Pressemitteilung der EKHN, Nr. 71, 2007

7. Dezember 2007

Mehr Studienplätze anbieten

Staatsminister Corts besucht erstmals Evangelische Fachhochschule Darmstadt

 

Darmstadt, 6. Dezember 2007. Bei seinem ersten Besuch in der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt (EFH) hat der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst Udo Corts angeregt, die Kapazität der EFH zu erweitern. In naher Zukunft müssten im Rahmen des zwischen Bund und Ländern vereinbarten Hochschulpakts 2020 in Hessen rund 8800 neue Studienplätze geschaffen werden. Da die Welt immer komplexer werde, sei der Bedarf an den Studiengängen, die die EFH anbiete, groß und werde steigen. Corts bot an, die EFH in enger Zusammenarbeit mit seinem Ministerium weiter zu entwickeln. Er betonte, dass die EFH die einzige nicht staatliche Fachhochschule sei, die zum Hochschulpakt gehöre und damit eine finanzielle Planungssicherheit bis 2010 habe. Corts mahnte die Kirche, ihren Bildungsauftrag wahrzunehmen. Er empfahl der EFH, im Sozialberreich „eine besondere Marke zu werden“ und sich mit sozialem Praxisbezug, internationalen und insbesondere Dritt-Welt-Kontakten von den staatlichen Hochschulen abzuheben. Corts betonte, dass Kirche manches besser machen könne als der Staat.

„Fester Bestandteil des Gesamtbildungskonzept

Für die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und zugleich für die an der EFH ebenfalls mitbeteiligte Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck begrüßte Oberkirchenrätin Sigrid Bernhardt-Müller Minister Corts. Sie wies darauf hin, dass im Rahmen der synodalen Diskussion um die Zukunft der EKHN derzeit auch das Bildungskonzept der EKHN und in besonderen die EFH Thema sei. Das Ergebnis müsse abgewartet werden. Bislang habe die Kirchenleitung die EFH aber als festen Bestandteil des Gesamtbildungskonzepts der EKHN gesehen. Dieses umfasse alle wesentlichen Felder von Bildung, von der Kindertagesstätte über Schulen und Fachschulen bis zur Fachhochschule. Bernhardt-Müller lobte „die individuelle Gestaltung der Studiengänge der EFH , die dieser eine einzigartige Ausprägung gegeben haben“. Sie äußerte die Hoffnung, das bisherige Studienangebot erhalten und weiter entwickeln zu können. Sie dankte Corts für das Kooperationsangebot bei einer Weiterentwicklung.

„Ferment im Hochschulwesen“

Die Vorsitzende des Kuratoriums der EFH und ehemalige Ministerin für Wissenschaft und Kunst Evelies Mayer stellte heraus, dass die EFH eine besonders rege Fachhochschule sei, „die auf neue Fragenstellungen der Gesellschaft rasch reagiere“. Mehrere Studiengänge habe die EFH als erste entwickelt. Damit sei sie „ein Ferment im Hochschulwesen“.

Erste Studienabgänger mit Bachelor-Abschluß

Im Gespräch
Quelle: EKHN
Bernhardt-Müller im Gespräch mit Staatsminister Udo Corts und Evelies Mayer, Vorsitzende des Kuratoriums der EFH

Corts informierte sich über die Erfahrungen der EFH mit dem Bologna-Prozess, in dessen Rahmen die Studiengänge nach internationalem Vorbild modularisiert und seit diesem Wintersemester komplett auf die Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt wurden. Die EFH hatte diese Umstrukturierung früh und zügig durchgeführt. Die ersten Studierenden haben die EFH mit den neuen Abschlüssen im Oktober 2007 verlassen. Nach Corts´ Einschätzung zögen 80 Prozent der Studierenden ein „geleitetes Studium“ mit Modulen und regelmäßigen Leistungsnachweisen einem frei strukturierten Studium vor. Die Präsidentin der EFH Alexa Köhler-Offierski sowie weitere Dozentinnen und Dozenten berichteten von guten Erfahrungen. Die Modularisierung gebe den Studierenden das Recht auf bestimmte Bildungsinhalte. Der Bologna-Prozess habe die Chance zu positiven Veränderungen eröffnet. Die EFH habe sich entschieden, den Bachelor-Abschluß jeweils so zu planen, dass Praxis- und Auslandsphasen integriert werden. 93 Prozent beendeten ihr Studium innerhalb der Regelstudienzeit plus ein oder zwei Semestern. Alle Studiengänge seien praxisorientiert und generalistisch auf die Vielfalt des Arbeitsmarktes abgestimmt. Man erwarte, dass die Bachelor-Absolventen eher „die Macher“ und die Master-Absolventen eher „die Denker und Veränderer“ würden. Die Akzeptanz sei groß. Pro Studienplatz gingen bis zu zwölf Bewerbungen ein, die nach den Auswahlkriterien Abitursnoten, Erfahrungen im sozialen Bereich, Auslandserfahrungen und ehrenamtliches Engagement vergeben würden.

Die Evangelische Fachhochschule hat zwei Studienorte. In Darmstadt studieren etwas mehr als 1000 Personen, im nordhessischen Schwalmstadt-Treysa sind es knapp 200. Angeboten werden die Studiengänge Soziale Arbeit, Integrative Heilpädagogik, Pflegewissenschaft, Psychosoziale Beratung und Management in sozialen Organisationen. Den neuesten Baustein stellt der berufsintegrierende Bachelorstudiengang "Bildung und Erziehung in der Kindheit" dar, der mit den hessischen Evangelischen Fachschulen entwickelt wurde. Besonders auf den Bedarf der evangelischen Kirche ausgerichtet ist der integrierte Zusatzstudiengang Gemeindepädagogik/Diakonie.

 

Fotohinweis
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Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher