenzung führen, aber es kommt eine Häufung von Gewalterfahrungen, Vergewaltigung, Freiheitsentzug, Flucht auf die Straße und Demütigung hinzu, wie sie von Männern seltener erlitten werden – so jedenfalls lässt es sich aus den bisher in Frankfurt geführten Interviews der beiden Aufführungen interpretieren.
Bitte um Spenden
Die Frankfurter Winterreise wird bei freiem Eintritt aufgeführt. Dadurch soll auch armen Menschen die kulturelle Teilhabe und der Zugang zum Projekt ermöglicht werden. Zudem wird im Rahmen der Veranstaltung um Spenden zugunsten Frankfurter Hilfeeinrichtungen für obdachlose Menschen gebeten. In diesem Jahr geht der Erlös an das Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt am Alfred-Brehm-Platz sowie die Kaffeestube für Obdachlose der Evangelischen Hoffnungsgemeinde.
Hilfe im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt
Frauen, die sich in schwierigen Lebenssituationen oder in Not- und Krisensituationen befinden, erhalten im Zentrum für Frauen der Diakonie Frankfurt Unterstützung, Beratung und eine Unterkunft. Es befindet sich in zentraler Stadtlage am Frankfurter Zoo und umfasst folgende Einrichtungen und Projekte: die Beratungsstelle für Frauen, 17 Ost – Tagestreff für Frauen, Lilith – Wohnen für Frauen, Tamara – Beratung und Hilfe für Prostituierte, die ModeKreativWerkstatt sowie die Projekte Stark mit Kind und Brot & Rosen. Das Zentrum für Frauen benötigt finanzielle Unterstützung einerseits um Einzelfallhilfe leisten zu können. Die Beratungsstelle hält einen Beihilfe-Etat für akute finanzielle Notsituationen zur Überbrückung bereit, dieser basiert ausschließlich auf Spendengeldern. In den letzten Jahren erhielten über 100 Frauen schnelle und unbürokratische finanzielle Hilfe. Viele Anfragen müssen abgelehnt werde, da der Beihilfe-Etat begrenzt ist. Die Auszahlung einmaliger Beihilfen ist immer an einen Beratungsprozess gekoppelt. Ziel ist es, eine akute Notlage abzuwenden oder Beihilfen zu gewähren, die maßgeblich zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen.
Angebote im Gesundheitsbereich ausbauen
Zudem braucht das Zentrum für Frauen finanzielle Unterstützung für sein niedrigschwelliges Bildungsangebot, das maßgeblich dazu beiträgt, Frauen zu stärken und ihre Lebenssituation zu stabilisieren. Das Thema Gesundheit hat bei Frauen, die von Armut und/oder Wohnungslosigkeit betroffen sind, eine hohe Priorität. Sie erkranken häufiger und haben oftmals keinen Zugang zum Gesundheitssystem; die finanziellen Mittel fehlen. Viele Frauen sind nicht krankenversichert und haben vor diesem Hintergrund schon lange keinen Arzt mehr aufgesucht. Daher besteht eine große Notwendigkeit, im Zentrum für Frauen Angebote im Gesundheitsbereich aufzubauen, etwa Wahrnehmungstraining, Fähigkeitstraining, Stressbewältigung, Ernährungsberatung u.v.m.. Das Ziel ist hierbei, die Frauen zu sensibilisieren, zu stärken, zu befähigen den eigenen Körper wieder wahrzunehmen, sie zu motivieren, sie in das Versicherungssystem zurückzuführen und ihnen die Angst zu nehmen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Rita Deschner / Jörn Dietze
zurück | letzte Aktualisierung: 05.12.2011 | copyright by EKHN