Pressemitteilung der EKHN /2010

17. August 2010

Grenzüberschreitender Pilgerweg mit Bischof Hein und Kirchenpräsident Jung im Vogelsberg

Nicht nur Arbeitsstrukturen miteinander bedenken sondern auch einen geistlichen Weg miteinander gehen

 

Der Grenzstein - Überschreitungen erwünscht:

Der historische Grenzstein am Ortsrand von Blankenau steht für sieben Grenzen:

  1. Grenze zwischen den Gemarkungen von Stockhausen und Blankenau
  2. Grenze zwischen den Kommunen Herbstein und Hosenfeld
  3. Grenze zwischen dem Vogelsbergkreis und dem Landkreis Fulda
  4. Grenze zwischen dem Regierungsbezirk Giessen und dem Regierungsbezirk Kassel
  5. Grenze zwischen dem Bistum Mainz und dem Bistum Fulda (Kath. Kirche)
  6. Grenze zwischen dem Gebiet der EKHN und der EKKW
  7. Grenze zwischen dem Naturpark Hoher Vogelsberg und dem Naturraum Fulda-Rhön

Sie wollten die Idee des Pilgerns und die Kooperation zwischen der Evangelischen Kirche von Kurhessen Waldeck (EKKW) und der EKHN fördern. Dafür gingen sie symbolisch ein gemeinsames Wegstück und daran konnte sie auch der anhaltende Nieselregen nicht hindern. Am Montag, den 16. August 2010, sind der Bischof der EKKW Martin Hein und EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung zusammen mit etwa 30 regionalen Repräsentanten aus den beiden Kirchen sowie aus den regionalen Kommunen auf der Bonifatiusroute gepilgert. Dabei hatten sie sich die Etappe ausgesucht, die über die Grenze der beiden Landeskirchen führt.
Die Pilgerwanderung stand unter dem Motto „Grenzen überschreiten – miteinander auf dem Weg“ statt. Klassische Aspekte des Pilgerns wie Aufbrechen – Pilgernd auf dem Weg sein – Grenzen wahrnehmen – Grenzen überschreiten – wurden in Gebet, Gespräch und Schweigen auf die Zusammenarbeit beider Kirchen bezogen.
Auftakt und Abschluss bildeten je eine Andacht in der Evangelischen Kirche in Ilbeshausen (Grebenhain, EKHN) und an der Hessenmühle in Kleinlüder (EKKW). Dazwischen lagen etwa 16 Kilometer gemeinsamen Weges.

Kirchenpräsident Jung ermutigte in der Eröffnungsandacht die Kirche dazu, immer wieder bereit zu sein neu aufzubrechen: „ Wir gehen unseren Weg mitten in dieser Gesellschaft, die sich rasant verändert. Uns liegt daran, dass Menschen Schritt halten können. Uns liegt daran, dass das Leben lebenswert bleibt, dass Menschen nicht verloren gehen. Uns liegt daran, dass Menschen von Gottes Freundlichkeit und seiner Liebe erfahren.“ Zur Kooperation der beiden Kirchen sagte Jung: „Wir sind wir schon seit einer Weile gemeinsam auf dem Weg. Es soll nicht nur ein Weg sein, auf dem wir Arbeitsstrukturen miteinander bedenken und planen. Wir wollen einen geistlichen Weg miteinander gehen. Wir bitten Gott darum, dass er an uns arbeitet.“
Bischof Hein wies darauf hin, dass beide Kirchen bereits sehr viele gemeinsame Arbeitsfelder hätten und zeigte sich überzeugt, dass der Kooperationsprozess konstruktiv weitergehen werde. Beide Kirchenleitungen und beide Synoden wollten ihn. Der richtige Weg müsse behutsam und sachgerecht gesucht und gefunden werden.

Ein wichtiger Wegepunkt war die Grenze in Hosenfeld-Blankenau. Dort steht noch aus alter Zeit ein Grenzstein, auf dessen Seiten die Buchstaben KP für Königreich Preußen und GH für Großherzogtum Hessen stehen. Der Stein, der einst die zwei Reiche trennte, verbindet heute nur noch die beiden Kirchen.

Die Hessenschau berichtete am Montag Abend über den Pilgerweg. Nachzuschauen im Internet.

Den Pilgerweg hatten Pfarrerin Dorothea Hillingshäuser, Referat Geistliches Leben im Zentrum Verkündigung der EKHN, sowie Dr. Manfred Gerland, Pfarrer für Meditation und geistliches Leben im Kloster Germerode (EKKW), organisiert.

Die Bonifatiusroute führt als Pilgerweg seit einigen Jahren von Mainz nach Fulda und zeichnet damit den Weg nach, auf dem der Leichnam des Apostels der Hessen Bonifatius nach seinem Tod transportiert wurde. Bonifatius war Bischof in Mainz und hatte gewünscht in Fulda beigesetzt zu werden. Er war im achten Jahrhundert einer der maßgeblichen Missionare im deutschsprachigen Raum, insbesondere aber in der Region des heutigen Hessen und Thüringen.

gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher