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ARD-Sendung feiert Jubiläum

60 Jahre „Wort zum Sonntag“

Daniel Rohde/wikipedia, Montage LiwanetzDas Wort zum Sonntag gibt es seit 60 Jahren

Die ARD-Sendung „Das Wort zum Sonntag“ wird am 8. Mai 60 Jahre alt. Obwohl sie ein Dinosaurier in der schnelllebigen Medienwelt ist, bleibt sie immer aktuell und auf der Höhe des Zeitgeists.

Nicole KohlheppPfarrer Helwig Wegner-Nord war von 2003 bis 2005 Sprecher beim "Wort zum Sonntag"

Jeden Samstagabend nach den Tagesthemen läuft in der ARD das „Wort zum Sonntag“. Insgesamt acht evangelische und katholische Sprecher nehmen darin Stellung zu aktuellen Themen, deuten sie aus christlicher Sicht oder stellen Gewissheiten in Frage - und das seit 60 Jahren. 

Fehlstart am 1. Mai 1954

Dabei lief der Anfang keineswegs glatt: Am 1. Mai 1954 sollte das erste Wort zum Sonntag live gesendet werden. Ein Kabelbruch aber verhinderte die Ausstrahlung der ersten katholischen Sendung,  so dass erst eine Woche später am 8. Mai der evangelische Pfarrer Walter Dittmann aus Hamburg das Wort zum Sonntag sprechen konnte. Über 2.400 Mal ist das Wort seitdem über den Äther gegangen. Noch heute zählt die ARD knapp zwei Millionen Zuschauer pro Sendung.

Die kirchlichen Autoren sollen im Wort zum Sonntag möglichst aktuell sein, dabei die Nachrichten aber nicht einfach  wiederholen, sondern eine Situation aus christlicher Sicht deuten oder begleiten. Die Sendung soll dazu anregen, den eigenen Verstand einzuschalten und scheinbar unumstößliche Gewissheiten immer aufs Neue in Frage zu stellen. 

Von Frankfurt in die deutschen Haushalte

Diese Herausforderung hat auch der Pfarrer Helwig Wegner-Nord von 2003 bis 2005 auf sich genommen. 18 Mal hat der Frankfurter in den drei Jahren das Wort zum Sonntag gesprochen. Dafür ist er nicht nur ins Studio gegangen, sondern hat oft thematisch passende Orte gesucht: An Heiligabend war er zwischen Ochs und Esel im Stall zu sehen, am 9. November vor dem jüdischen Friedhof und beim Thema Menschenwürde vor einem Plakat der umstrittenen Ausstellung „Körperwelten“.

Strafanzeige für „Wort zum Sonntag“

„Das Wort zum Sonntag ist eine eigene Stimme, eine eigene Meinung, “ findet der Theologe. „Es ist so etwas wie die Sorge für die Seele der Gesellschaft. Und der tut das Wort zum Sonntag etwas Gutes.“ Trotzdem ist Wegner-Nord mit seinen Meinungen auch angeeckt: Im Jahr 2004 hat ihm ein Wort zum Sonntag zwei Strafanzeigen eingebracht. Der Grund: Er hatte sich für die medizinische Versorgung illegaler Einwanderer ausgesprochen. „Ich  war der Meinung, dass in diesem Fall die Barmherzigkeit gegenüber diesen Menschen nicht auf der Strecke bleiben darf, bloß weil sie keinen Pass haben.“

Die Strafanzeigen hat der damalige ARD-Sprecher und Geschäftsführer des evangelischen Medienhauses öffentlich gemacht, um das Thema weiter in den Fokus der Medien zu rücken. Die Verfahren wurden jedoch eingestellt. „Das habe ich ein bisschen bedauert, “ sagt Wegner-Nord.

Evangelische und katholische Sprecher verstehen sich gut

Sehr gut gefallen haben ihm dagegen der Zusammenhalt im Team und die ökumenische Zusammenarbeit der katholischen und evangelischen Sprecher: „Die Menschen werden zwar von den Kirchen geschickt, aber sobald sie im Team sind, gehören sie zusammen. Wir waren und sind miteinander befreundet.“

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Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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