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Propstei Rheinhessen

Gregor ZiorkewiczLutherdenkmal in Worms: "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders, Gott helfe mir! Amen!"

Rheinhessen ist der einzige Propsteibereich der EKHN, der komplett in Rheinland-Pfalz gelegen ist. Rheinhessen – Land der tausend Hügel, der Windräder und Sonnenkollektoren im Rheinknie zwischen Bingen, Mainz und Worms. „Im Frühling ein unbeschriebenes Blatt, im Sommer eine verstaubte Trockenblume, im Herbst ein angeheiterter Satyr, im Winter ein blinder Spiegel“, wie der Liedermacher und Kulturwissenschaftler Volker Gallé schreibt. Noch immer verdienen viele Menschen ihr Geld in Obstbau, Weinbau und Landwirtschaft. Andere in der Region müssen aber auch weite Strecken in Kauf nehmen, um zu ihren Arbeitsplätzen in Frankfurt, Wiesbaden, Ludwigshafen oder Mannheim zu gelangen.

Wirtschaft und Kultur

Ein Drittel des Propsteibereichs ist mit Reben bepflanzt: gut 26.000 Hektar, das ist ein Viertel der gesamten Rebfläche Deutschlands. Damit ist Rheinhessen das größte Weinanbaugebiet der Bundesrepublik. Durch die Globalisierung der Märkte ist auch der Weinbau in Rheinhessen in einen tief greifenden Strukturwandel geraten, dessen Folgen noch lange nicht abzusehen sind. Viele Weingüter, Höfe und Familienbetriebe sind heute von der Schließung bedroht, andere haben sich gewandelt und bieten alle möglichen Dienstleistungen und gastronomischen Events rund um den Rheinhessenwein an. Neben den traditionellen Betrieben ist Rheinhessen auch der Sitz großer Firmen mit weltweit bekannten Namen wie Boehringer, Eckes und Schott und einer der bedeutendsten Medien-Standorte in der Bundesrepublik mit ZDF, SWR, 3sat und der Verlagsgruppe Rhein-Main. 

Geschichte

Viele Kirchen in Rheinhessen gehen auf Gründungen iroschottischer Mönche aus dem 8. Jahrhundert zurück. Später wurden sie in der von schweizerischen und süddeutschen Einflüssen geprägten Reformation evangelisch. 1692 wurde in der Kurpfalz das »Simultaneum« eingeführt, wonach allen drei zugelassenen – katholischen, lutherischen und reformierten – Konfessionen der gemeinsame Gebrauch der vorhandenen, meist reformierten Kirchen gestattet wurde. Viele Kirchen und deren Einkünfte, die bislang nur den Reformierten gehörten, gingen in den gemeinsamen Besitz der drei Konfessionen über. In Orten mit zwei Kirchen erhielten die Reformierten die größere, die Katholiken die kleinere Kirche. Anders war die Situation in der katholischen Bischofsstadt Mainz. 1802 ergriffen beherzte evangelische Bürger die historische Gelegenheit und gründeten, unterstützt von der französischen Besatzungsmacht und dem Präfekten des Départements Mont-Tonnerre, die erste unierte Gemeinde auf deutschem Gebiet, die Lutheraner und Reformierte umfasste.  Die Geschichte von Worms ist eng verknüpft mit der langen Tradition der jüdischen Gemeinde dort. Die Raschi-Synagoge und der "Heilige Sand", der älteste jüdische Friedhof Mitteleuropas, sind eindrucksvolle Zeugen davon.

Evangelisch in Rheinhessen

Der Reformator Martin Luther zog im April 1521 in die Reichsstadt Worms ein. Ob er auf dem Reichstag sein berühmtes Wort "Hier steh ich, ich kann nicht anders" tatsächlich gesprochen hat, ist umstritten.

Unsere Evangelische Kirche ist hier im Dorf geblieben und teilt das Leben der Menschen vor Ort. Sie bemüht sich, geistliche Traditionen zu bewahren, immer wieder neue Impulse zu setzen und sich im Sinn einer lebensraumorientierten Seelsorge der Sorgen und Nöte anzunehmen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei heute der Ökumene und dem interreligiösen Dialog zu.

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Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück,
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Lukas 9, 62

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von istockphoto_asiseeit

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