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Mut für Neuanfänge

Wie sieht es aus mit den guten Vorsätzen?

© Getty Images, MajaMitrovicSchreibenWer seine guten Vorsätze einhalten möchte, sollte sich nicht zu viel vornehmen, die einzelnenen Vorhaben aber konrekt und detailliert aufschreiben

Der ein oder andere möchte mit guten Vorsätzen ins neue Jahr starten. Laut Statista sind die beliebtesten Vorsätze für 2020: mehr Sport treiben, weniger Zeit in sozialen Medien verbringen und gesünder ernähren. Doch vertraute Routinen machen der langfristigen Umsetzung oft einen Strich durch die Rechnung. Das haben auch die ersten Christen erfahren.

Was wird aus den Vorhaben für das neue Jahr? Das hatte sich auch Pfarrer Dr. Klaus Neumeier aus Bad Vilbel gefragt. Wie ist es möglich, die guten Vorsätze einzuhalten? Das mit dem Verzichten aufs Rauchen oder das Reduzieren vom Autofahren, das mit dem Abnehmen und dem Sport, das mit der Geduld gegenüber dem Arbeitskollegen oder dem eigenen Kind? Pfarrer Neumeier weiß: "Ja: Neujahrsvorsätze haben oft eine sehr kurze Halbwertszeit. Neuanfänge sind gar nicht so leicht…" In seiner Andacht hat er Antworten nach dem "Warum" gesucht:

 

Gewohntes und Vertrautes erschwert einen Neuanfang

Es geht doch eigentlich immer um eine Lebensveränderung, die wir wollen und von der wir überzeugt sind, dass sie uns gut tut! Trotzdem: Neuanfänge sind nicht leicht, weil wir uns mit Veränderungen generell nicht leicht tun. Es ist so bequem, am Gewohnten festzuhalten. Der Vorteil des Vertrauten liegt ja gerade daran, dass es uns vertraut ist, dass wir vieles tun, ohne dass wir groß darüber nachdenken müssen. Routine eben. Und Routine ist generell sehr hilfreich. Nur bei schlechten Gewohnheiten wird sie zum Problem und erschwert die Neuanfänge, selbst wenn wir sie ernsthaft wollen. 

Neuanfang hautnah erleben

Kurze Unterbrechung: Es ist der Montag dieser Woche und ich lese einen kurzen Abschnitt in der vorgeschlagenen Tageslese in der Bibel. Es geht derzeit um den Brief von Paulus an die Gemeinde in Rom. Die Taufe ist das Thema und Paulus schreibt vom Neuanfang, den die Taufe darstellt. Als damals ausschließlich Erwachsene sich haben taufen lassen, da war das mit dem Neuanfang wirklich erfahrbar: Wer zum Glauben an Jesus Christus gekommen war, der hat viel Altes hinter sich gelassen und zusammen mit Christus und in seinem Namen ein neues Leben angefangen: Untertauchen und symbolisch begraben werden – und auftauchen und ein neues Leben als Christin oder Christ beginnen. Klar: Damals wurde in Flüssen getauft mit richtigem Untertauchen. Da war das wirklich erlebbar. Unsere Praxis der Taufe in der Nidda knüpft an diesem altchristlichen Brauch an.

Start mit Gottvertrauen erleichtert die Praxis 

Aber dann schreibt Paulus an die Christengemeinde in Rom, dass dieses neue Leben nach der Taufe auch für Christenmenschen nicht so leicht ist, wie sich die Theorie anhört: „Jetzt seid ihr tot für die Sünde, aber weil ihr mit Christus verbunden seid, lebt ihr für Gott“ (Römer 6,11). Paulus schreibt den ganzen Abschnitt vor allem auch deswegen, weil das Leben dieser Theorie eben nicht leicht ist. Aber zugleich ermutigt er die Menschen damals und heute zum Neuanfang: Ihr dürft und ihr könnt Schlechtes hinter euch lassen und euer Leben neu ausrichten. Und Paulus ist sich sicher: Jesus Christus ist an seiner Seite und hilft genau dabei. Leben in seiner Gegenwart gibt Kraft und Mut, Neuanfänge wirklich werden zu lassen.

Fünf Wochen nach dem Beginn von 2019 mache ich Ihnen Mut: Gute Vorsätze sind lebbar. Und wenn sie im Sinne Christi sind verheißt er Ihnen seine Begleitung und Kraft.

Pfarrer Dr. Klaus Neumeier, Ev. Christuskirchengemeinde Bad Vilbel

Die wirklichen Beziehungen zwischen Menschen
sind immer ein Angewiesensein,
ein Einander-Brauchen.

(Dorothee Sölle)

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