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Evangelische Familien-Bildungsstätten in der EKHN

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Aus einem Paar wird eine Familie. Jetzt tauchen viele Fragen auf: Wie können wir als Paar die Aufgaben verteilen? Wie lassen sich Beruf und Familie vereinbaren?  Welcher Erziehungs-Stil ist günstig? Erste Antworten und Anregungen holen sich viele Eltern bei Erziehungsratgebern oder im Internet. Praktische Unterstützung dafür, wie sich das Wissen einschätzen, ergänzen und im Alltag umsetzen lässt, erhalten Eltern bei den Evangelischen Familien-Bildungsstätten der EKHN.  Erfahrenen Mitarbeiterinnen laden zu einer thematisch breite Vielfalt an Angeboten ein. Zudem eröffnen Gesprächsgruppen die Möglichkeiten, andere Eltern kennen zu lernen, sich persönlich auszutauschen und zu den Fragen professionelle Impulse zu erhalten.

Angebote für unterschiedliche Lebensphasen

Vor allem in Zeiten von Übergängen, wie z.B. vom Paar zur Familie, bei der Schwangerschaft, nach der Geburt und während der frühen Kindheit begleiten und unterstützen Familien-Bildungsstätten die Eltern mit einem breiten Kursangebot. Doch auch für die Zeit, wenn die Kinder in der Schule oder im jugendlichen Alter  sind oder ältere Familienmitglieder zu pflegen sind, gibt es unterschiedliche Angebote zur Unterstützung und Begleitung. Prinzipiell haben die Familienbildungsstätten alle Lebensphasen im Blick und die damit gegebenen Herausforderungen für die Familien.

Unterschiedliche Interessen im Blick:

Das Kursprogramm in den verschiedenen Einrichtungen ähnelt sich zum Teil, es gibt aber auch Unterschiede, da die Angebote an die Bedürfnisse vor Ort angepasst sind. So gibt es Angebote:

  • Zum Leben mit dem Baby  
  • zu Erziehungsthemen und Aktivitäten für die ganze Familie
  • zur Lebensgestaltung, (Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Trennung und Scheidung, Pflege älterer Angehöriger, usw.)
  • Ernährung,
  • Fitness und Kreativität.
  • zu religiösen und philosophischen Themen

Zum Angebot können auch gehören:

  • Angebote in den Räumen von Kirchengemeinden, Kindertagesstätten und Familienzentren
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Hauswirtschafterinnen, Tagespflegepersonen, Babysitter und GrundschulbetreuerInnen
  • Begleitung von Familien in prekären Lebenssituationen (Tafel, Betreuter Umgang, Gesundheitsprogramm für Langzeitarbeitslose)
  • Familienunterstützende Ehrenamtsprojekte wie z.B. Wellcome oder Hand in Hand
  • sowie Freizeiten und Ausflüge.

Orientierung und Maßstäbe

Christliche Werte bestimmen das evangelische Profil der Familienbildungsstätten, was sich beispielsweise in der Art der Konzepte, der Kommunikation und einer Willkommenskultur ausdrückt. Grundlage dafür ist das Evangelium mit seiner Botschaft, das Leben in allen Phasen als Geschenk Gottes anzunehmen, zu gestalten und sich dabei geborgen zu wissen. Wenn Eltern und Kinder Fragen zu Glaube und Religion haben, finden diese Beachtung.
Zum Profil gehört auch, dass die Angebote für Menschen aus allen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und sozialen Gruppen offen sind.
Mitarbeitende unterstützen Familien dahingehend, dass im Zusammenleben alle Familienmitglieder respektiert werden und gut leben können, ein Kind gilt als vollwertiges Gegenüber. Niemand soll zu Lasten eines anderen hintenan stehen. Dabei orientieren sich die Impulse zur Erziehung am so genannten „autoritativen Erziehungsstil“. Er orientiert sich an Werten wie Einfühlung, emotionaler Wärme, Akzeptanz und Kommunikationsbereitschaft und gegenseitige Abstimmung. Auch die Übernahme von Verantwortung, das Setzen von Regeln und Grenzen sowie die führende und Orientierung gebende Rolle der Eltern gehören dazu. Dieser Erziehungsstil gilt als Mittelweg zwischen der autoritären Erziehung und dem „laissez faire“-Stil. Ziel ist es, Kinder gleichzeitig zu selbstbewussten Menschen zu erziehen, die zugleich Rücksicht auf andere nehmen können.

Familie als unschätzbare Quelle von Lebensqualität

Eine Familie zu gründen bedeutet, die ein oder andere schwierige Situation zu meistern. Doch die Mitarbeitenden der Familien-Bildungsstätten machen Mut, „Ja“ zu einem Kind zu sagen: Es macht Spaß, ein Kind zu erleben, wie es sich entwickelt, Anteil an seiner Freude zu nehmen, das Wunder des Lebens ganz unmittelbar zu erfahren. Oft machen Paare die Erfahrung, dass sich durch die Geburt eines Kindes eine ganz neue Lebensqualität entwickelt, denn Sinn- und Wertfragen werden neu beantwortet. Sie erfahren, wie zerbrechlich das Leben ist, wie wunderbar es ist, ein kleines Kind ins Leben zu begleiten. Auch die Partnerschaft erhält die Chance sich zu festigen, nachdem auch anstrengendere Phasen gut gemeistert wurden. 

Aktuelle Herausforderungen von Familien

Die Mitarbeiterinnen und Kursleiterinnen in den Einrichtungen erfahren unmittelbar, was Mütter, Väter, Großeltern und Kinder umtreibt. Dabei haben sich in den letzten Jahren bestimmte Herausforderungen herauskristallisiert, die viele Familien heute anpacken:

Druck der Arbeitswelt wirkt sich auf Familienleben aus
Die Mitarbeitenden der Bildungsstätten erleben, dass Mütter früher in ihren Beruf zurückkehren, es wird seltener die Erziehungszeit von drei Jahren voll genutzt. Die Ursache liegt allerdings nicht nur in dem Wunsch nach beruflicher Entfaltung – die Mitarbeitenden nehmen wahr, dass zunehmend beide Partner gefordert sind, um eine gewisse finanzielle Sicherheit und Vorsorge zu gewährleisten. Zudem beeinflusse die Entgrenzung von Arbeitszeit das Familienleben. So kommen viele Väter, die in der freien Wirtschaft arbeiten, häufig erst nach 22 Uhr nach Hause. Das hat zur Folge, dass die Eltern sich gut absprechen müssen, Familienleben teilweise im „Turbogang“ stattfindet. So bleibt beispielsweise für geduldiges Anleiten und Abwarten wenig Zeit, wenn sich ein Kind anfangs noch umständlich die Schuhe zubindet.

Unterstützung, um Familie und Beruf zu vereinbaren
Diese Lebenswirklichkeit vieler Familien greifen die Familien-Bildungsstätten auf. Deshalb gehört die Qualifizierung von Tagesmüttern, bzw. die Babysittervermittlung zum Angebot, um die Familien zu entlasten. In Gesprächsgruppen erleben Teilnehmende eine wertschätzende Atmosphäre, in der sie über ihre Herausforderungen sprechen und sich dabei ein Stück weit vom Alltags-Druck entlasten können. Zudem geben die ausgebildeten Mitarbeiterinnen passende Anregungen. So ist es beispielsweise bei einem Konflikt mit dem Partner wichtig zu differenzieren: Hat der Konflikt tatsächlich ursächlich mit der Partnerschaft zu tun oder ist er eigentlich ein von außen stammendes gesellschaftlich-strukturelles Problem? Die Mitarbeiterinnen erleben, dass es sich lohnt, gemeinsam Lösungen zu finden.

Info & Adressen: Familienbildungsstätten der EKHN (PDF)

Links zu den Einrichtungen:

Evangelische Familienbildung Frankfurt am Main

Evangelische Familien-Bildungstätte Gießen

Evangelische Familienbildung Main-Taunus

Evangelische Familienbildung Mainz

Evangelische Familien-Bildungsstätte Offenbach

Evangelische Familienbildung im Kreis Offenbach (Langen)

Evangelishe Familien-Bildungsstätte Wetterau

Evangelische Familien-Bildungsstätte Wiesbaden

weitere Links:

Zentrum Bildung - Fachberatung für Familien-Bildungsstätten

Familien-Bildungsstätten der EFHN

Text: Rita Deschner, Fachinformationen: Paula G. Lichtenberger

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Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja 60,2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von unsplash_tyssul-patel

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