EKHN-intern: NEWS
26. Septemebr 2011 Friedberg / Bad Vilbel. Die Gemeinden in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) müssen sich weiter entwickeln, um auch in Zukunft Menschen anzusprechen, Offenheit zu signalisieren, an der Lösung sozialer Probleme ihrer Umgebung mitzuarbeiten und zukünftige strukturelle Veränderungen zu bewältigen. Aber es gibt eine Menge Ideen, um Kirchengemeinden fit für die Zukunft zu machen und konkrete Veränderungen als Fortschritt zu erleben. Dabei spielt die Förderung von Spiritualität eine besondere Rolle. Darüber waren sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Ende des ersten „Konsultationstags Gemeindeentwicklung“ in der EKHN einig. Über die Entwicklung von Kirchengemeinden angesichts sich stark verändernder Rahmenbedingungen diskutierten am Samstag, 24. September, in Bad Vilbel-Dortelweil etwa 70 Vertreter und Vertreterinnen aus Gemeinden und Einrichtungen der EKHN. Unter den Konsultationsteilnehmer waren Mitglieder der Kirchensynode und von Dekanatssynodal¬vorständen. Zu den Teilnehmenden gehörten auch die Mitglieder der Kirchenleitung und Pröpste Sigurd Rink, Matthias Schmidt und Pröpstin Annegret Puttkammer sowie Vertreter gesamtkirchlicher Einrichtungen. Zu der ganztägigen Beratung hatte das „Netzwerk Lust auf Gemeinde“ in der EKHN eingeladen, verantwortlich für den Ablauf war das „Institut für Personalberatung, Organisations¬entwicklung und Supervision (IPOS)“ der EKHN. Im Mittelpunkt der Tagung stand der persönlich Austausch über konkrete Erfahrungen aus Gemeinden und Institutionen, die sich bereits verändern. Inhaltlich setzten Superintendent Ralf-Peter Fuchs aus Schleiz und Matthias Rost, Rektor des Pastoralkollegs Kloster Drübeck (Harz), mit Überlegungen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKMD) zur weiteren Gemeindeentwicklung den Schwerpunkt. Beide sind Mitautoren der Programmschrift „Quelle des Lebens“, die in der EKMD eine der Grundlagen der dortigen Reformbestrebungen ist. Dabei soll, trotz stark gesunkener Mitgliederzahlen, weniger Pfarrstellen, vieler sehr kleiner Gemeinden und vieler Kirchengebäude, kirchliches Leben erhalten werden. Zwei Grundsatzentscheidungen seien gefasst worden. Zum einen gelte es die Ortsgemeinde zu stärken. Zum anderen müsse die regionale Zusammenarbeit der Hauptamtlichen gefördert werden, es gelte Teams für verbindliche Zusammenarbeit in Regionen zu bilden. Wie sind die fünf „B’s“ sicherzustellen, die Menschen zu Recht von der Kirche und Gemeinde vor Ort erwarten, nämlich „Beten, Bibellesen, Besuche, Bekennen, Bauen“, wenn zukünftig die Zahlen kleiner und die Mittel geringer werden? Diese Frage beschäftigte den Konsultationstag, eine Vielzahl von konkreten Antworten darauf trugen Arbeitsgruppen zusammen. Gemeinden bräuchten zum Beispiel Sicherheit, wo Pfarrerinnen und Pfarrer zu erreichen seien, war eine davon. Eine andere: Bei Abschiednehmen von etwas Altem braucht es einen klaren, öffentlichen und rituellen Einschnitt, aber „manchmal hilft ein Umzug“. Oder: Gemeinden müssen die Vielfalt von persönlicher Spiritualität ermöglichen und die geistlicher Erfahrung von Gruppen fördern. Einig war sich die Versammlung, dass Gemeindeentwicklung einen besonderen Akzent auf Spiritualität legen müsse. Gemeinden müssten Freiräume und Möglichkeiten für Gotteserfahrungen schaffen und Menschen das Angebot machen „Gott als Quelle des Lebens“ neu zu entdecken. Wie dies in Gemeinden auch ohne eigenen Pfarrer und ohne sonntäglichen Gottesdienst möglich sein kann, erläuterte Superintendent Fuchs. Er entwickelt einfache Andachtsliturgien, damit mindestens einmal in der Woche in der Kirche die Bibel gelesen und gebetet wird, also eine besondere Art von Gottesdienst auch ohne Pfarrer oder Hauptamtliche gefeiert wird. „Kirchengemeinden haben Zukunft“, so Steffen Bauer, Studienleiter am IPOS in Friedberg. Seine Bilanz des Konsultationstags fiel positiv aus. Der Erfahrungsaustausch über Gemeindeentwicklung habe eine Fülle von Erfahrungen, Anregungen und Erwartungen zusammengetragen. Bauer ist sicher: „Gemeindeentwicklung ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Kirche.“ Deshalb werde das IPOs auch in Zukunft dieses Themenfeld weiter verfolgen und bereits aktiver Gemeinden mit anderen vernetzen. |
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