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Suche nach Gott

Ist da oben jemand? Fragt Bärbel Schäfer

Hans GentheBärbel Schäfer "Ist da oben jemand?"Bärbel Schäfer "Ist da oben jemand?"

Fernseh- und Radio-Moderatorin Bärbel Schäfer hat sich nach dem Unfalltod ihres Bruders vor knapp vier Jahren auf die Suche nach Gott begeben. Darüber hat Schäfer ein Buch geschrieben, aus dem sie in der ZeitKirche der EKHN auf dem Hessentag vorgelesen hat. Der Titel: „Ist da oben jemand? Weil das Leben kein Spaziergang ist“.

Martin ist nicht in Berlin angekommen. Mehrfach überschlug sich der Porsche auf der A9. „Nieselregentod“, klagt  Bärbel Schäfer. „Hat Gott am 15.10. gegen Mittag vielleicht einfach nicht aufgepasst? Sie fragt, ob Gott eventuell sogar Schuld am Tod des Bruders ist. Selbst beschreibt sie sich als eine „Verwundete, bis an meine Grenzen  Gestoßene“.  Durch „viel Arbeit“ habe sie versucht, den Schmerz wegzudrücken. Heute stellt sie fest, wie sie durch den Schmerz jetzt schärfer in die Welt sieht.

Zwischen dem Schock der Todesnachricht mit einem bedrückenden Abstecher zum Unfallort und ihrer heutigen Lage ist Bärbel Schäfer einen langen Weg gegangen und hat viele Fragen gestellt. Über viele Seiten, beinahe durch das ganze Buch, beschreibt sie  ihren tiefen Schmerz, spürt sie die Liebe zu ihrem Bruder, die sie ihm jetzt nicht mehr geben kann. Virtuos und sehr gut geschrieben ist das Buch, mit Spannungsbögen und Auflösungen.

Es wäre schön, ein gläubiger Mensch zu sein

Dass der Mensch nach 70 bis 80 Jahren sterben muss, empfindet Bärbel Schäfer als eine Kathastrophe. „Eintagsfliegen sind wir, mit der Angst der Sterblichkeit im Nacken.“ Freunde hätten ihr geraten, eine Trauerseite im Internet einzurichten, „um den Bruder bei sich zu haben und die Trauer zu überwinden“.  Aber auch das wäre kein ewiges Leben und kein Ende ihres Schmerzes. 

„Natürlich wäre es schön gewesen, ein gläubiger Mensch zu sein, weil man dann eine Adresse hat, an die man die ganze Wut und Trauer richten kann.“ Der Tod habe sie wachgerüttelt, das Geschenk des Lebens zu sehen, ebenso habe sie die Nähe zur Natur als Kraftquelle entdeckt. Sehr viel hat Bärbel Schäfer auf ihrem Weg gefunden, kann aber immer noch nicht sagen, ob da oben jemand ist.  „Ich mache mein Glück oder Unglück nicht von Gott abhängig. Ich bin kein gläubiger Mensch.“ 

Intensive Beschäftigung mit den Weltreligionen

„Ich habe mit vielen sehr gläubigen Menschen gesprochen und sie gefragt, wie Glaube bei ihnen funktioniert; dennoch ist der Funke bei mir bis heute nicht übergesprungen.“ Sie selbst ist vor Jahren zum Judentum konvertiert – aus pragmatischen Gründen, wie sie sagt. Schäfers Mann, der Journalist Michel Friedman, ist Jude, ihre beiden Kinder werden ebenfalls nach dem jüdischen Glauben erzogen.

Bärbel Schäfer blickt in ihrem Buch auch auf andere Glaubensrichtungen: „Ich habe mich auf meiner Reise mit vielen Religionen beschäftigt. Ich wollte wissen: Wie gehen Muslime, Buddhisten, Christen, Juden mit Trauer um?“ Ihr Buch sei „für alle, die den Abschied kennen“, sagt Schäfer. „Es geht um meine persönlichen Erfahrungen. Aber ich glaube, jeder Leser kann das, was ich schreibe, auf den jeweiligen Menschen übertragen, den er liebt.“ 

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Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja 60,2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von unsplash_tyssul-patel

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