Pressemitteilung der EKHN

24. September 2008

Kopsch: „Gewaltfreies Handeln ist christliches Friedenszeugnis“

 

Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer verleiht Friedrich Siegmund-Schultze Förderpreis

 

Höchst im Odenwald, 24. September 2008. Im Kloster Höchst, einem Tagungshaus der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), wurde am Mittwoch der Friedrich Siegmund-Schultze Förderpreis für gewaltfreies Handeln verliehen. Den mit je 3.000 Euro dotierten Preis sprach die bundesweit tätige Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK) dem Verein "Dorf der Freundschaft in Vietnam e.V." mit Sitz in 74357 Bönnigheim-Hofen und der Initiative zur Beratung und Unterstützung US-amerikanischer Soldaten "Military Counseling Network (MCN)" mit Sitz in 69245 Bammental zu.

In einem Grußwort zur Preisverleihung würdigte die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten der EKHN Cordelia Kopsch die beiden Initiativen. Sie bezeichnete gewaltfreies Handeln, für das sich die beiden Initiativen einsetzten, als „notwendigen Ausdruck des christlichen Friedenszeugnisses“. Dabei wies sie darauf hin, dass die EKHN als erste evangelische Landeskirche in der Bundesrepublik bereits 1960 eine Stelle für Seelsorge an Kriegsdienstverweigerern einrichtete und damit Beratungsaufgaben in ganz Deutschland übernahm. Kopsch versprach, dass diese Arbeit derzeit zwar einen anderen Zuschnitt erhalte aber als „wichtiges Element erhalten“ bleibe. Wichtige Aspekte seien dabei die Förderung ziviler Konfliktbearbeitung, die kritische Beobachtung von Rüstungsexporten sowie friedensethische Fragen.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK) mit Sitz in Bremen verlieh 2008 zum siebten Mal den Friedrich Siegmund-Schultze Förderpreis für gewaltfreies Handeln. Er erinnert an das friedens- und sozialethische Wirken des evangelischen Theologen und Ökumenikers Friedrich Siegmund-Schultze (1885-1969). Das Preisgeld wird aus Spenden gebildet.

Der Preis will laut Stiftungsbegründung „gute Taten in Sachen Friedensstiftung aufspüren und Aufmerksamkeit auf Initiativen oder Personen lenken, die Widerstand gegen Gewalt praktizieren und zum Friedenshandeln ermutigen.“ Als Christen und als Teil der Gesamtkirche wollen die Stifter „Beispiele für vorbildliches, überzeugendes Bemühen um konsequent friedliche Streitbeilegung und gewaltfreies Handeln auszeichnen“.

Das prämierte Dorf der Freundschaft nahe Hanoi/Vietnam haben 1998 us-amerikanische Kriegsveteranen von Deutschland aus initiiert. Es bietet Opfern des Vietnamkriegs eine neue Heimat. In dem Dorf leben 160 Menschen, davon 120 Kinder und Jugendliche. Weitere Informationen unter www.dorfderfreundschaft.de, Telefon: 07143-24891.

Das Military Counseling Network (MCN) ist in Deutschland auf Initiative des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees und der Initiative Connection e.V. im Jahr 2003 entstanden. Es berät Soldatinnen und Soldaten, die aus Gewissensgründen den Dienst in der US-Armee beenden wollen. Ihre Lage ist problematisch, da die Militärdienstverweigerung aus Gewissensgründen in den USA nicht als Grundrecht, sondern in einem komplizierten Verfahren geregelt ist, das militärischem Einfluss unterliegt. Weitere Inforationen unter www.mc-network.de, Tel.: 06223-47506 oder 0172-9866733

Weitere Informationen über die Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Betreuung der Kriegsdienstverweigerer (EAK): Wachmannstraße 65, 28209 Bremen, Tel.: 0421/34 40 37; E-mail: eak-brd@t-online.de; www.eak-online.de

Förderpreis-Konto: EAK, Kto.-Nr. 110 65 66 Sparkasse Bremen (BLZ) 290 501 01

gez: Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher EKHN