Pressemitteilung der EKHN 24/2010
Für ein demokratisches Miteinander
Kirchensynodalvorstand bilanziert die Arbeit der Zehnten Kirchensynode
Zum Ende seiner Amtszeit hat der Kirchensynodalvorstand (KSV) unter Leitung von Präses Prof. Dr. Karl Heinrich Schäfer eine Bilanz der Zehnten Kirchensynode vorgelegt. Drei der fünf Mitglieder des KSV beendeten damit ihr 18jähriges Wirken in der Synode. Karl Heinrich Schäfer, Pfarrerin Erdmuthe Druschke-Borschel und Pfarrer Martin Freise wollen der neuen Synode, die Ende Mai erstmals zusammen tritt, nicht mehr angehören. Sie gaben an, sich nach drei Amtsperioden auch wieder bislang etwas zu kurz gekommenen persönlichen und kirchlichen Interessen zuwenden zu wollen.
In seiner persönlichen Bilanz bezeichnete Schäfer die Einführung von Jugendsynodalen als „ausgesprochenen Gewinn“ für die EKHN. Die fünf von der Evangelischen Jugend entsandten Vertreterinnen und Vertreter hätten die Synode mit ihren Beiträgen bereichert. Außerdem habe die Synode die Jugendkirchentage fest im Haushalt verankert.
Druschke-Borschel bezeichnete die Ausweitung der Kindertagesstätten auf unter dreijährige Kinder, den Erhalt der Evangelischen Fachhochschule in Darmstadt und die Sicherung der Versorgungskasse als „Pflöcke, die die Synode für die Zukunft gesetzt“ habe.
Kooperation mit kurhessischer Schwesterkirche wünschenswert und sinnvoll
Für das KSV-Mitglied Dore Struckmeier-Schubert gehört die Kooperation mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die während der Amtzeit der Zehnten Synode systematisch geplant wurde, zu den wichtigen Themen. Dabei sei zunächst erst einmal klar geworden, in wie vielen Bereichen die Zusammenarbeit schon seit langem gut funktioniere. Auch Schäfer bezeichnete die Kooperation als „wünschenswert und sinnvoll“. Sie müsse ausgebaut werden, da viele Aufgaben in Zukunft nur zusammen zu lösen seien. Allerdings dürfe sich die Kooperation nicht auf das Gebiet des Landes Hessen konzentrieren. Sie müsse beide Kirchengebiete auch mit ihren über das Land Hessen hinausgehenden Teilen (z.B. in Rheinland-Pfalz oder Thüringen) im Blick haben.
Wichtige Wahlen
In die Amtszeit fiel auch eine besonders große Anzahl an Wahlen in Leitungsämter der EKHN. Die Zehnte Synode wählte neu den Kirchenpräsidenten, seine Stellvertreterin, den Leiter der Kirchenverwaltung, die Pröpstin für Rhein-Main und den Propst für Oberhessen. Außerdem bestätigte sie die anderen vier Pröpstinnen und Pröpste im Amt.
Kirchenordnung mit breiter Beteiligung der Basis
Als „einwandfreies Ergebnis“ bezeichnete Schäfer die neue Kirchenordnung, die grundlegende Strukturen der EKHN neu regelt. In der Debatte habe es eine „immens hohe Beteiligung der ganzen Kirche“ gegeben. Freise hob hervor, dass ihm wie bereits die alte Kirchenordnung auch die neue als „einfachem Klinikpfarrer von der Basis“ die Möglichkeit gebe, in der Leitung etwas einzubringen. Das sei, als könne „ein einfacher Arbeiter in der Konzernspitze mitregieren“. Er habe „großen Respekt vor denen da oben“, also dem Leitungsteam der EKHN und seinen Kompetenzen. An der Basis werde oft unterschätzt, was dort zu leisten und im Blick zu behalten sei. Die EKHN umfasse eben mehr als die rund 1200 Gemeinden.
Demokratie als synodales Thema
Einig waren sich die Mitglieder des KSV darin, dass das Rollenverhältnis der Leitungsgremien in der EKHN immer wieder Anlass zu Spannungen geben könne. Zwar leite die Kirchenleitung die Kirche, aber sie habe dabei die Synode als „maßgebendes Organ“ zu beachten. Viele Synodale verfügten heute über parlamentarische Erfahrungen aus dem staatlichen Bereich und wollten diese ganz selbstverständlich auch im synodalen Zusammenhang der Kirche praktizieren. Der KSV empfahl der EKHN deshalb für die Zukunft eine Debatte über „Demokratie in der EKHN“, da man für die Menschen in einer parlamentarischen Demokratie nur dann glaubwürdig Kirche sein könne, wenn man deren Prinzipien beachte.
Die 161 Synodalen hatten in ihrer sechsjährigen Amtszeit 47 Sitzungstage absolviert. Dabei haben sie unter vielem anderen auch 53 Gesetze verabschiedet, 193 Anträge von Dekanatssynoden bearbeitet und sechs Haushalte verabschiedet.
Die neunseitige „Bilanz der Synodalperiode“ ist hier im PDF-Format zu finden.
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 05.05.2010 | copyright by EKHN