Pressemitteilung der EKHN, Nr. 28 / 2008
Drei Kandidaten für die Wahl zum Kirchenpräsidenten
Kirchensynodalvorstand nominiert Diakonie-Vorsitzenden Wolfgang Gern, Dekan Volker Jung und Propst Sigurd Rink
Darmstadt, 12. Juni 2008. Der Kirchensynodalvorstand der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Donnerstag in Darmstadt den Vorstandsvorsitzenden des Diakonischen Werks der EKHN Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, den Dekan des Dekanats Vogelsberg Pfarrer Dr. Volker Jung und den Propst für Süd-Nassau Pfarrer Dr. Sigurd Rink als Kandidaten für das Amt des Kirchenpräsidenten der EKHN benannt und diese Entscheidung den Mitgliedern der Kirchensynode mitgeteilt. Der Nachfolger des Ende des Jahres aus Altersgründen aus dem Amt scheidenden Kirchenpräsidenten Prof. Dr. Peter Steinacker soll am 27. September 2008 in Frankfurt am Main durch die Kirchensynode gewählt werden. Dabei hat die Kirchensynode das Recht, über den Wahlvorschlag des Kirchensynodalvorstands hinaus weitere Kandidatinnen oder Kandidaten zu benennen. Vor dem Wahltermin ist außerdem eine Vorstellungsrunde der Kandidaten in den Propsteiversammlungen der Synode vorgesehen.
Präses Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer sagte, das Einvernehmen mit dem synodalen Benennungsausschuss sei „in großer Einmütigkeit“ zustande gekommen. „Wir präsentieren drei profilierte Kandidaten, die sich in unserer Landeskirche gut auskennen und deren Arbeit hoch geschätzt wird. Sie verfügen alle über Erfahrung in der Gemeindearbeit und stehen seit Jahren in herausgehobener Leitungsverantwortung in unserer Kirche. Wir können uns glücklich schätzen, dass wir sie für die Kandidatur haben gewinnen können“, sagte Schäfer. Die Amtszeit des neuen Kirchenpräsidenten beginnt am 1. Januar 2009.
Dr. Wolfgang Gern
Wolfgang Gern wurde 1951 in Berlin (West) geboren und wuchs in Berlin-Lichterfelde auf. Nach dem Abitur studierte er von 1971 bis 1977 Evangelische Theologie in Berlin und Heidelberg. 1973/74 arbeitete er für 13 Monate im Auftrag von Brot für die Welt als Flüchtlingshelfer in Laos und Kambodscha. Nach dem Examen studierte er 1978 als Stipendiat des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) in Bangalore/Südindien. 1979 wurde Gern wissenschaftlicher Assistent an der Universität Heidelberg und promovierte. 1985 trat er in Hirschhorn am Neckar das Lehrvikariat an. Zugleich arbeitete er als Hochschulassistent am Lehrstuhl für Religionsgeschichte und Missionswissenschaft in Heidelberg. Von 1990 bis 1996 war Gern Gemeindepfarrer in Reichelsheim/Odenwald und Dekanatsbeauftragter für Ökumene. Anschließend übernahm er die Leitung des Seminars für kirchlichen Dienst in der Industriegesellschaft im Mainzer Zentrum der Gossner Mission. Seit Mai 2000 ist Gern Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau, das Träger von 19 regionalen diakonischen Werken ist und dem 257 Mitglieder angehören. Er ist Sprecher der Nationalen Armutskonferenz und gehört dem Integrationsbeirat der Hessischen Landesregierung sowie dem Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks an. Gern ist Mitglied des Diakonischen Rates des DW EKD sowie der Kirchensynode der EKHN. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.
