Pressemitteilung der EKHN, Nr. 16 / 2006
"Altkirchenpräsident Helmut Spengler wird 75
Amtsnachfolger Steinacker würdigt den begnadeten Seelsorger, der die Kirche in turbulenten Zeiten geleitet hatDarmstadt, 19. April 2006. Der ehemalige Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Helmut Spengler, feiert am 19. April seinen 75. Geburtstag. Spengler hatte das Amt von 1984 bis 1993 inne. Sein Amtsnachfolger, Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker, würdigte ihn als „begnadeten Prediger des Evangeliums mit einer besonderen seelsorgerlichem Begabung“. Wörtlich sagte Steinacker: „Mein Amtsvorgänger Helmut Spengler hat seine persönliche Frömmigkeit und seine Kirche immer im aufgeschlossenen Dialog den aktuellen Themen seiner Zeit ausgesetzt. Dabei hat er es verstanden, die Kirche in den tiefen Auseinandersetzungen um die Startbahn-West und um das Apartheidsystem in Südafrika zusammenzuhalten.“ Steinacker wies darauf hin, dass Spengler in seiner Amtszeit das Programm der „einladenden Gemeinde“ entwickelt habe. Damit habe er die Gemeinden ermuntert, sich stärker für die Wünsche und Sorgen derer zu öffnen, die in den Gemeinden bislang am Rande stehen. Dieser Impuls sei heute immer noch aktuell und richtig. Außerdem sei ihm eine weitergehende Versöhnung mit Polen ein besonderes Anliegen gewesen.
Eiserner Vorhang, Apartheid und jüdisch-christliche Aussöhnung
Spenglers Amtszeit war von großen historischen Umbrüchen geprägt. Dazu gehörte der Niedergang der Sowjetunion und der Beginn eines neuen Verhältnisses zu Osteuropa, sowie auch die deutsche Vereinigung. Besondere Brisanz hatte das ehemalige Apartheidsystem in Südafrika. Die evangelische Frauenhilfe in der EKHN hatte zu einem für die Kirche bislang fremden Mittel gegriffen und zum Boykott von Waren aus Südafrika aufgerufen.
In Spenglers Amtszeit war auch der Grundartikel der EKHN geändert worden. Nach langer theologischer Debatte fügte die Synode einen Passus hinzu, dass das Bekenntnis zu Jesus Christus auch das Zeugnis von der bleibenden Erwählung der Juden als Volk Gottes einschließt. Damit sollte jeglichem Versuch, Antisemitismus christlich zu begründen, der Boden entzogen werden. Diese Entscheidung hatte Spengler als Signal für eine jüdisch-christliche Aussöhnung besonders am Herzen gelegen.
Lebensdaten
Helmut Spengler wurde am 19. April 1931 in Wetzlar geboren. Er studierte in Marburg und Bielefeld-Bethel, absolvierte ab 1956 sein Vikariat (zweite, praktische Ausbildungsphase) in Wiesbaden. Anschließend wurde er Pfarrer in Breidenstein bei Biedenkopf, später in Bad Homburg. Ab 1972 war er Stellvertreter des Kirchenpräsidenten, bis er schließlich am 3. Dezember 1984 zum Kirchenpräsidenten gewählt wurde und es bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1993 blieb.
Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN