Pressemitteilung der EKHN, Nr. 3 / 2007

16. Januar 2007

Kopsch: "Armut nicht Schicksal vieler sondern Herausforderung für die ganze Gesellschaft"

Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten ermuntert auf Jahresempfang der Polizeiseelsorge zu einem neuen Blickwinkel

Frankfurt, 16. Januar 2007. Beim Jahresempfang der Polizeiseelsorge am Dienstag in Frankfurt hat die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten Cordelia Kopsch über die Jahreslosung 2007 gepredigt. Sie entstammt dem Jesajabuch und lautet: „Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf. Erkennt ihr’s denn nicht?“

Kopsch wies darauf hin, dass in den letzten Jahren vielen die Unbefangenheit gegenüber Neuem verloren gegangen sei. Zu viel „Gefährliches und Bedrohliches“ sei darunter. Auch für die Polizei gebe es gefährliche Entwicklungen und Bedrohungen. Kopsch nannte Terroranschläge, gewaltbereite Jugendliche in Schulen, rechtsextremistische Gruppierungen, Antisemitismus, Hasspredigten in Moscheen und Eltern, die ihre Kinder verwahrlosen ließen.

Kopsch ermunterte die anwesenden Repräsentanten aus Polizei, Kirche und Gesellschaft, Neues nicht nur mit Skepsis zu beurteilen. Die Jahreslosung ermutige zu einer „veränderten Blickrichtung“. Sie rücke über die Symptome der Gewalt hinaus deren Ursachen in den Vordergrund. Die Aufmerksamkeit richte sich dann auf die „Möglichkeiten von Erziehung und Bildung und nicht auf die Klage über Defizite und Probleme“. Die zivile Konfliktbearbeitung bekomme mit dieser Perspektive „deutlichen Vorrang vor dem Einsatz militärischer Mittel“. Armut und Arbeitslosigkeit würden nicht als „hinzunehmendes Schicksal vieler“ verstanden, sondern als „Herausforderung für die ganze Gesellschaft“. Über rassistische oder extremistische Äußerungen werde nicht hinweggegangen. Hassprediger würden zur Verantwortung gezogen. Und Menschen interessierten sich für das Leben der Menschen in der Nachbarschaft.

Wörtlich sagte Kopsch: „Um Gottes Möglichkeiten für uns und unsere Welt zu entdecken, müssen wir nicht wegschauen, wo es schwierig wird. Im Gegenteil.“ Kopsch schloss mit dem Hinweis: „Das Neue, das Gott ankündigt, geschieht nicht in ferner Zukunft und nicht jenseits der uns vorstellbaren und zugänglichen Welt. Sondern mitten in unserer Gegenwart, hier und heute, in Frankfurt, in Hessen, aber auch auf der ganzen Welt.“

Der genaue Wortlaut der Predigt ist hier im PDF-Format (39 KB) online verfügbar.

 

Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher