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Digitalisierung

Das Handy ist die Fernbedienung für das Leben

geralt/pixabayDas eigene Leben nur im Smartphone echt?Das eigene Leben nur im Smartphone echt?

Die Tochter daddelt den ganzen Tag mit dem Handy herum. Sagt die Mutter: „Nun mach doch mal was mit deinen Freundinnen.“ „Aber Mama, das tue ich doch gerade.“ Mit dieser Geschichte beschreibt Jörg Dechert, Chef der ERF-Medien in Wetzlar, wie die Digitalisierung die Gewissheiten und Gewohnheiten einer ganzen Gesellschaft verändert. Auch Kirche und Gemeinden habe der Digitalisierungsschub längst erreicht.

Hans GentheDr. Jörg Dechert / ERF MedienDr. Jörg Dechert / ERF Medien

Die elektronischen Medien verbreiten sich immer schneller. 1920 wurden die ersten Radioprogramme ausgestrahlt. 38 Jahre habe es gedauert, bis ein Radio, „damals noch ein Möbelstück“, in 50 Millionen Wohnzimmern stand, erklärte Dechert vor evangelischen Unternehmern am 22. August 2017 in der Deutschen Bank in Frankfurt. Beim Fernsehen habe es nur 12 Jahre gebraucht, bis die selbe Zahl an Geräten verkauft war. Im Internet gab es bereits nach vier Jahren 50 Millionen Nutzer und schon drei Jahre nach seiner Erfindung hätten 50 Millionen ein iPhone in der Tasche gehabt.

Die sozialen Medien verändern auch das Leben der Gemeinden

„Das Handy ist die Fernbedienung für das Leben.“ Mit diesem Slogan beschreibt der Vorstandsvorsitzende der ERF-Medien in Wetzlar den Digitalisierungsschub unserer Zeit. Dechert führte die Zuhörer in eine Zeit als man noch zur Telefonzelle gehen musste, um ein Telefongespräch zu führen. Im Unterschied zum Computer, der zunächst nichts anderes als eine komfortable Schreibmaschine war, stehe das Mobiltelefon für etwas völlig Neues: Soziale Medien. Frauen ab 51 seien im Moment die am stärksten wachsende Nutzergruppe in den Sozialen Medien. „Wir stecken mitten im Digitalisierungsschub.“ Auch Gemeindebezüge würden sich ändern.

Die 29 Millionen aktiven Facebook-Surfer und 27 Millionen WhatsApp-Nutzer würden Briefe nur noch für ganz besondere Gelegenheiten schreiben. Um nach dem Wetter zu sehen, schauten viele nicht mehr aus dem Fenster, sondern einfach auf das Smartphone. „Digitalisierung verändert wie wir die Dinge tun.“ Gewissheiten würden anders geprägt: „Wie verändert sich unsere Weltwahrnehmung wenn wir nicht mehr sicher sein können, was wir sehen?“ fragte Dechert. Außerdem seien jetzt auf einmal Dinge vergleichbar, „die wir früher nie gesehen haben“. Dechert sieht hier nicht nur Produkte, Qualitätsunterschiede und Preise, sondern auch die Arbeit der Pastorin. 

Kirche und Gemeinde muss die Potentiale der Digitalisierung nutzen

Christen stünden nicht gerade im Verdacht, die Speerspitze für neue Entwicklungen zu sein. Aber die Kirche müsse die Potentiale der digitalen und sozialen Medien sehen und nicht nur einer „Verhinderungsideologie“ anhängen. Als positive Beispiele nannte Dechert virtuelle Gottesdienste wie sublan.tv der EKHN oder das künstlerische Experiment des Segensroboters Bless-U2, das Kirchenpräsident Volker Jung ausdrücklich befürwortet. „Ich wünsche mir, dass wir als Christen mit der Digitalisierung mit einer gewissen Entspanntheit umgehen.“ Dennoch hätten gerade Christen eine kritische Funktion. Das kritische Nachdenken über die Medien werde nicht aus den Medien selbst kommen. Wir Christen müssten uns damit beschäftigen. „Wie kann ich die neue digitale Welt nutzen, um das, was mir als Christ aufgetragen ist, zu tun?“

Christen müssen in den Medien mitmischen

Gerade für Christen stelle sich auch die Frage nach den Grenzen. Bald werde jeder Mensch bewertet wie heute Restaurants. Schon jetzt gebe es ein Arbeitgeber-Ranking. „Aber wo die Menschenwürde berührt wird, muss Stopp sein,“ fordert Dechert. Jedoch mit kirchlichen Appellen allein sei da nichts zu machen. Auch der Staat könne habe da keine Chance. Und Dechert gibt zu bedenken: „Wir haben als Menschheit immer gemacht, was möglich ist.“ Deshalb sei es wichtig, dass Christen in den Medien mitmischen. 

Vieles hätten die neuen Medien auf den Kopf gestellt. „Früher wussten die Alten mehr über das Leben als die Kinder.“ Jetzt wüssten die Kinder oft viel mehr als ihre Eltern. Deshalb müssten die Eltern fit gemacht werden für eine Welt, die sie nicht kennen. Dechert stellt sich vor, dass die Kinder zu „Partnern ihrer Eltern“ werden, weil sie technisch einen Vorsprung haben. Und die Eltern hätten dann unter Wertespekten die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. 

Der ERF Medien e. V. mit Sitz in Wetzlar produziert als gemeinnütziger Verein Radio- und Fernsehprogramme sowie Internetangebote mit christlich-evangelikalen Inhalten. Er wurde 1959 lange vor dem Privatfunk als Evangeliums-Rundfunk (ERF) gegründet. Theologisch stehen die ERF Medien der Evangelischen Allianz nahe. Dr. Jörg Dechert schreibt in seinem Blog www.pixelpastor.com über Medien und christlichem Glauben.

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

Römer 8, 14

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von iStock-Ailime

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