Pressemitteilung der EKHN /2010
„Eindrucksvolles Erzählheft über den evangelischen Glauben“
EKHN legt ihren zehnten Jahresbericht vor Insgesamt stabile Lage/Finanzielle Einbußen
Darmstadt, 21. August 2009. Was nutzt die Kirche? Und vor allem: Wem? Darauf gibt die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) seit zehn Jahren mit einem Jahresbericht Auskunft. Als sie dies im Jahr 2000 erstmals tat, war sie damit die erste evangelische Landeskirche in Deutschland. Mittlerweile sind andere Kirchen diesem Beispiel gefolgt. Mit Reportagen, Bildern und Zahlen bietet der Bericht der EKHN Einblicke in ihre vielfältigen Wirkungsbereiche mit ihren 1,7 Millionen Mitgliedern in 47 Dekanaten mit 1.169 Gemeinden und fünf Fachzentren.
Am Freitag, den 13. August 2010, erscheint die zehnte Ausgabe des Jahresberichts. Er hat 64 Seiten und kann per
oder per Fax unter 06151/405-441 kostenlos angefordert werden. Im Internet ist er unter www.ekhn.de/jahresbericht zu finden.
Jede Ausgabe hat einen eigenen thematischen Schwerpunkt. Der aktuelle Bericht geht der Frage nach, wie im Engagement der EKHN der evangelische Glaube zum Ausdruck kommt. Die Antworten geben einzelne Menschen mit ihrem Leben. Was Evangelisch sein heute heißen kann, wird also nicht belehrend, sondern erzählend, konkret und persönlich dargestellt – wie es dem evangelischen Verständnis des Glaubens entspricht. „Der aktuelle Jahresbericht ist ein eindrucksvolles Erzählheft über den evangelischen Glauben heute.“, sagte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung bei der Präsentation am Donnerstag in Frankfurt. In der pluralistischen Gesellschaft werde immer nach Transparenz gefragt. Dem komme die EKHN mit dem Jahresbericht auf überzeugende Weise nach, was zahlreiche positive Rückmeldungen in jedem Jahr neu bestätigten.
„Die Kirche bildet eines der letzten noch intakten und flächendeckenden sozialen Netzwerke in unserem Land.“ sagte der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der EKHN Oberkirchenrat Dr. Joachim Schmidt. Er wies darauf hin, dass die Kirche ihre Angebote bewusst nicht nur an ihre Kirchenmitglieder sondern an alle Menschen richte. Sie verstehe ihre Arbeit als „Dienst an der Gesellschaft und am einzelnen Menschen“. Sie folge damit dem Beispiel Jesu, der sich auch an alle Menschen gewandt habe.
Mit Fingerspitzengefühl an schwierige Themen
Der Gestalter Prof. Marian Nestmann, der das Konzept des Jahresberichts von Anfang an mitentwickelt hat und bis heute mit umsetzt, hob die lesefreundliche Aufbereitung der Themen hervor. Informationen würden gut verständlich aufbereitet. „Einfühlsame Texte und sensible Fotografie führen mit Fingerspitzengefühl auch an schwierige Themen wie Abschiebung, Tafeln oder Palliativmedizin heran.“ sagte Nestmann. Das Basis-Konzept funktioniere auch nach zehn Jahren noch und werde von Jahr zu Jahr mit neuen Akzenten weiterentwickelt: „Der Jahresbericht präsentiert mit zurückhaltender Gestaltung ernsthafte Inhalte und das von Jahr zu Jahr etwas mutiger und lauter.“, sagte Nestmann. Er lobte, dass die EKHN dabei auch den Mut habe, unbequeme oder schwierige Themen anzusprechen wie etwa den eigenen Konflikt mit der Gewerkschaft verdi und den Flughafenausbau. Von Anfang an werde auf eine kostengünstige Realisierung geachtet, denn „die EKHN haushaltet verantwortungsvoll und besonnen mit den Beiträgen ihrer Mitglieder.“
Etwas weniger Austritte und mehr Eintritte
Die Zahlen weisen eine insgesamt relativ stabile Situation mit leichten Rückgängen aus. Dem Bericht zufolge reduzierte sich die Zahl der Mitglieder im vergangenen Jahr um 19.626 auf 1.746.407. Gründe dafür sind die negative Bevölkerungsentwicklung und ein Überhang an Kirchenaustritten gegenüber Eintritten. Im Jahr 2009 wurden in der EKHN 14.235 Menschen getauft (2008: 14.536) und 21.460 Personen (2008: 21.643) bestattet. 11.330 Austritte (2008: 12.766) stehen 4.387 Eintritten (2008: 4.095) gegenüber.
70.000 Ehrenamtliche und über 5.000 Erzieherinnen
Die Zahl der Beschäftigten blieb weitgehend konstant. Knapp 70.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich in der EKHN, zwei Drittel davon sind Frauen. Zusätzlich zum Pfarrdienst standen 19.985 Menschen (2008: 20.276) auf der Gehaltsliste der EKHN, davon 12.779 mit mindestens einer halben Stelle (2008: 11.849). Größte und wachsende Berufsgruppe sind weiterhin hin die 5.289 Erzieherinnen (2008: 5.033). Im abgelaufenen Jahr hielt die EKHN 1.552,5 Pfarrstellen vor, davon 1.034 in Kirchengemeinden, die anderen sind zum Beispiel im Schuldienst oder in der Spezialseelsorge angesiedelt.
Über 1000 Kirchen unter Denkmalschutz
Stabil geblieben ist der Gebäudebestand. Insgesamt gehören der EKHN 4.157 Gebäude, davon sind 1287 Kirchen, von denen 90 Prozent als Kulturgut unter Denkmalschutz stehen.
Reaktion auf Wirtschaftskrise
Der Bericht gibt auch Auskunft über die finanzielle Situation und deren Perspektiven. Im Jahr 2009 erhielt die EKHN 431 Millionen Euro an Kirchensteuern, das sind 78,8 Prozent vom Haushalt, der einen Gesamtumfang von 568 Millionen Euro hat. Für 2010 plante die EKHN aufgrund der Wirtschaftskrise nur mit 360 Millionen Euro an Kirchensteuern und einem Gesamthaushalt von 477,3 Millionen Euro. Sie geht davon aus, dass sie deshalb etliche Millionen aus der Rücklage entnehmen zu muss, um die Ausgaben zu decken, obwohl diese bereits im Ansatz gegenüber dem Vorjahr um über 90 Millionen reduziert wurden. Aktuell zeichnet sich allerdings ein deutlich freundlicheres Bild der wirtschaftlichen Entwicklung und damit auch der Kirchensteuereinnahmen ab.
Der Jahresbericht enthält viele weitere Zahlen und Informationen unter anderem über Kindertagesstätten, Religionsunterricht, Jugendarbeit, diakonische Einrichtungen, Flüchtlingshilfe und Kirchenmusik.
Darmstadt, 12. August 2010
gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 13.08.2010 | copyright by EKHN