Pressemitteilung der EKHN, Nr. 23 / 2009
„Kraft um Leid mit Hoffnung und Würde zu tragen“
Kirchenpräsident Jung predigte am Karfreitag in Herborn
Herborn, 10. April 2009. „Unter dem Kreuz von Jesus Christus können Menschen die Nähe Gottes erfahren und getröstet werden.“ Darauf hat Kirchenpräsident Dr. Volker Jung in seiner Karfreitagspredigt hingewiesen, die er am Freitag in der Stadtkirche Herborn hielt. Jung erinnerte an die Menschen, die zeitgleich in Winnenden zusammenkamen, um im Gottesdienst m Karfreitag den „eigenen Schmerz über den furchtbaren Amoklauf mit Gott zu teilen“. Er bezog auch die Erbebenopfer in Italien in seine Predigt ein. Das Land bete mit Blick auf das Kreuz für die Verstorbenen und die Menschen, die jetzt Hilfe brauchten. Auf das Kreuz Christi richte sich der Blick von Menschen, die einen Verlust betrauern, die um ihre Existenz fürchten, die Unrecht erlitten haben, die schuldig geworden sind oder die dem Tod ins Auge schauen. Wörtlich sage Jung: „Abschiedsschmerz und Trauer können so schwere Kreuze sein. Aber im Blick auf das Kreuz von Jesus Christus haben Menschen immer wieder Kraft gefunden, eigenes unabänderliches Leid mit Hoffnung und Würde zu tragen. Das Kreuz ist der Ort, den Gott uns für all diese Gedanken und Gebete gegeben hat. Der Punkt in der Weltgeschichte, an dem wir Halt suchen und finden können. Denn am Kreuz hat Gott selbst alle menschliche Verzweiflung geteilt und damit neue Hoffnung geschenkt.“
Denen, die Christus folgen, kann das Leiden anderer nicht egal sein
Jung erläuterte, unter dem Kreuz Christi habe die christliche Gemeinde begonnen zu existieren, denn die Menschen, die sich dort versammelten, hätten ihr Leiden miteinander geteilt und gemeinsam getragen. „Weil Christus Leiden auf sich genommen hat, kann denen, die ihm folgen, das Leiden anderer nicht egal sein“. Vom Kreuz gehe deshalb auch die Botschaft aus, „in menschlicher Solidarität für Gerechtigkeit und Frieden einzustehen“.
Der Ostermorgen veranschaulicht das neue Leben, das Gott schenkt
Indem Christus die Schwelle des Todes überschreite, habe er für sich und die Seinen den Himmel geöffnet. predigte Jung. „Der Ostermorgen mit seiner Auferstehung veranschaulicht das neue Leben, das Gott schenkt.“ Das habe schon viele Menschen im Tod getragen. „Vom Kreuz Christi geht Gotteskraft aus.“, sagte Jung.
Darmstadt, 9. April 2009
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