Pressemitteilung der EKHN / 2009

21. August 2009

Mehr Erzieherinnen, mehr Einnahmen und 100.000 Gottesdienste

EKHN legt Jahresbericht 2008/2009 vor


Jahresbericht
Quelle: EKHN
Der Jahresbericht veranschaulicht das vielfältige Engagment in der EKHN

Darmstadt, 21. August 2009. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat ihren Jahresbericht 2008/2009 vorgelegt. Er kann per oder per Fax unter 06151/405-441 kostenlos angefordert werden. Im Internet ist er unter www.ekhn.de/jahresbericht zu finden. Der 80 Seiten starke Bericht bietet anhand von Reportagen, Bildern und Zahlen Einblicke in die vielfältigen Wirkungsbereiche der EKHN mit ihren 1.174 Gemeinden in 48 Dekanaten und fünf Fachzentren.

Schwerpunktthema des aktuellen Berichts ist die Zusammenarbeit der EKHN mit anderen gesellschaftlichen Organisationen. Sie reichen von örtlichen Vereinen über staatliche Organe bis hin zu Landesregierungen, von Bürgerinitiativen bis zu Gewerkschaften und Wirtschaftsunternehmen.

Kraftquelle Religion einbeziehen

Kirchenpräsident Dr. Volker Jung bezeichnet in seinem ersten Vorwort für einen solchen Jahresbericht Religion als „eine große potenzielle Macht“. Sie könne zum Leben helfen und großartige soziale Initiativen ergreifen aber auch gefährliche Züge entfalten. Religion präge das Menschen- und das Weltbild entscheidend mit. Deshalb, so schreibt Jung, „hängen auch die Gesellschaft und die Religion auf komplexe Weise zusammen ohne identisch zu sein.“ Deutschland habe einen guten Weg gefunden, Staat und Kirche von einander zu trennen und gleichzeitig die religiösen Institutionen in die Gesellschaft einzubinden. Wörtlich schreibt Jung: „Eine Gesellschaft tut sich keinen Gefallen, wenn sie die Kraftquelle Religion nicht einbezieht und sich selbst überlässt.“ Der Jahresbericht zeige dagegen beispielhaft, wie vielfältig die EKHN in die Gesellschaft einbezogen sei.

1,77 Millionen Mitglieder

Dem Bericht zufolge reduzierte sich die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr um 12.556 auf 1.766.103. Gründe dafür sind die negative Bevölkerungsentwicklung und ein Überhang an Kirchenaustritten gegenüber Eintritten. Im Jahr 2008 wurden in der EKHN 14.536 Menschen getauft und 21.643 bestattet. 12.766 Austritten stehen 4.095 Eintritte gegenüber.

70.000 Ehrenamtliche und erstmals über 5.000 Erzieherinnen

Im Jahr 2008 engagieren sich knapp 70.000 Menschen ehrenamtlich in der EKHN, zwei Drittel davon sind Frauen. Zusätzlich zum Pfarrdienst standen 20.276 Menschen auf der Gehaltsliste der EKHN, davon 11.849 mit mindestens einer halben Stelle. Größte und wachsende Berufsgruppe sind weiterhin hin die 5.033 Erzieherinnen, deren Zahl erstmals die 5.000er-Marke überstieg. Im abgelaufenen Jahr hielt die EKHN 1.550 Pfarrstellen vor, davon 1.034 in Kirchengemeinden, die anderen sind zum Beispiel im Schuldienst oder in der Spezialseelsorge angesiedelt.

Über 1000 Kirchen unter Denkmalschutz

Stabil geblieben ist der Gebäudebestand. Insgesamt gehören der EKHN 4224 Gebäude, davon sind 1287 Kirchen, von denen 90 Prozent als Kulturgut unter Denkmalschutz stehen. Darin wurden über 100.000 Gottesdienste gefeiert.

Rekordeinnahme vor Einbruch der Wirtschaftskrise

Der Bericht enthält eine Übersicht über Einnahmen und Ausgaben des Haushalts 2008 sowie die Planzahlen für 2009. Daran wird deutlich, wie dramatisch sich der Einbruch in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise vollzieht. Von der Krise noch unbelastet endete das Jahr 2008 für die EKHN mit unerwarteten Rekordeinnahmen in Höhe von 460,6 Millionen Euro durch die Kirchensteuer, die mit 80 Prozent die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der EKHN ist. Das bedeutete einen Zuwachs gegenüber 2007 um knapp neun Prozent. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen der EKHN im Jahr 2008 auf 576, 6 Millionen Euro. Das laufende Jahr wird dagegen massiv von den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt. Die EKHN erwartet Einbußen bei der Kirchensteuer um 10 Prozent. Sie sollen überwiegend aus den Rücklagen gedeckt werden.

Der Jahresbericht enthält viele weitere Zahlen und Informationen unter anderem über Kindertagesstätten, Religionsunterricht, diakonische Einrichtungen, evangelische Rundfunksendungen und Kirchenmusik.

Verschiedene Aspekte des Frankfurter Flughafens greifen die Kapitel über den Flughafenausbau, die Abschiebebeobachtung und die Betriebsseelsorge auf.

 

Darmstadt, 21. August 2009

 

Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher