Pressemitteilung der EKHN, Nr. 15 / 2008
Weichen stellen für die Zukunft
Kirchensynode der EKHN tritt in Frankfurt zusammen
Mitteilung vom 15. April 2008:
Kirchensynode diskutiert neue Verfassung
Frankfurt, 24. - 26. April 2008. Von Donnerstag bis Samstag tritt in Frankfurt die Zehnte Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) unter der Leitung von Präses Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer zu ihrer zehnten Tagung zusammen. Dabei wird auch Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker der Synode seinen traditionellen Bericht zur Lage von Kirche und Gesellschaft geben. Ein Schwerpunktthema der Synode ist nach Ansicht von Präses Schäfer die Debatte über eine Erneuerung der Kirchenordnung, die die verfassungsrechtliche Grundlage der EKHN darstellt. Hier werde die Synode den „vorgeschlagenen Spagat zwischen Bewahrung des historischen Erbes und den bewährten Strukturen einerseits und klarstellenden Änderungen und inhaltlicher Neuorientierung andererseits sorgfältig prüfen und bewerten müssen“. Die Leitungsstrukturen der EKHN seien in den vergangenen 60 Jahren im Wesentlichen unverändert geblieben. Dies zeuge von starker Kontinuität und gebiete „Respekt und Anerkennung vor der Leistung unserer Verfassungsväter“. Nun seien aber Reformen sinnvoll. Es gelte, die Gestaltungsfähigkeit der EKHN zu verbessern, damit diese auf die vielen Veränderungen in Zukunft flexibler reagieren könne. Die Kirche müsse angemessen auf die Menschen in ihren konkreten und verschiedenen Lebenswelten zugehen. Dem diene die Überarbeitung der Kirchenordnung, indem sie das Handeln der Kirche flexibilisiere. Schäfer wies darauf hin, dass die Revision der Kirchenordnung der letzte Schritt eines umfassenden Reformprozesses sei, mit dem sich die EKHN auf die Veränderungen in der Gesellschaft eingestellt habe.
Rücklage für Kirchengebäude, US-Partnerschaft, Flughafen, Gründonnerstag
Die Synode wird außerdem über die Situation des Gründonnerstags diskutieren, der zwar nicht als gesetzlicher Feiertag geschützt ist, nach biblischer Tradition aber als Stiftungstag des Abendmahls sowie als Abend des Verrats Jesu thematisch eine besonders ernsthafte Prägung habe. Etliche Einkaufszentren hatten den Abend in diesem Jahr für Shopping- und Erlebnis-Events genutzt. Die Synode wird auch über die Situation um den Ausbau des Flughafens Frankfurt debattieren. Sie hatte bislang stets die Einhaltung des Mediationsergebnisses befürwortet. Dieses scheint durch die aktuelle Beschlusslage unerreichbar zu sein. Am Samstag wird die Synode in einer Feierstunde eine neue Kirchenpartnerschaft für die EKHN begründen. Dazu erwartet sie eine Delegation des neuen Partners, der United Church of Christ im US-Staat New York. Bislang hat die EKHN nur Partnerkirchen in Afrika, Asien und Europa. Die Synode wird beraten, in welcher Form unerwartete Haushaltsüberschüsse zur langfristigen Erhaltung der Kirchengebäude, die für die ganze Gesellschaft einen großen symbolischen Wert haben, genutzt werden sollen.
Bericht des Kirchenpräsidenten: Zwischen Freiheit und Schicksal
Zu Beginn wird Kirchenpräsident Prof. Dr. Peter Steinacker der Synode seinen traditionellen Bericht zur Lage von Kirche und Gesellschaft geben und darin das komplizierte Verhältnis zwischen der Freiheit des Menschen zur Lebensgestaltung und einer als unverfügbar erlebten Schicksalsmacht sprechen.
Hintergrund: Synode
Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der EKHN. Sie besteht derzeit aus 161 Personen, 145 werden von den Dekanatssynoden der EKHN gewählt, zwei repräsentieren die Reformierte Stadtsynode aus Frankfurt. 14 Mitglieder wurden aufgrund ihres besonderen Sachverstands von der Kirchenleitung berufen. Zusätzlich nehmen fünf Jugenddelegierte mit Rederecht an den Sitzungen teil. Der Synode gehören ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer sowie zwei Drittel Laien an. Die Synode erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl wichtige Leitungsämter, beschließt den Haushalt und trifft wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten ihre Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit dem Präses an der Spitze. Dieses Amt hat derzeit Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer inne.
Hinweise für Redaktionen:
Die Beratungen der Synode sind öffentlich. Die Diskussionsunterlagen können Sie bei uns anfordern. Während der Synode finden Sie uns - wie gewohnt - im Pressebüro vor Ort, telefonisch erreichbar unter 069/2165-1472 oder Mobil: 0173/3286836.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 24.04.2008 | copyright by EKHN