Pressemitteilung der EKHN, 2005
Weniger Austritte, mehr Eintritte, trotzdem weniger Mitglieder und viele Aufgaben
Mit einem Jahresbericht legt die EKHN ihre Arbeit und ihre Finanzen offen/Kann kostenlos angefordert werden
Darmstadt, 25. August 2005. Mit einem Jahresbericht gibt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Auskunft über ihre Finanzen, ihre Arbeitsbereiche und deren Entwicklung. Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker stellte ihn am Dienstag
der Öffentlichkeit vor. Der Jahresbericht kann bei der EKHN kostenlos angefordert werden.
Auf 88 Seiten bietet der Bericht anhand von Grafiken, Reportagen, Fotos und Zahlen lebendige Einblicke in die vielfältigen Wirkungsbereiche der Kirche. Der Zahlenteil bilanziert den Haushalt 2004. Er weist Gesamteinnahmen und Ausgaben in Höhe von
553,9 Millionen Euro aus, davon stammen 347,4 Mio. Euro aus Kirchensteuern. Finanziert wurde die Arbeit von insgesamt 18.732 haupt- und nebenamtlich Beschäftigten sowie von circa 60.000 Ehrenamtlichen. Außerdem wurden 4.185 Gebäude erhalten,
darunter viele denkmalgeschützte Kirchen.
Trauungen rückläufig, Konfirmationen stabil
Steinacker wies darauf hin, dass die Entwicklung der Angebote und Tätigkeitsfelder sehr unterschiedlich verlaufe. Unverändert hohe Akzeptanz genössen die Taufe und die Konfirmation. Nach wie vor ließen die meisten evangelischen Eltern ihre Kinder taufen und fast alle getauften Kinder ließen sich später konfirmieren. Dagegen sei die Zahl der evangelischen Trauungen seit dem Jahr 2000 von 4.900 auf 4.310 im Jahr 2004 gesunken. Der Rückgang übertreffe noch die negative Entwicklung der standesamtlichen Hochzeiten.
Weniger Kirchenaustritte, mehr Eintritte, geringe Geburtenrate
Rückläufig sei die Zahl der Kirchenaustritte, die mit 10.129 nur knapp über die 10.000er Marke gekommen sei und damit so niedrig wie zuletzt Anfang der 80er Jahre sei. Leicht gestiegen sei dagegen die Zahl der Kircheneintritte auf 3.044
gegenüber
2.500 im Jahr 2000. Hinzu käme die anhaltend hohe Zahl von Erwachsenen, die sich taufen ließen. Während es Mitte der 80er Jahre nur circa 200 erwachsene Täuflinge gegeben habe, sei diese Zahl Ende der 80er Jahre auf das Sechsfache emporgeschnellt.
Im Jahr 2004 seien es 1.234 Personen gewesen. Trotzdem habe die EKHN auch im Jahr 2004 Mitglieder verloren. Es waren mit 18.000 Personen knapp ein Prozent der Mitglieder. Davon seien etwa 7.000 Personen in der nach wie vor negativen Bilanz zwischen Ein- und
Austritten begründet. Der überwiegende Teil von 11.000 Personen sei in der negativen Bevölkerungsentwicklung begründet, an der die evangelische Kirche besonders hohen Anteil habe, da deren Mitglieder eine unterdurchschnittliche Geburtenrate
aufwiesen.
Rückkehr des Religiösen, Kirche ein stabiler Partner
Die Situation der Kirche, bilanzierte Steinacker, sei unübersichtlich. Während sich manche Traditionen als sehr stabil erwiesen, seien andere Traditionen geschwächt. Parallel dazu sei ein zunehmendes Interesse an religiösen Fragen und Formen zu spüren. Das Religiöse kehre sowohl in das private wie auch in das öffentliche Interesse zurück. Steinacker betonte, dass die Evangelische Kirche „ein verlässlicher Gesprächspartner für jeden einzelnen wie auch für staatliche Organe sei und bleibe“. Die EKHN suche mit den Menschen nach angemessenen Formen, den christlichen Glauben heute zu leben. Dazu gehöre die Pflege der Tradition genauso, wie das Ausprobieren neuer Formen in Gottesdiensten, in der Bildung und an anderen Stellen. Steinacker versprach wörtlich: „Wir sind der Gesellschaft unseren Glauben schuldig. Die EKHN wird angesichts des steigenden Interesses am Religiösen religionskritisch und selbstkritisch bleiben und die Entwicklung der Gesellschaft aktiv mitgestalten. Dabei wird sie das Evangelium mit all seinen Ecken und Kanten verkündigen.“
Allgemein zugänglich
Der Jahresbericht kann kostenlos angefordert werden unter , FAX: 069/92107-433 oder Postanschrift: Evangelisches Medienhaus Vertrieb, Postfach 100 747, 6007 Frankfurt/Main. Er kann auch hier als pdf-Datei abgerufen werden.
Seit fünf Jahren gibt die EKHN einen solchen Bericht heraus. Mit ihm will sie für Interessierte mehr Transparenz in ihre Finanzen, Strukturen und Aufgaben bringen.
gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN