Präses der EKHN-Synode

Der Präses gilt als "Parlamentspräsident" der Synode und damit ist er verantwortlich für deren Leitung. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Vertretung der Landeskirche nach außen, die Ausfertigung von Kirchengesetzen und deren Veröffentlichung. Außerdem fördert er gemeinsam mit den anderen Vorstandsmitgliedern inhaltlich die synodale Arbeit.

Ulrich Oehlschläger
Quelle:R. Töpelmann
Dr. Ulrich Oelschläger

Dr. Ulrich Oelschläger

Ulrich Oelschläger wurde am 8. September 1946 in Oberhausen in eine Pfarrfamilie hinein geboren und ist in Bielefeld aufgewachsen. Als Zwölfjähriger gelangte er ins rheinhessische Fürfeld im Dekanat Wöllstein. Nach dem Abitur am altsprachlichen Gymnasium in Bad Kreuznach (1966) studierte Oelschläger in Mainz Germanistik, Theologie, Philosophie und Deutsche Volkskunde. Nach dem Zweiten Staatsexamen wurde er Lehrer am Albert-Einstein-Gymnasium in Frankenthal und unterrichtet dort seitdem Deutsch, evangelische Religion, Philosophie und Ethik sowie Hebräisch.

Seit 1981 wirkt er in der Stellung eines Studiendirektors bei der Schulaufsicht als Regionaler Fachberater für Evangelische Religion. Oelschläger wird demnächst in den Ruhestand gehen. Berufsbegleitend studierte er von 1994 bis 2004 in Mainz an der Evangelischen Theologischen Fakultät Judaistik und schloss mit einer Promotion zum jüdisch -christlichen Verhältnis ab. Oelschläger wohnt seit 1972 mit seiner Frau in Worms.

Seit 1986 ist er Kirchenvorsteher in der Wormser Magnusgemeinde. Er gehört der Dekanatssynode Worms-Wonnegau an und hat als letzter Präses des selbständigen Dekanates Worms die Vereinigung der Dekanate Worms und Osthofen mit gestaltet. Mitglied der Kirchensynode der EKHN ist Oelschläger seit 1992. Seit 1998 gehört er zudem dem Kirchensynodalvorstand (KSV) an.

 

Portrait

In seiner Vorstellungsrede vor seiner Wahl zum Präses am 27. Mai 2010 auf der 1. Tagung der Elfte Kirchensynode bekannte sich Dr. Ulrich Oelschläger zum „offenen Diskurs, in dem jeder zu seinem Recht kommt.“ Zu seinem Recht hat der neue Präses in seinem Leben vieles kommen lassen. Der in Oberhausen Geborene wuchs seit seinem zwölften Lebensjahr in Rheinhessen auf. Als Pfarrerssohn besuchte er ein altsprachliches Gymnasium und studierte in Mainz Germanistik, Theologie, Philosophie und Deutsche Volkskunde. Die Fakultätsbreite zeigt schon seinen weiten Bildungshorizont, der von mehreren Synodalen nach der Wahl gewürdigt wurde.
In seiner Vorstellungsrede zog der Studiendirektor bei der Schulaufsicht, der seit 1992 der synodalen Kirchenvertretung angehört, historische Linien von der Römerzeit am Rhein bis zur Reformationszeit und bis in die Moderne. Er erwähnte die Jüdische Synagoge seiner Heimatstadt von 1034 und seine Gemeindekirche, eine Basilika aus karolingischer Zeit, die im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurde, aber der Taufstein sei völlig unversehrt geblieben. Ein Zeichen dafür, dass die gute Sache Jesu weitergehe, sagte der seiner Kirche zeitlebens eng verbundene Redner. Promoviert wurde Oelschläger 2004 nach einem weiteren Berufsbegleitenden Studium der Judaistik mit einer Arbeit zum jüdisch-christlichen Verhältnis.

„Wir brauchen den Dialog, den ökumenischen Dialog, den Dialog mit anderen Religionen, mit der Philosophie, mit der Politik“, stellte sich Oelschläger den 150 Landessynodalen vor. Ein solches Gespräch gibt es auch in seiner durch Martin Luther und den Wormser Reichstag bekannten Heimatstadt: Mit Katholiken, Syrisch-Orthodoxen und mit islamischen Gemeinden. Den Diskurs will der Kirchensynodale bei den synodalen Tagungen und in den Ausschüssen suchen. Eine „Kultur gegenseitiger Wertschätzung“ suche er zu fördern. Sicher hat ihn zu solchen Einstellungen auch Philipp Melanchthon gebracht, den er als „Praeceptor Germaniae“ – als Lehrer Deutschlands – zitierte.

Oelschläger hat neben den kulturellen aber auch ganz praktische Passionen: Gemeinsam mit seiner Frau engagiert sich der früher passionierte Reiter für den Tierschutz. Tiergerechter Schlachtviehtransport und der Freikauf von nicht sachgerecht gehaltenen Zirkustieren gelten seine Sorge. Sein letztes Turnierpferd steht „als Rentner“ in einem rheinhessischen Stall und manchmal reitet er es noch. (Stand: 28. Mai 2010)