Pressemitteilung der EKHN, 2011
„Die Unterdreijährigen in ihrer wichtigen und verletzlichen Lebensphase gut begleiten“
Der Leiterin des Fachbereiches Kindertagesstätten kommen in der Debatte um den Ausbau der Krippen die Qualitätsfrage und das Kindeswohl zu kurz
Darmstadt, 9. November 2011. „Wir brauchen nicht nur eine Masse Kinderkrippen, wir brauchen gute Einrichtungen mit gut geschultem Personal, die die Unterdreijährigen in ihrer wichtigen und verletzlichen Lebensphase gut begleiten.“ Darauf hat die Leiterin des Fachbereichs Kindertagesstätten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) Sabine Herrenbrück hingewiesen. Die gegenwärtige Debatte um den Ausbau von Krippenplätzen werde zu einseitig auf die Steigerung der Platzzahlen hin geführt. Wichtig seien aber insbesondere die fachlichen und menschlichen Voraussetzungen für die Kinder.
Gravierende Folgen für die Emotionalität und die künftige Persönlichkeitsentwicklung
Wörtlich sagte Herrenbrück: „Für die Kleinen ist der Übergang von der Familie in die Krippe ein großer Stress. Wenn dieser Übergang nicht gut gelingt, kann das gravierende Folgen für die Emotionalität und die künftige Persönlichkeitsentwicklung haben, denn die Kinder sind in einer prägenden Zeit. Das verlangt von den Fachkräften eine hohe Kompetenz und ein tiefes Verständnis für die Situation der Kinder.“ Deshalb habe die EKHN dafür extra ein verbindliches Ausbildungsmodul entwickelt, das die Fachkräfte in einem fünftägigen Grundkurs für diese Arbeit qualifiziere.
Herrenbrück wies auch darauf hin, dass es nahezu ein Jahr brauche, um eine neue Krippengruppe in einer Kita einzurichten. Deshalb sei es kein Wunder, dass Fördermittel des Ministeriums noch nicht vollständig abgerufen worden seinen. Meist müsse erst ein Architekt planen, der Umbau müsse genehmigt und dann umgesetzt werden. Dann müsse die Ausstattung eingebaut, Personal gefunden und geschult werden. Größtes Problem seien dabei die Probleme der Kommunen, die sich angesichts ihrer klammen finanziellen Lage verständlicherweise scheuten, zusätzliche Mittel verbindlich zuzusagen.
EKHN hat 800 neue Plätze geschaffen
Die EKHN hat außerhalb von Frankfurt seit 2008 80 neue Krippengruppen mit circa 800 Plätzen neu geschaffen. Dafür ist ein Extrabudget in Höhe von 8 Mio. Euro bereit gestellt und inzwischen investiert worden. Zusätzlich läuft in Frankfurt ein Programm zur Schaffung von 1000 weiteren Kita-Plätzen. Insgesamt betreibt die EKHN 600 Kitas. Das ist etwa jede dritte von allen in ihrem Kirchengebiet. Darin sind 42.300 Plätze. Sie stehen allen Kindern unabhängig von der religiösen Orientierung ihrer Eltern offen. Die EKHN gab im Jahr 2010 für ihre Kitas - obwohl es sich um eine kommunale Aufgabe handelt – aus eigenen Kirchensteuermitteln 34,2 Mio. Euro aus. Jeder Platz wurde also mit 810 Euro pro Jahr gefördert.
Darmstadt, 9. November 2011
Verantwortlich: gez. Pfarrer Stephan Krebs, Pressesprecher
zurück | letzte Aktualisierung: 14.11.2011 | copyright by EKHN