Pressemitteilung Nr. 45 der EKHN, 2007
"Bildung hat oberste Priorität"
Kirchenpräsident Steinacker eröffnete den Neubau des Evangelischen Gymnasiums Bad Marienberg
Bad Marienberg, 31. August 2007. In Bad Marienberg ist am Samstag der Neubau des Evangelischen Gymnasiums eingeweiht worden. Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker hielt im Eröffnungsgottesdienst die Predigt. Dabei betonte er die überragende Bedeutung von Bildung: „Ohne Bildung werden unsere Kinder und Enkelkinder die kommende Welt nicht in Freiheit und Würde, aber auch sich nicht mit einem Lebensstandard bestehen können, an den wir uns gewöhnt haben und für den wir auch dankbar sein können. Bildung hat oberste Priorität - auch in der Kirche.“
Steinacker wies darauf hin, dass sozial benachteiligte Kinder meistens auch bei den Bildungschancen benachteiligt seien. Dies habe zur Folge, dass viele von ihnen „ihr Leben nie ganz aus eigener Kraft und Verantwortung leben werden, sondern immer abhängig von der Leistungskraft anderer sein werden.“
Deshalb bezeichnete Steinacker die jüngst vom Kinderschutzbund vorgelegten Zahlen, denen zufolge über 1,5 Millionen Kinder unter 15 Jahren von Sozialhilfe abhängig sind, als „alarmierend“. Das neu gegründete evangelische Gymnasium in Bad Marienberg sei ein Betrag dagegen, auf den die Kirche „mit Recht stolz“ sein könne.
Vom Beispiel der Pharisäer und Zöllner
Steinacker predigte bei der Eröffnung des Gymnasiums über eine Geschichte aus dem Lukasevangelium. In ihr wird der Auftritt eines demütigen Zöllners und eines hochmütigen Pharisäers im Tempel geschildert. Während der erste mit leeren Händen Gott um Gnade bittet, dankt der zweite Gott dafür, dass er nicht so ist wie der Zöllner sondern seine religiösen und sozialen Pflichten erfüllen kann und erfüllt. Die Geschichte endet mit der Warnung aus dem Mund Jesu: "Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.“
Steinacker wies darauf hin, dass beide Figuren Chancen hätten aber auch zu Karikaturen verkommen könnten. Zwar sei die Bescheidenheit des Zöllners durchaus ein Vorbild. Der Zöllnertyp könne aber zur Karikatur werden, wenn er sich als „selbst ernannter Erniedrigter und Beleidigter“ jeder Verantwortung entziehe und immer nur unauffällig bleibe. Der Pharisäertyp werde durch den Hochmut, etwas besseres zu sein und alles besser zu wissen, zur Karikatur. Aber der „Grundimpuls“ des Pharisäers, „zu den Guten zu gehören“, sei ein „erstrebenswertes Menschenbild“, da es Gerechtigkeit, Liebe, Verlässlichkeit und soziale Hilfe beinhalte. Steinacker plädierte dafür, vom Zöllner zu lernen, „aus der Gnade Gottes wirklich zu leben“, und vom Pharisäer zu lernen, „sich um die Gemeinschaft und die Schwachen zu kümmern“.
Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs
zurück | letzte Aktualisierung: 14.09.2007 | copyright by EKHN