Erster Gottesdienstbesuch
Einige Konfirmandinnen fühlen sich anfangs unbehaglich und fragen sich: „Wie soll ich mich richtig verhalten?“ Am besten verhältst du dich, indem du innerlich und äußerlich den Gottesdienst miterlebst. Denn du bist nicht nur Zuschauer, sondern auch Beteiligter. So bist du beispielsweise eingeladen, die Lieder mitzusingen und auch mitzubeten.
Tipps:
Was ziehe ich an?
Früher stellten sich Menschen vor, wenn sie in die Kirche gehen, treten
sie vor Gott. Deshalb zogen sie — besonders wenn sie zum Heiligen
Abendmahl gehen wollten — das Beste an, was sie hatten. Auch heute überlegst
du dir, was du anziehst, etwa wenn du zu einer Party gehst. Wichtig in
der Kirche ist, dass innere Einstimmung und äußere Haltung sich
entsprechen. Die Kleidung ist dann zweitrangig. .Übrigens: Männer
tragen in der Kirche keine Kopfbedeckung. Mützen und Caps werden beim
Betreten der Kirche abgesetzt.
Was nehme ich mit?
In die Kirche nimmt man vor allem sich selbst mit, seine Gedanken, den
Kummer und die Hoffnungen. An Sachen braucht man eigentlich gar nichts.
Wer eines hat, kann das eigene Gesangbuch mitbringen. Gut ist auch, etwas
Geld für die Spendensammlung, die sogenannte Kollekte mitzunehmen.
Das Handy nehme ich nicht mit
Es ist wichtig, die Verbindung zu deinen Freuden zu pflegen. Aber im Gottesdienst
suchen die Menschen eine Verbindung zu Gott – und dazu brauchst
du kein Mobiltelefon. Auch wenn der Klingelton noch so witzig ist, er
stört die anderen Besucher.
Vor der Kirchentür
Eine Kirche ist ein besonderer Ort um an Gott zu denken, zu beten, zu sich
selbst zu kommen und zu singen. Der Raum bietet einem die Chance, andere
Erfahrungen zu machen als an geschäftigen Orten wie Schule, Läden
oder Sporthallen. Darauf stellen sich die Besuchenden ein.
Manchmal stehen Mitglieder des Kirchenvorstandes vor der Tür, begrüßen
dich und geben dir ein Gesangbuch. Sie wollen damit zum Ausdruck bringen:
Schön, dass du da bist.
Hilfe, ich bin spät dran
Hat der Gottesdienst bereits begonnen, warte bis zum nächsten Lied
oder Musikstück und geh dann leise rein.
In der Kirche
Im Eingangsbereich der Kirche stehen in den meisten Gemeinden die Gesangbücher.
Nimm eins und geh in den Kirchraum, schau dich um, wohin du dich setzen
willst. Vielleicht findest du jemanden, den du kennst und bei dem noch
ein Platz frei ist. In manchen Gemeinden haben die Konfis feste Plätze,
auf denen die gesamte Konfi-Gruppe sitzen kann.
Am Platz
Man setzt sich in der Kirche nicht gleich hin, sondern bleibt zum Altar
gewendet für ein kurzes Gebet stehen: „Guter Gott, ich bin
bereit, mich auf dich einzulassen.“ „Ich weiß nicht,
was mich erwartet, aber ich bitte Gott, dass ich hier heute etwas bekomme,
was mir hilft.“ „Ich will mit anderen zusammen Gottesdienst
feiern und danken, dass es mir gut geht.“ So ähnlich kann
man beten. Danach setzt du dich. Es ist eine nette Geste, die Nachbar/innen
in der Bank kurz und freundlich zu begrüßen.
Es geht los
Das Orgelvorspiel lädt ein, sich jetzt ganz auf den Gottesdienst zu
konzentrieren.
Die Lieder werden meist nicht angesagt, sondern die Liednummern stecken
gut sichtbar seitlich an Anzeigetafeln.
Wie der Gottesdienst abläuft, steht auf den ersten Seiten im Gesangbuch
ab Seite 19. Das Glaubensbekenntnis, das viele auswendig mitsprechen, findest
du im Gesangbuch unter Nummer 804. Das alte Gebet, das Jesus schon gebetet
hat, das „Vater unser“, steht dort unter Nummer 783.8.
Am besten legst du dir vor Beginn des Gottesdienstes Bändchen in die
Seiten, die du brauchst.
Aufstehen und Hinsetzen
Meistens steht die Gemeinde beim Glaubensbekenntnis auf, zum Schlussgebet
mit dem Vaterunser und zum Segen.
Schluss und Kollekte
Das Orgelnachspiel schließt den Gottesdienst ab. Es bietet Gelegenheit,
noch einmal zurückzudenken, was in diesem Gottesdienst für dich
wichtig war. Du bleibst sitzen und hörst der Organistin oder dem Organisten
zu.
Wenn allerdings viele andere Gottesdienstbesucher nicht mehr sitzen bleiben,
kannst du auch gehen.
Vor der Tür stehen zwei Mitglieder des Kirchenvorstandes mit Körbchen.
Sie sammeln die Kollekte ein, das ist eine freiwillige Spende für
einen Zweck, der im Gottesdienst angekündigt wurde.
Manchmal wird für etwas gesammelt, das du selbst für sehr wichtig
hältst, dann gibst du mehr. Ein andermal wenig oder gar nichts. Es
kontrolliert niemand und sagt niemand etwas dazu.
Im Foyer kann man noch zusammen stehen, mit Bekannten reden und sich verabschieden.
Warum soll ich zum Gottesdienst gehen?
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[Jörg M. Reich / RD]
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN