Jugendkirchentag 2006

28. September 2009

Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten eröffnet in Frankfurt internationalen „EMS-Fokus 2009-2012“ für Deutschland



Thema „Rechenschaft geben von unserer Hoffnung - Christliches Zeugnis in einer pluralistischen Welt"

(Frankfurt / Stuttgart, 28. September 2009) Mit einem Festgottesdienst in der Frankfurter St. Katharinenkirche ist am Sonntag, 27. September 2009, das internationale Mehrjahresprogramm EMS-Fokus 2009 - 2012 des Evangelischen Missionswerks für Südwestdeutschland (EMS) eröffnet worden. In ihrer Predigt zum Fokus-Thema „Rechenschaft geben von unserer Hoffnung - Christliches Zeugnis in einer pluralistischen Welt“  betonte die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch, dass angesichts einer schon immer pluralistischen Welt überzeugendes christliches Handeln und die Sprachfähigkeit des Glaubens gefragt seien. Die christliche Kirche sei durch alle Jahrhunderte immer wieder herausgefordert worden, als „Interpretationsgemeinschaft des Glaubens“ das Evangelium neu auszulegen.

Oberkirchenrätin Kopsch hob drei zentrale Eigenschaften hervor, die Christinnen und Christen heute in ihrem christliche Zeugnis unterstützen: Unbefangenheit in der Begegnung mit anderen Lebensentwürfen und Weltanschauungen, Risikobereitschaft in der Auseinandersetzung mit anderen Überzeugungen und Geduld in der Zusammenarbeit mit anderen Christen und Kirchen. Dazu biete gerade die EMS-Gemeinschaft mit ihren langfristigen kirchlichen Beziehungen vielfältige Möglichkeiten. Die EKHN ist Gründungsmitglied und eine von sechs deutschen Mitgliedskirchen des Missionswerks. Insgesamt gehören 23 Kirchen und fünf Missionsgesellschaften in zehn Ländern in Asien, Afrika, dem Nahen Osten und Europa zum EMS.

Besucherinnen und Besucher Vergrößerung

Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes

 

Hoffnungsgeschichten Vergrößerung In Hoffnungsgeschichten brachten die Beteiligten aus Ghana, Indonesien, Korea, dem Libanon und Deutschland zum Ausdruck, welchen Herausforderungen Christinnen und Christen in aller Welt heute gegenüberstehen.
Quelle: EKHN

Im Gottesdienst brachten zahlreiche Beteiligte aus Ghana, Indonesien, Korea, dem Libanon und Deutschland in Hoffnungsgeschichten, Schriftlesungen und Gebeten zum Ausdruck, welchen Herausforderungen Christinnen und Christen in aller Welt heute gegenüberstehen. Musikalisch gestalteten Professor Martin Lücker an der Orgel und Flois Knolle-Hicks mit Liedern aus der weltweiten Ökumene die Eröffnungsfeier. Pfarrerin Ulrike Schmidt-Hesse, Leiterin der Abteilung Mission und Partnerschaft im EMS, zeigte sich erfreut über das bereits jetzt erkennbare rege Interesse an der Beteiligungsaktion des Missionswerks. Von insgesamt vier internationalen Fokus-Aktivitäten wurde in Frankfurt als erste Aktion das interkulturelle Bibellesen vorgestellt. Dabei können unterschiedliche Altersgruppen mit der Methode des „Bible Sharing“ im Austausch mit einer Partnergruppe in einem anderen Land und mit einem anderen kulturellen Hintergrund die „Bibel mit den Augen anderer“ lesen und neu entdecken.

Beim anschließenden Empfang wurden Grußworte verschiedener Religionsgemeinschaften überbracht. Ünal Kaymakci als Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft betonte, dass der im April 2009 maßgeblich durch Initiative der christlichen Kirchen gegründete „Rat der Religionen in Frankfurt“ ein wichtiger Meilenstein sei, im Dialog das Beste der Stadt zu suchen. Gute Wünsche zum Gelingen für den Fokus des Evangelischen Missionswerks kamen auch von Mitgliedern der jüdischen und buddhistischen Glaubensgemeinschaft.

Der EMS-Fokus lädt Kirchen und Gruppen in der weltweiten EMS-Gemeinschaft ein, Antworten zu finden, wie Christinnen und Christen in einer Welt der religiösen Vielfalt die frohe Botschaft von einem Leben in Fülle für alle Menschen bezeugen können. Ziel ist auch, gemeinsame Initiativen für den Schutz der Menschenwürde und die Entwicklung von gerechten Gemeinschaften zu fördern und eine „Spiritualität des Lebens“ zu entwickeln.



Martin Reinel