Pressemitteilung der EKHN, Nr. 54

23. Dezember 2008

Die Friedenskraft Gottes ist in der Welt


Kirchenpräsident Steinacker kritisiert Rüstungsproduktion

Darmstadt, 23. Dezember 2009. In einem Gottesdienst für die Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) am Dienstag in Darmstadt hat Kirchenpräsident Dr. Peter Steinacker die Produktion und Verwendung von Rüstungsgütern - insbesondere Made in Germany - kritisiert. Zugleich zeigte er sich optimistisch, dass die Friedensbotschaft des Weihnachtsfestes die Welt zum Guten hin verändert habe und weiterhin verändere. In seiner Predigt betonte er die „Kraft der Heiligen Nacht“. Wörtlich sagte er: „Eine Welt ohne Gott bleibt wie sie ist. Aber Gott ist wieder in der Welt, in Jesus Christus hat er mitten unter den Menschen Wohnung genommen. Das kann uns Mut und Zuversicht geben im Blick auf die schwierigen Zeiten, die vor uns liegen.“

Die Werte des Lebens haben sich verwandelt

Steinacker führte in seiner Predigt aus: „Etwas ist anders geworden in der Welt, seit Jesus Christus im Stall von Bethlehem geboren wurde. Die Werte des Lebens haben sich verwandelt.“ In Anlehnung an ein Bild des Propheten Sacharja erläuterte Steinacker, dass der Glanz Gottes nicht mehr auf dem bereiten Kriegsbogen und den funktionstüchtigen Streitwagen liege sondern auf dem zerbrochenen Bogen und den unbrauchbaren Streitwagen. Allerdings gebe es nach wie vor viele Rüstungsgüter. Viele davon würden in Deutschland produziert. Und etliches davon käme auch zur Anwendung. Steinacker räumte ein, dass „die Kraft der Heiligen Nacht noch nicht endgültig die „Flügel des Friedens“ gebracht habe. Doch gebe es in der Geschichte bis heute Beispiele für die Friedenskraft Gottes.

Offener Umgang mit AIDS in Afrika/Waffenruhe in der Kaschmir-Region

Als Beispiele nannte Steinacker den Umgang vieler afrikanischer Länder mit AIDS und den Waffenstillstand in Kaschmir. Beim Besuch der Partnerkirche der EKHN in Tansania habe er deutlich gespürt, dass dort mittlerweile viel offener mit der Krankheit umgegangen werde. Aufklärung und bessere ärztliche Betreuung begännen zu wirken und das Leben der Menschen zu verbessern. Als zweites Beispiel nannte Steinacker die Kaschmir-Region, wo die EKHN ebenfalls eine Partnerkirche hat. Bei seinem Besuch vor wenigen Jahren habe er dort noch regelmäßig Maschinengewehrfeuer gehört. Nun nicht mehr. Die dortige kleine evangelische Gemeinde betreibe eine hochgeachtete Schule, die inmitten der politischen Wirren für Kinder aller Religionsgruppen die Idee der Versöhnung und des friedlichen Zusammenlebens vermittele. Darin zeige sich Gottes Wirken, „der Glanz seines Erbarmens und seiner Liebe“.


Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher EKHN