Pressemitteilung der EKHN / 2009
„Verantwortlicher Umgang mit Religion ist von allgemeinem Interesse“
Kirchenpräsident würdigt zum Beginn des Schuljahres die Arbeit der Religionslehrerinnen und -lehrer
Für islamischen Unterricht zu gleichen Bedingungen
Darmstadt, 24. August 2009. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Dr. Volker Jung hat sich zum Beginn des Schuljahres in einem Brief an die circa 7200 Lehrkräfte für den evangelischen Religionsunterricht im Gebiet der EKHN gewandt. Die Debatte um das Fach Religion in Berlin und die Frage nach der Einführung eines Islamischen Religionsunterrichtes zeigten, dass in der Gesellschaft derzeit über die Bedeutung des Religionsunterrichtes neu nachgedacht werde. Wörtlich formuliert Jung: „Es ist gut, dass Staat und Kirche getrennt sind." Jung ergänzt aber, „dass Religion nicht allein Privatsache sein darf.“ Deshalb sei es wichtig, dass der Staat mit dem Religionsunterricht den Religionen einen Platz im Unterricht der Schule einräume. Damit werde anerkannt, dass „Religion ein Teil der Wirklichkeit ist und dass ein verantwortlicher Umgang mit Religion von allgemeinem Interesse ist“.
Deshalb sei die EKHN froh darüber, dass in den Bundesländern ihres Kirchengebietes, in Hessen und in Rheinland-Pfalz, der Religionsunterricht in den Schulen ordentliches Lehrfach sei. Wörtlich schreibt Jung weiter: „Wir befürworten auch die Einführung eines Islamischen Religionsunterrichtes an unseren Schulen, sofern er die gleichen Bedingungen erfüllt.“ Dazu zählten Lehrpläne, die mit einer autorisierten islamischen Institution vereinbart sind, die Unterrichtssprache Deutsch und in Deutschland akademisch ausgebildete Lehrkräfte.
Hohe fachliche Kompetenz und persönliche Integrität verlangt
Jung bekundet „großen Respekt“ vor der Arbeit im Religionsunterricht. Den Lehrkräften schreibt er: „Sie stellen sich damit nicht nur besonders anspruchsvollen Themen sondern auch existenziell wichtigen Lebensfragen ihrer Schülerinnen und Schüler. Sie vermitteln nicht nur Wissen sondern Sie begleiten auch junge Menschen auf ihrem manchmal schwierigen Weg durch das Leben. Das verlangt von Ihnen sowohl eine hohe fachliche Kompetenz als auch eine persönliche Integrität ab. Jede Klasse und jede Stunde stellen Ihnen immer neue Herausforderungen.“ Jung wies auf die Unterstützung hin, die die EKHN für den Religionsunterricht mit dem Beratungs- und Fortbildungsangebot der Religionspädagogischen Ämter und des Religionspädagogischen Zentrums in Schönberg leiste.
31.000 Religionsstunden pro Woche
Wie die EKHN in ihrem soeben erschienen Jahresbericht 2008/2009 bilanziert, wurden im Jahr 2008 im Gebiet der EKHN an 1.617 Schulen pro Woche etwa 31.000 Stunden evangelischer Religionsunterricht erteilt. Damit waren 5.961 Lehrerinnen und Lehrer, 1.193 Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer sowie 188 Schulpfarrerinnen und -pfarrer beauftragt. Von den Letztgenannten haben 56 auch einen Zusatzauftrag für Schulseelsorge.
Der 80 Seiten starke Jahresbericht kann kostenlos unter info@ekhn.de oder Fax 06151/405-441 angefordert werden. Er bilanziert viele Arbeitsbereiche und die Finanzlage der EKHN.
Darmstadt, 24. August 2009
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 24.08.2009 | copyright by EKHN