Pressemitteilung der EKHN, 2007

26. Oktober 2007

Großer Abschied von Hans Helmut Köke


Trauerfeier für ehemaligen Stellvertreter des Kirchenpräsidenten
Steinacker: „Er hat seine EKHN geliebt“

 

Darmstadt, 26. Oktober 2007. Mit einer Trauerfeier hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) von ihrem ehemaligen Stellvertreter des Kirchenpräsidenten Hans Helmut Köke Abschied genommen. Den Gottesdienst in der mit 500 Menschen voll besetzten Darmstädter Pauluskirche hielt Prof. Dr. Peter Steinacker. Köke und Steinacker waren in dieser Kirche 1993 gemeinsam als Kirchenpräsident und Stellvertreter in ihre Ämter eingeführt worden. Steinacker würdigte die 13 jährige Zusammenarbeit: Daraus sei für eine Arbeitsbeziehung etwas seltenes entstanden, „eine enge und innige Freundschaft und Nähe. Oft genügte ein Blick – und jeder von uns wusste, was der andere dachte und tun wird. So habe auch ich in allem Anlass, für die fast 13 Jahre gemeinsamer Verantwortung dankbar sein – er wird mir fehlen.“ Köke habe zwar nie davon gesprochen, aber – so Steinacker wörtlich: „Alle, die in der Kirche mit ihm zu tun hatten, wissen es: Er hat seine EKHN geliebt und für sie, das heißt für den Herrn der Kirche hat er alle seine Kraft gegeben Dafür habe Köke oft bis zur Erschöpfung gearbeitet.

Mit aller seiner theologischen, seelischen und leiblichen Kraft habe er dafür gekämpft, dass die Kirche ihrem Auftrag gerecht werden könne, das Evangelium von Jesus Christus den Menschen und ihren Lebensbezügen zugewandt zu verkündigen. „Unsere Kirche verdankt ihm unendlich viel“, resümierte Steinacker.

Schäfer: „mit grenzenloser Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Liebe“

Beim anschließenden Empfang  würdigte der Präses der Kirchensynode Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer Kökes „auf tiefster christlicher Überzeugung beruhendes verlässliches, fleißiges und aufopferungsvolles Engagement für unsere Kirche und seine Freundlichkeit und Herzlichkeit“. Das Bibelwort für die Woche seines Todes beschreibe seine Lebensmaxime treffend: „Es ist dir gesagt Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha, Kapitel 6, Vers 8) Es habe Köke „einzigartig und unverwechselbar“ gemacht, dass „mit einer grenzenlosen Freundlichkeit, mit grenzenloser Hilfsbereitschaft und Liebe zu der ihm anvertrauten Arbeit und den ihm anvertrauten Menschen in unserer Kirche getan hat“.

Kopsch: „Mit Perspektiven für unsere Kirche und Reformprozess verbunden“

Die derzeitige Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten Cordelia Kopsch würdigte die Verdienste ihres Vorgängers Kökes für die EKHN. Sein Name sei „wie kein anderer mit der Entwicklung von Perspektiven für unsere Kirche und dem daraus folgenden Reformprozess verbunden“. Seine konzeptionelle Kraft, seine Fähigkeit, theologische Einsichten mit Kirchentheorie und Sozialwissenschaften zusammenzubringen, seien dafür grundlegend gewesen. Kökes große Aufmerksamkeit habe neben der Geschäftsführung des Leitendes Geistlichen Amts auch Bildungsfragen gegolten, hier insbesondere in der Evangelischen Fachhochschule, der Evangelischen Akademie Arnoldshain und der Evangelischen Jugend. Diakonie sei für Köke „selbstverständlicher Ausdruck des christlichen Glaubens und sichtbares Zeichen für den Zusammenhang von Glauben und Handeln“ gewesen. Auch in der Leuenberger Kirchengemeinschaft, heute Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, habe Köke „einen guten Ruf als gebildeter und gesprächsfähiger Theologe“ gehabt.

Zur Person

Hans-Helmut Köke war, seiner Aufgabenzuschreibung und seinem Naturell entsprechend, öffentlich kaum in Erscheinung getreten, hat aber im Hintergrund viel bewirkt. Köke gilt als zentraler Impulsgeber und Koordinator der Reformen, die EKHN in den vergangenen 15 Jahren durchlaufen hat.
Köke wurde 1940 in Eisleben geboren und wuchs nach dem Krieg in Worms auf. Er studierte Evangelische Theologie, Philosophie und Soziologie in Heidelberg und Tübingen und arbeitete seit 1972 in unterschiedlichen Funktionen im Ausbildungs- und Planungsbereich der EKHN-Kirchenverwaltung. Maßgeblich trug  er dazu bei, Erkenntnisse der Sozialpsychologie, Soziologie und  Organsiationsentwicklung in die Arbeit der Kirche einzuführen.
Von 1980 bis 1985 war Köke Gemeindepfarrer in Darmstadt, anschließend Persönlicher Referent des damaligen Kirchenpräsidenten Helmut Spengler und seit 1990 Referent für Personalförderung der EKHN. Im Dezember 1992 wurde er zum Stellvertreter von Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker gewählt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Ruhestand 2005 inne. Köke war verheiratet. Er hinterlässt seine Ehefrau, drei Kinder und einen Enkel.

gez. Stephan Krebs, Pressesprecher EKHN