Pressemitteilung der EKHN / 2009
Kirchenordnung, Kooperation und wichtige Wahlen
EKHN-Kirchensynode mit umfangreichem Arbeitspensum
Frankfurt, 24. - 28. November 2009. Von Dienstag bis Samstag tritt die Zehnte Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zum letzten Mal in dieser Wahlperiode zusammen. Ihre Tagung im Dominikanerkloster in Frankfurt, Kurt-Schumacher-Straße 23, ist öffentlich. Präses Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer hat durch ein umfangreiches Programm mit mehr als 20 Tagesordnungspunkten zu führen, zu denen der Haushalt für das Jahr 2010, die Neufassung der Kirchenordung, die Zukunft der Tagungsstätten, die Kooperation mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck sowie die Wahl eines neuen Propstes für Oberhessen und eines neuen Leiters der Kirchenverwaltung gehören.
Wahlen
Als Propst für die Propstei Oberhessen mit Sitz in Gießen schlägt die Kirchenleitung der Kirchensynode den derzeitigen Giessener Dekan Pfarrer Frank-Tilo Becher sowie den Profilstelleninhaber für die Themenbereiche Bildung und gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Vogelsberg Pfarrer Matthias Schmidt zur Wahl vor. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre, Wiederwahl ist möglich.
Auch für die Leitung der Kirchenverwaltung stehen zwei Kandidaten zur Wahl. Es sind der Leiter des Dezernats Finanzen, Bau und Liegenschaften der EKHN-Kirchenverwaltung Oberkirchenrat Heinz Thomas Striegler und der Referent im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Oberkirchenrat Dr. Christoph Thiele. Einer von ihnen wird nicht nur Vorgesetzter der circa 270 Mitarbeitenden der Kirchenverwaltung in Darmstadt sondern auch qua Amt Mitglied der Kirchenleitung sein. Gewählt ist, wer in der Synode die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erhält. Die Amtszeit beträgt acht Jahre. Wiederwahl ist möglich. Die Wahl wird nötig, weil die Amtszeit der Leiterin der Kirchenverwaltung Oberkirchenrätin Sigrid Bernhardt-Müller Ende Juli 2010 zu Ende geht.
Kooperation
Zu entscheiden hat die Synode auch über eine Kooperationsvereinbarung mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), deren Synode zeitgleich in Hofgeismar tagt und ebenfalls darüber berät. Vorgeschlagen sind die Gründung einer gemeinsamen Akademie mit den Standorten Hofgeismar und Frankfurt, die Optimierung der theologischen Ausbildung mit den Standorten Herborn und Hofgeismar sowie eine Zusammenlegung der Arbeitsbereiche für Religionspädagogik und Ökumene. Stimmen beide Synoden zu, wird das gemeinsame Zentrum Ökumene in Frankfurt sein und das gemeinsame Institut für Religionspädagogik in Kassel. Die regionale religionspädagogische Arbeit wird außerdem gestärkt, so dass mehr Seminare und Tagungen dezentral, also nahe am Lebensmittelpunkt der Religionspädagogen stattfinden. Ein Schwerpunkt soll dabei in Mainz sein.
Effizientere Tagungshäuser
Entscheiden will die Synode über die Zukunft der Tagungsstätten der EKHN. Vorgeschlagen ist, den Tagungsbetrieb in den drei kleineren Häusern im Religionspädagogischen Studienzentrum (RPZ), im Haus Friedberg und im Zentrum Ökumene in Frankfurt zu beenden. Weitergeführt werden sollen das Theologische Seminar in Herborn, das Kloster Höchst im Odenwald und die Jugendburg Hohensolms nördlich von Gießen. Die Tagungsstätte Martin-Niemöller-Haus in Schmitten-Arnoldshain soll vergrößert und zu einem modernen Drei-Sterne-Tagungshaus ausgebaut werden. Ziel ist es, die Häuser effizienter zu führen und besser auszulasten.
Kirchenordnung
Abschließen will die Synode die Revision der Kirchenordnung (KO) mit der Fortsetzung der 2. Lesung und der Durchführung der 3. Lesung. Die KO beschreibt die theologischen und rechtlichen Grundlagen sowie die Organisation der Kirchengemeinden, Dekanate sowie der Gesamtkirche und stellt damit die verfassungsrechtliche Grundlage der EKHN dar. Zu debattieren ist unter anderem noch die Zusammensetzung und -arbeit der Kirchenleitung und des Leitenden Geistlichen Amts sowie die Amtsbezeichnung des Leitenden Geistlichen als Bischof oder Kirchenpräsident.
Haushalt mit Griff in die Rücklagen
Der Haushaltsentwurf, den Finanzdezernent Heinz Thomas Striegler der Synode vorlegt, hat ein Volumen von 477,3 Mio. Euro, das sind knapp 29 Mio. Euro weniger als im Jahr 2009. Bei den laufenden Kosten wird weitgehend auf Kürzungen verzichtet, obwohl die Einnahmen aus der Kirchensteuer im Jahr 2009 bereits 7,5 Prozent (29 Mio. Euro) unter denen des Vorjahres liegen und Striegler für das kommende Jahr 2010 mit einem weiteren Rückgang rechnet. Zur Deckung des Haushalts 2010 sollen 48,3 Mio. Euro aus der Rücklage herangezogen werden. Als „Kontinuität trotz(t) Krise“ beschreibt Finanzdezernent Striegler seinen Finanzkurs. Er wird durch unerwartete Überschüsse in den Jahren 2007 und 2008 ermöglicht und gibt der EKHN die Chance, die Folgen der Wirtschaftskrise erst einmal abzuschätzen und dann ihre finanziellen Folgerungen zu ziehen. Größter Posten im Haushalt sind die Zuschüsse an die Kirchengemeinden und Dekanate. Sie erhalten mit 267,2 Mio. Euro mehr als jeder zweiten Euro. Größte Investitionsprojekte mit 8,6 beziehungsweise 10,6 Mio. Euro sind der geplante Ausbau der Tagungsstätte Martin-Niemöller-Haus in Schmitten-Arnoldshain und die Sanierung des Gebäudes der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt.
Hintergrund: Synode
Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ der EKHN“. Sie besteht derzeit aus 161 Personen, 145 werden von den Dekanatssynoden der EKHN gewählt, zwei repräsentieren die Reformierte Stadtsynode aus Frankfurt. 14 Mitglieder wurden aufgrund ihres besonderen Sachverstands von der Kirchenleitung berufen. Gemäß Kirchenordnung gehören der Synode etwa ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer sowie zwei Drittel Ehrenamtliche an. Die Synode erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl wichtige Leitungsämter, beschließt den Haushalt und trifft wichtige kirchenpolitische Entscheidungen. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten ihre Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit dem Präses an der Spitze. Dieses Amt hat derzeit Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer inne.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 23.11.2009 | copyright by EKHN