Presseinformation 2008
Hoher Wert für Gesellschaft, Familien und das eigene geistliche Leben
EKKW und EKHN starten Initiative für Sonn- und Feiertage Bischof und Kirchenpräsident schreiben Osterbrief
Darmstadt/Kassel, 17. März 2008. Arbeitsfreie Sonn- und Feiertage haben für die ganze Gesellschaft eine hohe lebensdienliche Bedeutung. Das wollen die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Zum Osterfest 2008 starten beide Kirchen deshalb eine Initiative zum Sonntagsschutz. Ihr Slogan lautet: „Gott sei Dank, es ist Sonntag!“ Die beiden Landeskirchen schließen sich damit der Sonntags-Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) (www.sonntagsruhe.de) an.
In einem gemeinsamen „Osterbrief“ dazu erläutern Bischof Dr. Martin Hein (EKKW) und Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker (EKHN), dass der im Grundgesetz verankerte gesetzliche Schutz der Sonn- und Feiertage auf die christliche Botschaft vom Ostermorgen zurückgehe. An diesem Morgen – einem Sonntag – hätten Frauen das leere Grab Jesu entdeckt und von seiner Auferstehung vom Tod erfahren. Dies werde in den Gottesdiensten allwöchentlich gefeiert. Wörtlich schreiben die beiden Leitenden Geistlichen: „Der Sonntag entfaltet seine Bedeutung im Hören auf das Wort Gottes. Die Feier des Sonntags erinnert daran: Gottes Werk geht aller menschlichen Arbeit voraus; die Würde des Menschen ist nicht erst durch die Arbeit gegeben.“ Die Geistlichen kritisieren „konkrete Entwicklungen in unserem Land. In einigen Bundesländern hätten Gesetzesreformen den Sonn- und Feiertagsschutz faktisch ausgehöhlt. In Hessen sei die rechtliche Situation zwar besser; in der Praxis sei der Schutz vom Sonn- und Feiertagen auch hier gefährdet. Hierzu zählten als Event getarnte Verkaufsveranstaltungen am Sonntag.
Bischof Hein kritisierte dabei aktuell das in Einkaufszentren in Frankfurt und Kassel geplante Mitternachtsshopping am Gründonnerstagabend. „Das sei eine bewusste Attacke auf die religiöse Kultur in Deutschland. Hier fallen um des Kommerzes willen die letzten Schranken“, kritisierte Bischof Hein.
Plakat (PDF, 1 MB)
Weitere Informationen zur Sonntagsruhe unter
Allianz für den freien Sonntag in Starkenburg (Juli 2009)
Gottesdienst
Ideen und Texte für die Gestaltung eines Gottesdienstes
Ostern
Steinacker wies darauf hin, dass der Wechsel von Feiertagen und Arbeitstagen dem Leben eine äußere und innere Struktur gebe. Der Sonntag sei als „Feier des Lebens“ nicht nur für Besucherinnen und Besucher der Gottesdienste sondern für alle wichtig. Wörtlich sagte er: „Beim Sonntagsschutz geht es nicht nur um die Bewahrung einer sozialen Institution, die für die kulturelle Qualität des Zusammenlebens wichtig ist, sondern auch um die geistigen und geistlichen Grundlagen unseres Weltverständnisses.“
Steinacker und Hein laden Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen ein, sich an der Initiative zu beteiligen, etwa durch Plakate, die an öffentlichen Stellen ausgehängt werden, durch Gottesdienste und Veranstaltungen zu dieser Thematik.
Dafür erhalten die Gemeinden in diesen Tagen zusammen mit dem Osterbrief Materialien wie Plakate, Leporellos, ein Spiralheft mit Ideen für eine angemessene Gestaltung des Sonntags. Im Internet werden auf dieser Seite im grauen Kasten und auf www.ekkw.de auch Ideen und Texte für die Gestaltung eines Gottesdienstes eingestellt.
Die Plakate heben den Sonntag aus dem Einerlei des Alltags heraus und machen deutlich, wie wertvoll es ist, dass ein Tag in der Woche aus dem Alltag herausragt und Zeit für anderes gibt.
Leporellos bieten Informationen und Argumente zum Sonntag und informieren über weitere Materialien zur Kampagne wie Tassen, Schlüsselanhänger und manches mehr.
Mit dem Spiralheft, das von der Evangelisch-lutherischen Kirche Hannovers erstellt wurde, werden konstruktive Vorschläge gemacht, wie man den Sonntag für sich alleine, mit Freunden und im Kreis der Familie als einen besonders schönen Tag gestalten und zum Höhepunkt der Woche machen kann.
Die Kampagne war von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bereits im November 2007 vorbereitet worden. Sie hat die Beschwerde der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche in Berlin gegen das dortige Ladenöffnungsgesetz begleitet, das den Sonntag aus kirchlicher Sicht nicht mehr im Sinne des Grundgesetzes schützt. Da sich die Gesetze zum Schutz der Sonn- und Feiertage in Hessen und Rheinland-Pfalz davon erheblich unterscheiden, wird die Initiative von der EKHN und der EKKW in ihrem Kirchengebiet erst jetzt und mit einem anderen Akzent umgesetzt. Sie soll hier im Bewusstsein der Bevölkerung den hohen Wert und die große Bedeutung der Sonn- und Feiertage für das Familien- und Vereinsleben sowie für die persönliche geistliche Besinnung und kulturelle Vergewisserung haben.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
Karl Waldeck, Pressesprecher EKKW
zurück | letzte Aktualisierung: 06.07.2009 | copyright by EKHN