Pressemitteilung der EKHN, Nr. 38 / 2009
Die Debatte um den Kulturpreis ist Dialog
Kirchenpräsident Jung begrüßt Entscheidung des Kuratoriums für einen neuen Gesprächsanlauf
Darmstadt, 18. Mai 2009. Kirchenpräsident Dr. Volker Jung hat die Entscheidung des Kuratoriums des Hessischen Kulturpreises zu einem Moratorium bei der Preisvergabe begrüßt. Die Verschiebung der Preisverleihung auf Herbst gebe allen Beteiligten Zeit zu genau dem Dialog, für den der Preis vergeben werden soll. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die nun entbrannte Debatte den interreligiösen Dialog nicht nachhaltig behindere, sondern vielmehr ein Teil dieses Dialogs sei und ihn letztlich voranbringe. Die EKHN werde weiterhin ihren Teil dazu beitragen. Ausdrücklich würdigte Jung die verschiedenen Beiträge der Betroffenen in diesem Dialog. Der Schriftsteller Navid Kermani, dessen Preiswürdigkeit in Zweifel gezogen worden war, bleibe darin für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) „ein interessanter und kompetenter Gesprächspartner“. Jung betonte, dass die EKHN unter der Führung seines Amtsvorgängers Peter Steinacker den interreligiösen Dialog intensiv geführt und vorangebracht habe.
Nachhaltige Verdienste um den Dialog
Jung unterstrich Steinackers Verdienste im interreligiösen Dialog. Er habe bereits vor vielen Jahren als einer der ersten erkannt, dass dieser Dialog eine elementare Herausforderung und Aufgabe für die Gesellschaft in Deutschland sei. Steinacker habe sich selbst durch intensives Islam-Studium tief in die Materie eingearbeitet und den Dialog auf Augenhöhe eingefordert. Er habe Muslime also als Gesprächspartner ernst genommen zu einer Zeit, als diese noch weithin als Adressaten für Hilfs- und Integrationsangebote gesehen wurden. Das Thema interreligiöser Dialog habe Steinacker in die EKHN strukturell implantiert.
Wie vielschichtig und gefährdet der interreligiöse Dialog sei, habe sich nun nicht zum ersten Mal gezeigt.
Jung wies darauf hin, dass sich der Kulturpreis an die Person Peter Steinacker richte und sein Lebenswerk für den interreligiösen Dialog ehren wolle. Deshalb überdehnten Kommentare, die seine Ablehnung vor dem Hintergrund des Staat-Kirche-Verhältnisses interpretierten oder gar die Dialogunfähigkeit der Religionen behaupteten, den Sachverhalt.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 20.05.2009 | copyright by EKHN