Dr. Volker Jung
Volker Jung wurde 1960 in Schlitz geboren. Nach seiner Schulzeit in Schlitz und Lauterbach begann er 1979 das Studium der Evangelischen Theologie in Bielefeld-Bethel, Heidelberg und Göttingen. 1985 schloss er mit dem ersten Theologischen Examen ab und arbeitete bis 1990 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen.1991 begann er sein Lehrvikariat in Alsfeld und legte 1993 das Zweite Theologische Examen ab. Dann wirkte er als Pfarrvikar in der Kirchengemeinde Stumpertenrod sowie als Beauftragter für Erwachsenenbildung im Dekanat Alsfeld. 1997 übernahm Jung eine Pfarrstelle in Lauterbach. 1998 promovierte er zum Dr. theol.. Im gleichen Jahr wurde er zusätzlich zum Pfarramt als Dekan des Dekanats Lauterbach gewählt, ab Januar 2000 wurde er Dekan des Dekanats Vogelsberg und blieb zugleich Pfarrer in Lauterbach. In der Region des Dekanates engagiert sich Jung in zahlreichen Bereichen wie der Notfallseelsorge, der Diakoniestation, dem Stiftungsrat des Eichhof-Krankenhauses und der Lauterbacher Tafel. Jung ist Mitbegründer der Initiative „Gesicht zeigen gegen Gewalt“ im Vogelsberg. Er ist Autor von Verkündungssendungen im Hessischen Rundfunk. Seit 2004 gehört Jung der Kirchensynode an und ist darin Mitglied im Rechtsausschuss. Außerdem ist er stellvertretender Vorsitzender der Dienstkonferenz der Dekaninnen und Dekane. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Dr. Sigurd Rink
Sigurd Rink wurde 1960 in Frankfurt am Main geboren. Nach dem Abitur wirkte er 1979 zunächst in einem Projekt für den Internationalen Versöhnungsbund / pax christi in Nordirland mit. 1980 begann er das Studium der evangelischen Theologie in Marburg, Heidelberg und München. An das Erste Theologische Examen schloss er 1987 das Vikariat in Usingen/Taunus an. Danach wurde er dort Gemeindepfarrer. 1993 promovierte Rink an der Universität Giessen zum Dr. theol. und wechselte auf die Pfarrstelle in Königstein-Falkenstein. Berufsbegleitend absolvierte er von 1994 bis 1996 den Studiengang Öffentlichkeitsarbeit des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik GEP mit Abschluss Kommunikationswirt. 1998 wurde er persönlicher Referent und Pressesprecher des Kirchenpräsidenten. Im März 2002 wählte ihn die Kirchensynode als Propst für Süd-Nassau. Rink ist Vorsitzender der Konvente der Akademie Arnoldshain und Vizepräsident des Evangelischen Bundes in Bensheim. Er ist Theologischer Berater des Arbeitskreises evangelischer Unternehmer AEU und hat einen Lehrauftrag für Theologische Ethik an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt EFHD. Er leitet das Evangelische Flughafengespräch und gehört dem Regionalen Dialogforum Flughafen an. 2007 wurde Rink vom bundesweiten evangelischen „Netzwerk Kirchenreform“ als Moderator berufen. Rink ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
Fotohinweis
Fotos von Dr. Wolfgang Gern, Dr. Volker Jung und Dr. Sigurd Rink können heruntergeladen werden (bitte auf die Namen klicken) oder per angefordert werden.
Hintergrund: Synode
Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der EKHN. Sie besteht derzeit aus 161 Personen, 145 werden von den Dekanatssynoden der EKHN gewählt, zwei repräsentieren die Reformierte Stadtsynode aus Frankfurt. 14 Mitglieder wurden aufgrund ihres besonderen Sachverstands von der Kirchenleitung berufen. Zusätzlich nehmen fünf Jugenddelegierte mit Rederecht an den Sitzungen teil. Der Synode gehören ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer sowie zwei Drittel Laien an. Die Synode erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl wichtige Leitungsämter, beschließt den Haushalt und trifft wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten ihre Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit dem Präses an der Spitze. Dieses Amt hat derzeit Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer inne.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 24.09.2008 | copyright by EKHN