Pressemitteilung der EKHN, Nr. 6/ 2008

15. Februar 2008

„Macht Mut zu kirchlichen Kooperationen“

Präses Schäfer überbringt Glückwünsche zur Entstehung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland EKHN als Partnerkirche mitbetroffen


Wittenberg/Darmstadt, 15. Februar 2008. Bei der Vereinigung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen und der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (EKKPS) zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland am Freitag in der Lutherstadt Wittenberg hat der Präses der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer die Glückwünsche der EKHN überbracht. Die EKHN ist seit 1949 eine Partnerkirche der EKKPS und hält intensive Kontakte.

Schäfer würdigte in seinem Grußwort die Vereinigung als „herausragendes Ereignis“. Er versprach, dass die EKHN „diesen gemeinsamen Weg“ aktiv mitgehen werde und bezeichnete „die gelungene Föderation in Mitteldeutschland“ als „Beispiel, das Mut zu kirchlichen Kooperationen welcher Art auch immer macht“. Schäfer wies darauf hin, dass auch die EKHN und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) seit geraumer Zeit intensiver kooperierten, um im Bundesland Hessen einheitlich auftreten zu können. Dabei schlug Schäfer die Verbindung zum Zukunftsprozess der EKD Ende Januar 2007 in Wittenberg, der „eine deutliche Verbesserung der Information, Kommunikation und Kooperation“ innerhalb der evangelischen Kirchen gefordert habe.

Hintergrundinformation Partnerschaft EKHN und EKKPS

Was 1949 als Hilfsaktion Evangelischer Kirchen in Westdeutschland für ostdeutsche Kirchen begann, entwickelte sich während der DDR-Zeit zu einem Geflecht von Partnerschaften, bei der sich die EKHN und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) mit der Evangelischen Kirche in der Kirchenprovinz Sachsen (EKKPS) verschwisterten. Die Kontakte reichten von den Gemeinden bis zu den Kirchenleitungen. Vor 1989 waren kirchliche Ost-West-Beziehungen für die ostdeutschen Gemeinden eine praktische Hilfe im Überlebenskampf, den Glaubensgeschwistern im Westen gaben sie Glaubensanstöße aus einer anderen Welt und das Gefühl, gebraucht zu werden. 1952 wurden 92000 Pakete von Hessen in die Kirchenprovinz geschickt. EKHN-Gelder flossen zum Einen über die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zum Bund Evangelischer Kirchen in der DDR (BEK) und zum anderen direkt zur Partnerkirche. 1988 zahlte die EKHN fünf Millionen DM in den Topf der EKD, 900 000 DM an die EKKPS direkt. Die Stärke der ostdeutschen Partnerkirche im Dialog war das klare theologische Profil und Engagement zum Beispiel in Friedensfragen. Die „Wende“ hat die Partnerschaft verändert aber nicht beendet.

Verantwortlich: Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher