Pressemitteilung der EKHN / 2009
Deutlicher Anstieg bei Briefwahl
Erste Ergebnisse zur Kirchenwahl liegen vor
Darmstadt, 21. Juni 2009. In den 1182 Gemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind am Sonntag die Kirchenvorstände neu gewählt worden. Die Ergebnisse beziehen sich auf die Kirchengemeinden vor Ort und sind dort zu erfahren. Eine repräsentative Hochrechnung des Referenten für Statistik und Sozialforschung der EKHN Franz Grubauer mit den Ergebnissen von 60 ausgewählten Kirchengemeinden am Wahlabend lässt aber bereits einige gesicherte Aussagen über allgemeine Ergebnisse und EKHN-weite Trends der Wahl zu.
Wahlbeteiligung leicht gestiegen/Briefwahl stark gestiegen
Entgegen dem Trend bei politischen Wahlen konnte die Kirche einen leichten Anstieg der Wahlbeteiligung verzeichnen. Sie ist von 21,1 im Jahr 1997, über 19 Prozent im Jahr 2003 auf 20,2 Prozent gestiegen. Dabei gab es deutliche regionale Unterschiede.
Wie bei den Wahlen zuvor war die Wahlbeteiligung in ländlichen und kleinen Gemeinden deutlich höher als in größeren und städtischen Gemeinden. Deutlich gestiegen ist der Anteil der Briefwähler. 1997 wählten 16,2 Prozent per Briefumschlag, 2003 waren es 18 Prozent. Am Sonntag nutzten 27 Prozent diese Möglichkeit.
Kontinuität gewahrt, auch viele jüngere Gewählte
Waren bei der Wahl im Jahre 2003 zu zwei Dritteln (64 Prozent) Kandidatinnen und Kandidaten gewählt, die bereits dem letzten Kirchenvorstand angehört hatten, so lag bei der aktuellen Wahl der Anteil der neu Gewählten bei 40,3 Prozent. Der Anteil der Frauen stieg von 52,3 Prozent im Jahr 1997, über 53 Prozent im Jahr 2003 auf über 58 Prozent.
Altersgruppen
Unter den gewählten Kandidatinnen und Kandidaten sind 5,9 Prozent zwischen 14 und 30 Jahren, 42,3 Prozent sind zwischen 30 und 50 Jahre alt, weitere 46,7 Prozent sind zwischen 50 und 70 Jahre alt und 5,1 Prozent sind über 70 Jahre alt.
Kirchenpräsident: Mitarbeit Zehntausender Ehrenamtlicher ist ein großer Schatz
Der Kirchenpräsident der EKHN, Dr. Volker Jung, dankte allen Wahlhelferinnen und -helfern für ihr Engagement sowie allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Den Gewählten gratulierte er und wünschte ihnen ein gutes Gelingen und Gottes Segen für ihre Arbeit. Wörtlich sagte Jung: “Dass so viele Menschen bereit sind, in unserer Kirche ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen, ist Grund zu großer Dankbarkeit. Für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau heiße ich sie alle von Herzen willkommen. Die Mitarbeit Zehntausender Ehrenamtlicher ist ein großer Schatz unserer Kirche, und unter ihnen nehmen die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher eine ganz besondere Stellung ein.“ Erfreut zeigte sich Jung über die gute Mischung aus Wiedergewählten und Neugewählten. Eine gute Arbeit in der Gemeindeleitung brauche die richtige Mischung aus der Kontinuität, die erfahrene Mitglieder einbringen, und aus neuen Ideen nachrückender jüngerer Kandidaten. In den Händen der neuen Kirchenvorstände liege es nun, „ in den Gemeinden dem Glauben an das Evangelium von Jesus Christus Gestalt zu geben und evangelisches Profil unverwechselbar deutlich werden zu lassen.“
Hintergrundinformationen
Zu wählen waren waren in der EKHN circa 13.500 Kirchenvorstandsmitglieder, die ab 31. Oktober 2009 für sechs Jahre die Verantwortung für ihre Kirchengemeinde mit übernehmen. Die Anzahl der Mandate liegt zwischen vier und 21, je nach der Größe der Gemeinde. In der EKHN ist der Kirchenvorstand das oberste Leitungsorgan der Kirchengemeinde. Er vertritt sie in geistlichen und rechtlichen Fragen, wählt Pfarrerinnen und Pfarrer, ist gemeinsam mit haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden für das Gemeindeleben verantwortlich, beschließt den Haushalt und verwaltet die Finanzen.
Wahlberechtigt waren alle Kirchenmitglieder, die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet hatten und seit mindestens drei Monaten einer Gemeinde angehören. Von den 1,78 Millionen Kirchenmitgliedern der EKHN trifft dies auf über 1,5 Millionen Personen zu.
Die neu gewählten Kirchenvorstände werden am Reformationstag, dem 31. Oktober, in ihre Ämter eingeführt. Sie wählen ihrerseits die Dekanatssynoden, aus denen dann durch Wahl die Kirchensynode der EKHN als das höchste maßgebende Organ der EKHN hervorgeht. Diese wird sich im Frühjahr 2010 neu konstituieren.
Foto-Hinweis:
Eine Photo des Kirchenpräsidenten Dr. Jung bei seiner Stimmabgabe können Sie kostenfrei hier im JPG-Format herunterladen.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 22.06.2009 | copyright by EKHN


