Pressemitteilung der EKHN, 2007

12. Juli 2007


Stellungnahme der Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten der EKHN, Cordelia Kopsch zu den Äußerungen der Kultusministerin Karin Wolff, die biblische Schöpfungsgeschichte im Biologieunterricht zur Sprache zu bringen.

 

Im Wortlaut erklärt Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch:

„Die EKHN begrüßt, dass Frau Wolff den verstärkten Dialog zwischen Naturwissenschaft und Theologie fordert. Auch der Lehrplan des Landes Hessen für Biologie sieht die Auseinandersetzung mit philosophischen und religiösen Aussagen vor. Die EKHN stimmt daher mit der EKKW darin überein, dass „Vernunft und Glaube, Naturwissenschaft und Theologie... sich mehr zu sagen haben, als das gegenwärtig zu lesen ist“. Dies hat Bischof Martin Hein den kurhessischen Gemeinden am 9. Juli in einem Brief mitgeteilt.

Theologisch betrachtet ist die biblische Schöpfungslehre keine wissenschaftliche Theorie, sondern die Deutung von Grund und Ziel des Lebens aus der Perspektive des jüdischen und christlichen Glaubens. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die biblische Schöpfungsgeschichte in diesem Sinn auch in fächerübergreifenden Projekten vorkommt. Kinder und Jugendliche fragen von selbst danach. Die unmittelbare Einbeziehung der Schöpfungstheologie beispielsweise in den Biologie-Unterricht wird jedoch nicht sinnvoll sein, wenn Lehrerinnen und Lehrern selbst die theologische Vorbildung fehlt, die zu einem angemessenen Umgang mit ihr erforderlich ist.
Die EKHN wendet sich daher strikt dagegen, die biblische Schöpfungsgeschichte in die Nähe von naturwissenschaftlichen Theorien zu erheben. Jede Übernahme kreationistischer Weltdeutungsversuche muss sowohl für den Biologie- als auch für den Evangelischen Religionsunterrricht als unsachgemäß abgelehnt werden.“