Pressemitteilung der EKHN, 2006
DWHN und EKHN betreuen mit immer knapperen Mitteln steigende Zahl von Hilfebedürftigen
Evangelische Kirche und Diakonie nehmen zur Kritik von ver.di Stellung
Darmstadt/Frankfurt am Main, 9. Februar 2006
Die Zahl der Menschen, die in Kirche und Diakonie Rat und Hilfe suchen, steigt ständig an. Das liegt nicht zuletzt an den Problemen in der Gesellschaft und an den geringeren Einnahmen der öffentlichen Hand. Zugleich werden die finanziellen Mittel, die Kirche und Diakonie für diese Arbeit zur Verfügung stehen, geringer. Darauf weisen die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und das Diakonische Werk in Hessen und Nassau (DWHN) anlässlich einer Demonstration hin, zu der die Gewerkschaft ver.di in Hessen kirchliche und diakonische Beschäftigte für den heutigen Donnerstag zum Protest gegen die Kirchlich-Diakonische Arbeitsvertragsordnung (KDAVO) aufgerufen hat.
Angesichts der schwierigen Finanzlage ist es oberstes Ziel von Kirche und Diakonie, die bestehenden Hilfeangebote, Arbeitsbereiche und Arbeitsplätze zu sichern. Dem dient auch die KDAVO, die bereits im Oktober 2005 für die etwa 34.000 Beschäftigten in Kirche und Diakonie in Hessen und Nassau in Kraft getreten ist.
Über diese KDAVO stellt ver.di in seinen Pressemitteilungen und Flugblättern falsche oder verkürzte Behauptungen auf. Die Gewerkschaft verfolgt damit eigene Interessen und agiert auf Kosten der Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie. Wirklich infam ist nach Ansicht von Kirche und Diakonie die Behauptung ver.dis, die Arbeitsbedingungen in der KDAVO seien rechtlich nicht abgesichert. Die KDAVO ist in der Arbeitsrechtlichen Kommission, die paritätisch mit Vertreterinnen und Vertretern der Dienstnehmer- und -geberseite besetzt ist, beschlossen worden. Dieses Verfahren beruht auf einer gesetzlichen Grundlage. Die EKHN ist eine staatlich anerkannte öffentlich-rechtliche Körperschaft mit Gesetzgebungskompetenz. Das Arbeitsrechtsregelungsgesetz in der EKHN hat also keinen schwächeren Status als das Tarifvertragsgesetz. Mit der KDAVO wurden die unterschiedlichen Tarifziele, die zuvor in Kirche und Diakonie galten und mehrheitlich als veraltet empfunden wurden, durch eine einheitliche, einfache, flexible und sozial ausgewogene Arbeitsvertragsordnung ersetzt, die für alle Mitarbeitenden gleichermaßen gilt. Zugleich wird damit der Refinanzierungskrise im Sozial- und Gesundheitswesen Rechnung getragen, denn das neue Entgeltsystem bietet den Einrichtungen die Chance, die finanziellen und personellen Ressourcen mit flexibleren Lösungen besser auf die beiderseitigen Bedürfnisse abzustimmen sowie ihre Wettbewerbssituation und damit die Arbeitsplätze erhalten zu können. Kirche und Diakonie stehen in einer doppelten Verantwortung: Zum einen sind sie in der Fürsorgepflicht für ihre rund 34.000 Mitarbeitenden in Hessen und Nassau. Zum anderen stehen sie in der Verantwortung den Menschen gegenüber, die in Kirche und Diakonie in Hessen und Nassau beraten und begleitet werden und hier die Hilfe finden, die sie sonst kaum oder gar nicht mehr erhalten.
Sollten Sie Fragen haben und weitere Informationen über die Arbeit
von Kirche und Diakonie in Hessen und Nassau sowie zur KDAVO wünschen,
wenden Sie sich bitte an uns.
Sie erreichen uns unter presse@ekhn.de
oder unter der Telefonnummer 06151/405-504 oder 0173/3286836. Wir vermitteln Ihnen gerne Gespräche und Kontakte mit unseren Fachleuten.
Ab 13.30 Uhr stehen Ihnen heute unter der genannten Telefonnummer zur
Verfügung:
Für die EKHN: Oberkirchenrätin Sigrid Bernhardt-Müller, Leiterin in der Kirchenverwaltung Für das DWHN: Wilfried Knapp, Vorstand Personal, Organisation Finanzen
Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN