Die Propstei Süd-Nassau hat signifikante Grenzen:
Den Main von Hochheim bis vor die Tore von Frankfurt,
den Rhein von Wiesbaden bis nach St. Goarshausen.
Die Lahn bis Bad Ems, den Taunus bis
Usingen und Bad Homburg. Darin liegen die Städte
Bad Schwalbach, Idstein, Diez, Bad Ems, Hofheim,
Bad Soden, Kronberg, Bad Homburg, Usingen,
Hochheim, Flörsheim und die Landeshauptstadt
Wiesbaden.
Äußerst reizvoll, besonders wegen seiner
Kirchen, ist der Rheingau mit der Stadt Rüdesheim
am Rhein.
Die Evangelische Akademie in Arnoldshain
im Taunus organisiert Tagungen zu aktuellen
Gegenwartsfragen, religiösen oder theologischen
Themen. Kirche und Gesellschaft geben sich hier
ein Stelldichein.
Um Politik geht es in der Landeshauptstadt
Wiesbaden. Der Beauftragte der drei
evangelischen Kirchen am Sitz der Landesregierung
begleitet die hessische Politik mit kirchlichen
Interessensäußerungen und Anregungen.
Glaube und Geschichte: Der christliche Glaube
hat in der Propstei eine vielfältige Ausprägung.
Bestimmend sind sowohl sein in vielen Kirchengemeinden
spürbarer Optimismus, seine traditionelle
Frömmigkeit und seine moderne Zeitgenossenschaft.
Die Menschen leben ihre Glaubensüberzeugungen
gerne.
Die Propstei in ihren heutigen Grenzen
stellt noch immer einen großen Teil des 1806
gegründeten Herzogtums Nassau dar. Napoleon,
der "Weltgeist zu Pferde" (Hegel), hatte damals
mit den Fürsten von Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg eine neue politische Größe geschaffen.
Den Gläubigen brachte die neue Reformpolitik am
Beginn des 19. Jahrhunderts die Toleranz der
Religion und der Konfessionen, ein neues Schulsystem
(Simultanschule), Gewerbefreiheit, eine
moderne Steuerreform und eine Verfassung mit
liberalen Elementen, die als Grundlage des heutigen
demokratischen Staatswesens gelten kann.
Für die Ausbreitung der Reformation ist die Stadt Idstein im Taunus von herausragender Bedeutung. In der
ehemals nassauischen Residenzstadt (bis 1721)
erinnert die Unionskirche daran, in der bundesweit
die erste Union zwischen Lutheranern und
reformierten Kirchen geschlossen wurde – Vorbild
für viele in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
folgende Zusammenschlüsse dieser protestantischen Traditionen.
Wirtschaft und Kultur: Die Wirtschaft in der
Region wird heute durch die Prosperität des Rhein-Main-Gebietes geprägt. Chemiestandorte gehören
dazu, Metallverarbeitung, Medienstandorte und
Dienstleister. Im Rheingau dominiert noch immer
der Weinbau auf höchstem Niveau. Die Arbeitsgemeinschaft
Evangelischer Unternehmer (AEU)
legt viele ihrer Veranstaltungen in die Region und
hat in Propst Dr. Sigurd Rink ihren theologischen
Berater.
Kultur wird in Süd-Nassau in zahlreichen jährlich
wiederkehrenden Events gepflegt: Das Rheingau-Musik-Festival findet zu einem Teil in Kirchen und
Klöstern statt. Die Mai-Festspiele in Wiesbaden und
andere Kulturereignisse in der Landeshauptstadt
ziehen Besucher aus der ganzen Region an. Die
Kirchenmusik spielt in Süd-Nassau mit klassischen
Chören, nicht weniger mit Gospel-Gruppen und mit
Orgelkonzerten eine herausragende Rolle. Derzeit
sind die Kirchengemeinden und evangelischen
Dekanate am Rhein in eine Präsentation im Rahmen
des "Weltkulturerbes Mittelrheintal" einbezogen
und wollen ihre Kirchen und Baudenkmäler dafür
öffnen sowie alte Pilgerwege zur Begehung kennzeichnen.