Pressemitteilung der EKHN, Nr. 12 / 2007

29. März 2007

Bibel in gerechter Sprache für Gemeindearbeit geeignet

Im Gottesdienst bleibt Übersetzung Luthers Standard

Darmstadt, 29. März 2007. Das Leitende Geistliche Amt der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat sich in einem Brief, der bis Donnerstag die Gemeinden und Einrichtungen der EKHN erreicht hat, zur Verwendung der neuen Übersetzung „Bibel in gerechter Sprache“ geäußert. Das Leitende Geistliche Amt, dem neben seinem Vorsitzenden Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker auch seine Stellvertreterin Cordelia Kopsch und die sechs Pröpstinnen und Pröpste angehören, bekräftigt darin die geltenden Bestimmungen, wonach im Gottesdienst „grundsätzlich der Lutherbibel der Vorzug vor anderen Übersetzungen zu geben“ ist. Sie könne „durch andere Übersetzungen ergänzt und erläutert werden“, wenn es der Anlass nahe lege. Die Bibel in gerechter Sprache biete dazu neben den anderen Übersetzungen eine weitere Alternative.
In seinem Brief empfiehlt das Leitende Geistliche Amt, sich mit der neuen Übersetzung im Rahmen von gemeindlicher und pädagogischer Arbeit zu befassen. Sie sei geeignet, „Basiswissen zur Bibel zu vermitteln“, „die scheinbar altbekannten Texte neu zu entdecken“ und sich mit „den Fragen exegetischer und theologischer Forschung kritisch auseinander zu setzen.“ Ihr Wortlaut werde „nicht nur Interesse sondern auch Irritationen“ auslösen. Aber nicht immer werde dies an der Übersetzung liegen. Vielmehr könne man mit ihr „überraschende Aspekte entdecken und Denkgewohnheiten überprüfen“, heißt es in dem Brief. Offenbar gebe es „eine große Diskrepanz“ zwischen dem wissenschaftlichen Forschungsstand und dem Bibelverständnis in manchen Gemeinden. Dies gelte auch für den christlich-jüdischen Dialog. Die Bibel in gerechter Sprache fördere „die Beschäftigung mit diesen Themenfeldern, deren Bearbeitung ohnehin für die Zukunft unserer Kirche von Bedeutung sind“ erläutert das Leitende Geistliche Amt und ermutigt die Gemeinden, sich mit Hilfe ihrer Pfarrerinnen und Pfarrer ein eigenes Urteil zu bilden.

Die Übersetzung war Anfang Oktober 2006 auf den Markt gekommen und ist umstritten. Die EKHN hat sie mit einer Projektstelle gefördert, ohne Einfluss auf den Inhalt der Übersetzung zu nehmen. Sie wird vom Gütersloher Verlagshaus herausgegeben und enthält die Arbeit von 52 akademischen Übersetzerinnen und Übersetzern, die fünf Jahre lang ehrenamtlich daran gearbeitet haben. Ihr Anspruch ist es, bibelwissenschaftliche Erkenntnisse aufzunehmen und bei der Übersetzung besonders die drei Themenbereiche Christlich-jüdischer Dialog sowie sozialwissenschaftliche und feministische Forschung zu beachten.
Weitere Informationen bietet die website www.bibel-in-gerechter-sprache.de.

Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher