Pressemitteilung der EKHN / 2009

18. März 2009

 

Abschied von Pfarrer Horst Symanowski

Trauerfeier für den Gründer der Mainzer Gossner Arbeit am Mittwoch in Mainz

 

Mainz, 25. März 2009. Die Trauerfeier für Pfarrer Horst Symanowski findet am Mittwoch, den 25. März 2009, um 11 Uhr in der Auferstehungskirche, Am Fort Gonsenheim 151, in Mainz statt. Der Propst für Rheinhessen Dr. Klaus-Volker Schütz und Pfarrerin i.R. Sibylle Meisenzahl-Michel, eine Weggefährtin des Verstorbenen, werden die Trauerfeier halten.

Horst Symanowski war in der Nacht vom 12. auf den 13. März in Mainz im Alter von 97 Jahren gestorben. Er war Gründer der Gossner Arbeit in Mainz, der er als „Seminar für Kirchlichen Dienst in der Industriegesellschaft“ einen neuen Arbeitsschwerpunkt gab. Sein Anliegen war es, das distanzierte Verhältnis zwischen Kirche und Arbeitswelt zu verbessern. Symanowski trug zudem den von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem verliehenen Ehrentitel „Gerechter der Völker“, da er während des Dritten Reiches als Teil eines Netzwerkes der „Bekennenden Kirche“ in Ostpreußen Juden versteckt und damit vor dem Tod bewahrt hatte.

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung würdigte Symanowski als „gläubigen Protestanten, der in seinem Glauben die Freiheit zu eigenem Denken, die Sicherheit klarer evangelischer Kriterien und die Kraft zu unerschrockenem Handeln gefunden hat“. Er habe Generationen von jungen Theologen durch Industriepraktika und Halbjahresseminare für den tiefen Graben zwischen Kirche und Arbeitswelt sensibilisiert.

Zur Person Horst Symanowski

Horst Symanowski wurde am 8. September 1911 in Nikolaiken/Ostpreußen (heute Polen) geboren. In der NS-Zeit fand er als Pfarrer der Bekennenden Kirche eine Anstellung bei der Gossner Mission und knüpfte Kontakte zu Menschen, die bereit waren, Juden zu verstecken. Nach dem Krieg wechselte Symanowski in das Rhein-Main- Gebiet. 1948 gründete er mit Partnern aus der weltweiten Ökumene das Gossnerhaus in Mainz-Kastel und entwickelte es ab 1971 in Mainz weiter. Statt ein Studentenwohnheim für zukünftige Missionare aufzubauen, entdeckte er die Menschen in der Industrie, zu denen die Kirche damals kaum Kontakte hatte. Fortan organisierte er diese Kontakte. Lange eigene Arbeitsphasen in der Industrie brachten ihm den Beinamen „Zementpfarrer“ ein. Seine Pionierarbeit an der Schnittstelle zwischen Kirche und Arbeitswelt ist international vielfach aufgegriffen, anerkannt und gewürdigt worden. Seit 2001 führt das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung sowohl den Standort in Mainz als auch das Profil der früheren Arbeit Symanowskis und der Gossner Mission weiter.

Darmstadt, den 18. März 2009


gez: Pfarrer Stephan Krebs, Öffentlichkeitsarbeit der EKHN