Bericht, 2007

31. Oktober 2007


Katrin Göring-Eckardt: Protestanten haben allen Grund zum Strahlen


Festakt in der Wiesbadener Lutherkirche am Reformationstag

 

Katrin Göring-Eckardt, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, hat dazu aufgerufen, öffentlich selbstbewusster evangelisch zu sein. Dabei hob sie die Verdienste der Evangelischen Kirche für die moderne Gesellschaft hervor. Viele Sinnsucher unserer Zeit liefen allerdings an der Kirchentür vorbei. „Warum eigentlich?“ Diese Frage stellte die Politikerin (Bündnis90/DieGrünen)  in ihrem Vortrag „Evangelisch.“ am Reformationstag in der Wiesbadener Lutherkirche.

Sprachfähig im Glauben auf der Grundlage der biblischen Texte

Katrin Göring-Eckardt vergrößern Katrin Göring-Eckardt (Quelle: Deutscher Bundestag)
Rede vergrößern Die Politikerin während ihres Vortrages: "Ich stehe hier. Ich bin evangelisch. Ich kann nicht anders."
Im Gespräch vergrößern Göring-Eckhardt stellte sich beim anschließenden Empfang lange den Fragen und Anliegen der Zuhörer
Präses im Gespräch vergrößern Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer im Gespräch währnd des Empfanges
Kirchenpräsident vergrößern Kirchenpräsident Steinacker (links) spricht mit einem Besucher des Reformations- gottesdienstes
Ufer und Heinemann vergrößern Heinz Ufer und der Wiesbadener Dekan Martin Heinemann im Gespräch
Besuchende vergrößern Während des Empfangs
Quelle: EKHN /Stephan Krebs

Laut Katrin Göring-Eckardt hätten Christinnen und Christen eigentlich allen Grund, die Bedeutung der Kirchen für die Gesellschaft positiv zu beschreiben. Und Protestanten hätten allen Grund zum Strahlen und zur Freude am Leben: „Wir sind gerechtfertigt und angenommen, so wie wir sind, einzig unserem Gewissen verpflichtet und stehen unmittelbar vor Gott.“ Um anderen Menschen Antworten geben zu können, verwies die Politikerin auf den zentralen Stellenwert der biblischen Texte: „Reicht es nicht einfach auch, das Wort wirken zu lassen, wie bei den Taizé-Brüdern?“ Am Ende ihrer Rede erläutert sie: „Wir müssen wieder stärker danach fragen, wer wir sind, was unsere Quelle ist.“

Unterschiede zur katholischen Kirche

Deutlich äußerte sie sich zu Haltungen der katholischen Kirche: „Wir können auch ganz augenscheinliche Verschiedenheit nicht verschweigen. Wie könnten wir die Herabsetzung katholischer Frauen ignorieren?“ Scharf kritisierte sie die Ablasspraxis während des letzten Weltjugendtages in Köln: „Unvorstellbar für uns Evangelische!“ Sie empfahl, ökumenisch auf der Grundlage der Unterschiede zusammen zu arbeiten.

Zentrale Aussagen von Präses Schäfer und Kirchenpräsident Steinacker

Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer, Präses der Synode der EKHN, rief dazu auf, "das Profil unserer Kirche und unsere Positionen in der Gesellschaft klarer zu gestalten."
In seiner Predigt stellte Kirchenpräsident Prof. Peter Steinacker heraus, dass die evangelische Kirche „die Kirche der Freiheit“ sei.

Zur Person

Katrin Göring-Eckardt wurde in der DDR in Friedrichroda (Thüringen) geboren. Nach einem Theologiestudium war sie nach der Wende  von 1995 bis 1998 und wieder seit 2002 Landessprecherin von "Bündnis 90/Die Grünen"  in Thüringen, seit 1998 ist sie Abgeordnete des Deutschen Bundestags. In den Jahren 2002–2005 war sie Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion von "Bündnis90/DieGrünen", seit 2005 Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags.

Zur Veranstaltung

Zum 13. Mal veranstaltet die EKHN einen solchen Zentralen Festakt am Reformationstag, von denen es lokal und regional eine Fülle weiterer gibt. Nach dem Festgottesdienst hält jeweils eine prominente Person aus dem öffentlichen Leben eine Festrede über protestantisches Profil in der Gesellschaft.

Rita Deschner / Stephan Krebs, Pressesprecher EKHN