Pressemitteilung der EKHN, Nr. 68, 2007
„Ort der Hoffnung“
jugend-kultur-kirche sankt peter in Frankfurt eröffnet
Frankfurt, 2. Dezember 2007. Am Sonntag, dem 1. Advent, ist die jugend-kultur-kirche sankt peter in Frankfurt offiziell eröffnet worden. Rund 600 Gäste feierten einen Gottesdienst und erlebten ein vielfältiges Programm mit Musik, Reden, Tanz und technischen Vorführungen über die Möglichkeiten der großen Projektionswand in der Kirche. Davor und danach gab es ein einwöchiges Festprogramm für Jugendliche. Die traditionsreiche Innenstadtkirche war über vier Jahre hinweg aufwändig für die neue Nutzung als hochkarätiger Veranstaltungsort und Treffpunkt für junge Leute im Rhein-Main-Gebiet umgebaut worden. Die Kosten dafür teilten sich der Evangelische Regionalverband Frankfurt (ERV), die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Stadt Frankfurt, der das Gebäude als Dotationskirche gehört. Die Schirmherrschaft für das Projekt haben die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth und Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker übernommen.
Gebhardt: Geschenk an die Jugendlichen
Die Vorsitzende des Evangelischen Regionalverbands Pfarrerin Esther Gebhardt bezeichnete die Kirche als „Geschenk an die Jugendlichen der Stadt und der Region“, das angesichts der ökonomisierten Welt einen „Raum der Annahme und der Bestätigung“ anbieten solle, in dem für Jugendliche ein „angstfreier Umgang miteinander möglich ist“. Sankt Peter solle ein „Ort der Hoffnung sein, in dem Momente des gelingenden Lebens erfahrbar werden.“
OB Roth: Kraftwerk für gelebte Werte
Oberbürgermeisterin Petra Roth erinnerte an die evangelische Tradition der Stadt Frankfurt. Sankt Peter stehe am Ort der ältesten Kirche der Stadt. Die Gesellschaft sei heute zwar säkular organisiert, stehe aber in der Tradition des christlichen Abendlandes. Die Vielfalt der Kulturen stelle die Frage, woher die Werte der Gesellschaft kommen könnten. Roth begrüße deshalb die „Rekonzentration auf die ethisch-moralischen Grundlagen der Gesellschaft“. Dafür würden Einrichtungen benötigt, in denen diese Werte vorgelebt würden. Roth äußerte die Hoffnung, dass die jugend-kultur-kirche sankt peter dafür ein „Kraftwerk“ sein werde.
Kirchenpräsident: Einzigartiger Ort zum ausprobieren
In seinem Grußwort hob Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker die Einzigartigkeit des Projekts hervor. In Deutschland gebe es keine weitere Kirche mit einer vergleichbaren Konzeption für Jugendliche. Das Projekt wäre ohne den unermüdlichen Einsatz von Landesjugendpfarrer Eberhard Klein und dem Frankfurter Stadtjugendpfarrer Jürgen Mattis nicht zustande gekommen, verriet Steinacker. Er dankte auch dem ehemaligen Stadtkämmerer Horst Hemzal und seinem amtierenden Amtsnachfolger Uwe Becker, die trotz erheblicher Bauprobleme an dem Projekt festgehalten hätten. Steinacker betonte den experimentellen Charakter des Projekts. Der Glaube brauche eine angemessene Form. Deshalb müsse in sankt peter auch viel Neues ausprobiert werden.
Kritische Fragen an das Zentrum des Glaubens enden nie
Im Gottesdienst stellte Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker die Hoffnung in den Mittelpunkt seiner Predigt. Sie sei die Lebenseinstellung des christlichen Glaubens. Sie präge und bestimme „mein ganzes Verhältnis zur Wirklichkeit, mein Weltverstehen und meine Weltzugewandtheit“: Diese Hoffnung „als Lebenskraft des Christen“ müsse sich angesichts von vielen Fragen, Gefahren und Ängsten im Leben immer wieder neu befragen lassen: „Gibt es einen Grund für ein hoffendes Leben?“ Kritische Fragen an das Zentrum des Glaubens endeten nie, predigte Steinacker. Jede Lebensphase werfe die Fragen neu auf: „Wer bist du wirklich? Was ist dein Kern? Wo bist du wirklich unverstellt du selbst? Worauf baust du deine Hoffnung und die Gewissheit, dass das Leben einen Sinn hat?“ Steinacker formulierte die christliche Antwort darauf so: „Weil Gott sich selber in diese zweifelnde, ängstliche, und auch brutale Welt begeben hat, um immer und überall bei uns zu sein. Jesus hat mit seinen Worten und mit seinem Geschick sichtbar gemacht, dass unser Gott uns von allen Seiten umgibt, uns täglich begegnet und uns immer wieder sagt: Auch wenn dir alles wegrutscht, worauf du dich verlassen hast – ich bin und bleibe dir treu, so wie ich es dir in deiner Taufe versprochen habe. Verlass ich auf mich!“
Neue Chance für Jugendliche und den werbenden Ruf Gottes
Steinacker wies darauf hin, dass der christliche Glaube derzeit in einer „schwierigen Situation sei, denn die „Selbstverständlichkeit religiöser Erfahrung“ sei offenbar heute nicht mehr so wie früher gegeben. Ihre grundlegenden Lebenseinstellungen würden Menschen aber nicht durch „vernünftige Einsicht“ sondern durch „Einübung, die ganz tief in uns ihren Kern findet“, gewinnen. Steinacker äußerte die Hoffung, dass dafür die jugend-kultur-kirche sankt Peter eine neue Chance für Jugendliche biete und dort der „werbende Ruf unseres Gottes wahrnehmbar ist: Verlass dich auf mich. Ich will dich und euch, ja die Stadt und das Land, ja alles was lebt, beschützen und bewahren, denn ich, eurer Gott, bin euch treu und verlasse euch nicht“.
Sankt peter war Sylvester 2002 von ihrer Kirchengemeinde abgegeben und danach zu einem kirchlichen Veranstaltungsort und Treffpunkt für Jugendliche umgebaut worden. Die Mittel dafür in Höhe von circa 5,5 Millionen Euro stammen von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), von der Stadt Frankfurt und vom Evangelischen Regionalverband Frankfurt. Sankt Peter Kirche bietet nun einen großen Raum mit Lichtwand für Gottesdienste und Großveranstaltungen sowie eine Kapelle und mehrere Tagungs- und Gruppenräume. Im Erdgeschoss befindet sich ein Bistro. Sankt peter möchte insbesondere Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren aus dem Großraum Frankfurt (Kommunen mit S-Bahn-Anschluss) mit einem breiten Programmspektrum ansprechen, dass von persönlicher Seelsorge über Musik und kreativen Workshops bis hin zu Diskos und Konzerten reicht. Die jugend-kultur-kirche ist ökumenisch offen und an einem interreligiösen Dialog interessiert. Sie richtet sich an alle interessierten Jugendlichen, unabhängig von deren Herkunft, Nationalität, Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 07.12.2007 | copyright by EKHN






