Taufhandlung

Verhalten in der Kirche

Im Taufgottesdienst haben die Bedürfnisse Ihrer Kinder genauso viel Recht wie die Wünsche der übrigen Gottesdienstgemeinde. Gehen Sie mit einem unruhigen Kind ruhig mal im hinteren Teil der Kirche auf und ab oder für eine Weile nach draußen. Ihre Kinder sollten nicht im Altarraum umherlaufen.

In einigen Gemeinden feiern Eltern, Verwandte, Kinder und die Taufpaten die Taufe in einem besonderen Familien- oder Taufgottesdienst. Eine ganz besondere Form ist die Taufe im Rahmen
der kirchlichen Trauung: Es ist keine Seltenheit, dass ein Brautpaar schon ein oder zwei Kinder „mitbringt“. Diese können während des Traugottesdienstes getauft werden. So, wie das Ehepaar den Segen Gottes erhält, so werden auch die Kinder diesem Segen unterstellt.
Oft bindet der Pfarrer die Taufhandlung jedoch in den sonntäglichen Gottesdienst ein. Wer nicht sehr vertraut mit dem Ablauf ist, kann im Taufgespräch um eine Gottesdienst-Ordnung bitten, in der alle Bestandteile aufgeführt sind. Die allgemeine Gottesdienst-Ordnung lässt sich auch auf dieser Website abrufen. Es ist hilfreich, ein oder zwei Wochen zuvor einen regulären Gottesdienst zu besuchen, um die Formen besser kennen zu lernen.
In jedem Fall sind die Eltern eingeladen, sich in einem bestimmten – von der Gemeinde vorgegebenen – Rahmen an der Planung und der Gestaltung des Gottesdienstes zu beteiligen.

Die heilige Taufe läuft beispielsweise in dieser Form ab:


Während des Tauf-Gottesdienstes bittet die Pfarrerin oder der Pfarrer die Tauffamilie nach vorne zum Taufbecken. Nach einer kurzen Ansprache wendet er oder sie sich mit

der Tauffrage an die Eltern:

Ihr Kind ist Ihnen als Gabe Gottes anvertraut. Es soll durch die Taufe zu Gott gehören.
Wollen Sie das Ihre dazu tun, dass in Ihrem Kind der Glaube an Jesus Christus wachsen kann und sind Sie bereit, Ihr Kind in der Verantwortung vor Gott zu erziehen, so antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.

Die Eltern antworten:

Ja, mit Gottes Hilfe.

Anschließend spricht die Pfarrerin oder der Pfarrer die Paten an:

Wollen Sie als Glieder der christlichen Gemeinde den Eltern bei der Erfüllung ihrer Aufgaben helfen und für dieses Kind Verantwortung vor Gott übernehmen, so antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe

Die Patinnen und Paten antworten:

Ja, mit Gottes Hilfe.

Eingießen des Taufwassers

Taufe mit Wasser und Taufformel
Entweder die Mutter, der Vater, die Patin, der Pate oder eine andere Person halten das Kind über das Taufbecken; größere Kinder und Erwachsene stehen vor dem Becken. Die Pfarrerin oder der Pfarrer schöpft dreimal mit der hohlen Hand Wasser aus dem Taufbecken und lässt es über den Kopf des Kindes rinnen. Die dreimalige Wiederholung bedeutet, dass die Taufe auf den Namen des dreieinigen Gottes vollzogen wird: des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Nach ökumenischem Verständnis gehört zur Taufe „fließendes“ Wasser. Dabei spricht der Pfarrer die biblische Taufformel:

"Max Mustermann, ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Der Name des Täuflings wird bei der Taufe ausgesprochen. Es ist die persönliche Zusage, dass die Taufe diesem einmaligen, unverwechselbaren Menschen gilt.
Schließlich zeichnet die Pfarrerin oder der Pfarrer über dem Täufling ein Kreuz.


Taufspruch
Ein biblischer Vers wird dem Taufkind als Taufspruch mitgegeben. Er steht auf der Taufurkunde, in den Kirchenbüchern und in den Patenurkunden. Dieser Vers soll als geistliches Motto den Täufling ein ganzes Leben lang begleiten.

Anzünden der Taufkerze

Segen der Familie
Der Segen für Kinder, Eltern und Patinnen und Paten beendet das Ritual.

Möglichkeit der Mitwirkung
Kurz vor Abschluss der Taufe besteht für die Mitglieder der Taufgesellschaft die Möglichkeit, sich an der Gestaltung der Fürbitten zu beteiligen. Häufig wird an dieser Stelle auch das Vaterunser gebetet. (Evangelisches Gesangbuch, Nr. 813: „Vater unser“).


 

 

[Ksenija Auksutat, LGA]