13. Oktober 2011 - Pressemitteilung
EKHN durch Urteil zum Nachtflugverbot bestätigt
Propst Rink für Durchsetzung des Mediationskompromisses

Propst Dr. Sigurd Rink
Wiesbaden. Der Propst in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Sigurd Rink, hat als ehemaliges Mitglied des Regionalen Dialogforums (RDF) in den Jahren 2002-2008 das Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 10. Oktober begrüßt, auf dem Frankfurter Flughafen ein Nachtflugverbot anzuordnen.
Es sei schon seit Jahren das Bestreben der Synode der EKHN, so der zur Kirchenleitung gehörende Kirchenvertreter, einen besseren Lärmschutz für die Anrainer in der Rhein-Main-Region durchzusetzen. Es müsse jetzt alles getan werden, um das sogenannte Mediationsverfahren, das keine Starts oder Landungen in der Nacht zwischen 23 und 5 Uhr vorsieht, rechtskräftig umzusetzen. Dafür sei das Urteil der Kasseler Richter ein guter Anfang. Es gehe um die Gesundheit der Betroffenen und den Schutz der Umwelt. Mit dem Kompromiss der Mediationsvereinbarung seien auch die Interessen der Wirtschaft berücksichtigt worden.
Die Synode und die Kirchenleitung der EKHN hatten schon 2007 gefordert, dass das Nachtflugverbot mit einem Verzicht auf sämtliche planmäßigen Flüge in der sogenannten Mediationsnacht zwischen 23 und 5 Uhr im Planfeststellungsbeschluss verankert und umgesetzt wird. In mehreren Stellungnahmen hatten sich die Leitungsgremien der EKHN dafür ausgesprochen, die ursprünglich im Mediationspaket für den Flughafenausbau verankerte Balance zwischen Ökonomie und Ökologie zu wahren und nicht einseitig zu Lasten von Mensch und Umwelt aufzugeben.
Rink ist aktuell Sprecher des Evangelischen Flughafengesprächs, einem Zusammenschluss von Anrainer-Kirchengemeinden und Dekanaten. Von 2002 bis 2008 war er Mitglied des RDF und hat an den Verhandlungen zwischen Politik und Betroffenen mitgewirkt. Das Mediationsverfahren ist 1998 unter Beteiligung des früheren evangelischen Umweltpfarrers Kurt Oeser begonnen worden. Es dauerte 18 Monate bis Anfang 2000. Die Vereinbarung sah den Ausbau des Flughafens vor, wenn ein Nachtflugverbot, ein Anti-Lärmpakt sowie das RDF ebenfalls durchgesetzt würden.
Die neue Nordwest- Landebahn des Frankfurter Flughafens geht am 21. Oktober in Betrieb.
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