Pressemitteilung der EKHN, Nr. 19 / 2008
EKHN-Synode lehnt Erweiterung des Frankfurter Flughafens ab
Kritik am Planfeststellungsbeschluss
Regionales Dialogforum fortsetzen
Unterstützung für Kläger
Frankfurt/Main, 25. April 2008. Die derzeit in Frankfurt tagende Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) lehnt den Ausbau des Frankfurter Flughafens ab. Sie zieht damit die Konsequenz aus dem Planfeststellungsbeschluss, den das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung am 18. Dezember 2007 veröffentlicht hatte. Die Synode kritisiert, dass darin das Ergebnis der Mediation nicht vollständig und rechtsverbindlich umgesetzt worden ist. Dies hatte die Synode mehrfach gefordert und dazu erstmals am 1. April 2000 eine Resolution verfasst, in der sie im Fall eines Ausbaus einen Anti-Lärmpakt, ein Nachflugverbot zwischen 23.00 – 5.00 Uhr sowie die Optimierung der bestehenden Kapazitäten fordert. Diese Forderungen hatte sie in den Jahren 2001 und 2007 wiederholt. Die Synode beauftragte zudem die Kirchenleitung zu prüfen, wie einzelne Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss unterstützt werden können.
Präses Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer beklagte, dass mit dem Planfeststellungsbeschluss in der jetzigen Form die Glaubwürdigkeit der politisch Verantwortlichen beschädigt werde. Diese hätten vorher immer das Mediationsverfahren und seine Ergebnisse gewürdigt und hielten sich nun selber nicht daran. Insbesondere die vielen Ausnahmen beim Nachtflugverbot sei in Teilen des Rhein-Main-Gebiets nicht zumutbar.
Arbeit des Regionalen Dialogforum weiterführen
Die Kirchensynode hat
sich dafür ausgesprochen, ein Nachfolgegremium
für das „Regionale Dialogforum“ einzurichten, in dem die
EKHN mitwirken möchte. Dort sollen die heutigen wissenschaftlichen
Erkenntnisse hinsichtlich Gesundheitsgefährdung, Nachhaltigkeit und
Verträglichkeit für die Region berücksichtigt werden. Insbesondere
sei der Schutz der bereits jetzt in vielen Gemeinden unter unzumutbarem
Lärm leidenden Menschen vorrangig einzufordern.
Direkter Kontakt Pressebüro Synode: 069 2165 1472
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 25.04.2008 | copyright by EKHN