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Gesunde Produkte aus der Nachbarschaft

Matthias Pieren
Matthias Pieren

Ein Bioschäfer versucht mit zunehmendem Erfolg, seine Produkte regional zu vermarkten • Von Matthias Pieren

HOCHTAUNUS. Bioprodukte kommen heute aus aller Herren Länder. Die zum Teil sehr langen Transportwege aber widersprechen eigentlich den Prinzipien des ökologischen Wirtschaftens. Eine Biolandwirtsfamilie und eine Biobäckerin aus dem Hochtaunuskreis setzen auf regionale Vermarktung.

Der Berghof der Familie Moos liegt oberhalb des Weiltals idyllisch auf einem Höhenzug des Schmittener Ortsteils Brombach. Auf den umliegenden Feldern wachsen Bioroggen und Biodinkel.

Matthias Pieren
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Timo Moos führt den landwirtschaftlichen Betrieb in vierter Generation. Während Vater Helmut 380 Mutterschafe und jährlich bis zu 500 Lämmer hütet, bewirtschaftet der Junglandwirt rund 90 Hektar gepachtetes Acker- und Grünland. Vor fünf Jahren hat der 33-Jährige mit seinen Eltern eine weitreichende Entscheidung getroffen: Um den Familienbetrieb auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich führen zu können, stellten sie die Feldwirtschaft wie auch die angeschlossene Schafzucht auf biologisch-dynamische Landwirtschaft um. Das war auch eine wirtschaftliche Überlegung, weil die Entwicklung der Preise auf dem Markt für konventionelles Lammfleisch und Schafwolle die Familie ansonsten in den Ruin getrieben hätte. Ein Landwirtschaftsexperte legte den Schafzüchtern deshalb den Umstieg in den Biomarkt nahe.

Regionale Vermarktung heißt das Zauberwort, mit dem die Familie Moos zunehmend Erfolg hat. Biofleisch aus der Region ist vor allem auf der Speisekarte heimischer Restaurants gefragt. So zum Beispiel in der nahen Landsteiner Mühle im Nachbarort Weilrod.

Das Feinschmeckerrestaurant ist für seine Lammspezialitäten bekannt und auch einer der Kunden von Familie Moos. Die Schafherde vom Berghof weidet oft auf den Weiden in direkter Nachbarschaft des bis Frankfurt bekannten Gourmetrestaurants.

Junglandwirt Timo Moos vermarktet das hofeigene Getreide direkt, vor allem mit Biodinkel und Bioroggen ist er erfolgreich.

Regina Ernst-Messer, Inhaberin der Neu-Anspacher Biobäckerei Ernst, beobachtet seit Langem die steigende Nachfrage der Kunden nach Dinkel. »Mit ein Grund dafür ist die zunehmende Zahl der Kunden, die ihre Ernährungsgewohnheiten wegen einer Weizenunverträglichkeit umstellen müssen«, berichtete die 56-Jährige ihrer alten Schulfreundin Silvia Moos jüngst bei einem Jahrgangstreffen.

Matthias Pieren
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Schnell war die Idee eines Taunus-Biodinkel-Brots geboren. »Es ist doch Irrsinn, Bioprodukte erst Hunderte oder gar Tausende Kilometer weit auf den deutschen Markt zu transportieren, um die steigende Nachfrage der bewussten Biokäufer zu decken«, meint Silvia Moos. »Regionale Bioprodukte gibt es bei uns im Taunus leider nur ganz wenige. Unsere Kunden sind begeistert, wenn sie erfahren, dass ihr Brot mit Getreide aus den Nachbargemeinden gebacken ist.« Die Kunden sind sehr angetan, wenn sie erfahren, woher Fleisch und Korn kommen. Zudem schonen die kurzen Transportwege die Umwelt. Auch ein Grund, für das Engagement der Familie dankbar zu sein.

Die Landwirtsfamilie Moos freut sich natürlich über die Entwicklung. »Den Großteil unseres Biogetreides benötigen wir als Futter oder es wird auch weiterhin an große Mühlen verkauft«, so Timo Moos. »Doch vielleicht lassen sich noch andere Bäcker aus dem Taunus von der Idee des Biobrots aus dem Taunus begeistern.«

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Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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