Pressemitteilung der EKHN / 2009
„Wichtiges Zeichen der Hoffnung“
Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten Kopsch bilanziert Reise mit EKD-Delegation nach Nord- und Südkorea
„Unser Besuch in Nord- und Südkorea war ein wichtiges Zeichen der Hoffnung auf eine Annäherung der beiden Staaten – ein Besuch zur richtigen Zeit“, so bilanzierte die Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch ihre Reise mit einer EKD-Delegation unter Leitung des Ratsvorsitzenden Bischof Wolfgang Huber, die am Montagabend zu Ende ging. Kopsch wies darauf hin, dass die jahrelangen verlässlichen und intensiven Beziehungen der EKHN zu ihrer koreanischen Partnerkirche – der Presbyterian Church in the Republic of Korea - viel dazu beigetragen hätten, die Kontakte zu vertiefen. „Wir hoffen, dass die Tür zwischen Nord und Süd durch unsere Besuche immer ein wenig weiter geöffnet wird“, sagte sie wörtlich bei ihrer Rückkehr. Die Kirchenvertreter in Nord- und Südkorea hätten sehr aufmerksam und dankbar registriert, dass die EKD-Delegation zum 20. Jahrestag des Mauerfalls zu ihnen gekommen sei und damit die Hoffnung auf eine Annäherung nähren wollte.
Ein tiefer Riss durch das Land
Es sei sehr beeindruckend gewesen, von beiden Seiten aus an dieselbe Stelle der Grenze zu kommen, die „wie ein tiefer Riss durch das Land“ gehe. Auf beiden Seiten der Grenze sei die Sehnsucht nach der Wiedervereinigung groß, intensiv werde dafür gebetet. Allerdings seien die Vorstellungen davon sehr unterschiedlich, so wie auch die Entwicklung der Länder in den letzten Jahrzehnten. Diese zeige sich zum Beispiel darin, dass es in Nordkorea gerade einmal 5000 PKWs gebe, während der Süden eine hochmobile Industrienation geworden sei. Während im Süden eine Vielfalt von Religionen und Kirchen das geistliche Leben präge, beherrsche im Norden die Staatsideologie des Kim Il Sung das Denken, die den Menschen allein verantwortlich für sein Leben und sein Schicksal macht und den politischen Führer religiös überhöht. Auf diesem Hintergrund seien auch die lauten Amen-Rufe der Menschen im Gottesdienst in Nordkorea zu verstehen, als Huber in seinem Grußwort den biblischen Satz „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ zitierte.
Leitbild friedliche Koexistenz
Sowohl den Christen in Nord- als auch in Südkorea sei klar, dass eine Annäherung oder gar eine Vereinigung beider Länder große Schwierigkeiten mit sich bringen würde. Insbesondere im Norden sei die Sorge groß, einfach nur „geschluckt zu werden“. In dieser Hinsicht wird die deutsche Wiedervereinigung eher kritisch gesehen. Deshalb strebt man eher nach „friedlicher Koexistenz“. Kopsch berichtete auch von einem Treffen mit deutschen Entwicklungshelfern in Nordkorea. Sie sprachen von den Chancen ihrer Arbeit mit den Menschen in Nord-Korea und setzten sich entschieden für ein stärkeres entwicklungspolitisches Engagement Deutschlands im Land ein: „Wer Vertrauen gewinnen will, muss viele kleine Schritte wagen“.
Die Reise der Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) dauerte vom 11. bis 21. September. Erste Station war Nordkorea, das die zwölfköpfige Delegation auf Einladung der Korean Christian Federation (KCF) besuchen konnte. Am Aufbau des kirchlichen Kontakts nach Nordkorea war die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) maßgeblich beteiligt. Auf ihre Einladung hin trafen sich erstmals Christen aus Nord- und Südkorea in der Akademie Arnoldshain. Seitdem haben Delegationen der KCF mehrfach Deutschland besucht und sind dort unter anderem auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag mit Kirchendelegationen aus Südkorea zusammengetroffen.
14. Februar 2008
Kirchen setzen sich für eine Annäherung mit Nordkorea ein
In Südkorea, wo ein Viertel der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehört. traf die Delegation Vertreter des Nationalen Kirchenrates (NCCK), in dem evangelische und auch pfingstlerische Kirchen Südkoreas zusammengeschlossen sind. Die EKHN hat dort eine Partnerschaft mit der Propstei Gwangju der Presbyterian Church in the Republic of Korea. Für viele Koreaner hat Deutschland eine große Bedeutung, weil hier die politische Teilung des Landes vor 20 Jahren überwunden wurde.
Der EKD-Delegation wurde vom Vorsitzenden des Rates der EKD Bischof Wolfgang Huber geleitet. Neben Cordelia Kopsch gehörten ihr auch der stellvertretende Vorsitzende des Rates der EKD Christoph Kähler, die Ratsmitglieder Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover), Margit Fleckenstein (Karlsruhe) und Gerrit Noltensmeier (Detmold) und der Auslandsbischof der EKD Martin Schindehütte an.
Darmstadt, 21. August 2009
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher der EKHN
zurück | letzte Aktualisierung: 23.09.2009 | copyright by EKHN