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Indische Partnerkirche und Corona

Hilfs-Aktion: Grundnahrungsmittel für indische Wanderarbeiter

Quelle: Diözese AmritsarVerteilaktion von NahrungsmittelnDie Kirche von Nordindien in Amritsar führt eine Verteilaktion zugunsten der Ärmsten wird durch

In der Coronakrise trifft es die einen noch härter als die anderen. In Indien leben etwa zweidrittel der Menschen in Armut. Viele dieser Menschen ziehen vom Land in große Städte wie Neu Delhi oder Amritsar, um Geld zu verdienen. Wenn sie Arbeit haben, dann als Tagelöhner. Das bedeutet: Sie leben jeden Tag von der Hand in den Mund und besitzen keine Reserven.

Seit dem 22. März gibt es in Indien einen dreiwöchigen Lockdown, der am 11. April um weitere zwei Wochen verlängert wurde. Nur Lebensmittelgeschäfte und Apotheken haben geöffnet und Inderinnen und Inder dürfen nur zum Einkaufen das Haus verlassen. Eigentlich wäre jetzt aber Erntezeit. Dann reisen aus ganz Indien die Erntehelfer an. Doch diese dürfen wegen des Lockdowns nicht arbeiten. Sie leben weit von ihren Familien entfernt und haben weder Geld für Nahrungsmittel oder gar die Rückreise. Sie sind gestrandet. 

Hilfe für die Wanderarbeiter

„Die Diözese in Amritsar hat diese Problematik früh erkannt“, erklärt Pfarrer Konrad Schulz, Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses im Dekanat Wetterau. „Sie haben sich Passierscheine besorgt und Grundnahrungsmittel gekauft. Dann haben sie angefangen, Essen zu verteilen – unabhängig von der Religion der Bedürftigen.“ Die indische Diözese fragte auch bei den Partnerdekanaten Gießen und Wetterau an, ob sie sich an der Hilfsaktion beteiligen möchten. „Innerhalb kürzester Zeit haben wir auf unbürokratischem Weg Hilfe organisiert und so kamen bereits am ersten Tag fast 2.000 € zusammen“, berichtet Schulz. Peter Noss, der als Pfarrer für Ökumene und Dialog die Spendenaktion im Dekanat koordiniert, ergänzt: „Wir unterstützen viele Projekte in Indien schon länger, beispielsweise das Mikro-Kredit-Projekt, auch von dort haben wir Gelder umgeleitet.“

Hilfs-Aktion soll ausgeweitet werden

Bis zum 8. April seien über 5.000€ von über 40 verschiedenen Spendern zusammen gekommen. Das Geld werde gesammelt und dann überwiesen, berichtet Noss. Vermutlich werde der Bedarf weiter wachsen, schließlich werde täglich Essen an die Bedürftigen verteilt. Eine Video-Pfarrkonferenz wurde außerdem genutzt, um über die Aktion zu informieren. Mit etwa 3€ kann eine Person in Indien einen Tag überleben. Bisher beschränkt sich die Verteil-Aktion vorwiegend auf den Stadtbereich von Amritsar, soll aber auch auf die Dörfer ausgeweitet werden, denn von dort gibt es bereits Berichte über krawallähnliche Zustände.

Jahrzehntelange Verbundenheit und gegenseitige Hilfe

Die Dekanate Gießen und Wetterau pflegen schon seit vielen Jahren eine enge Patenschaft mit der „Church of North India“ (CNI), insbesondere mit der Diözese in Amritsar. Sie besuchen sich regelmäßig gegenseitig und es werden sogar Bibelarbeiten per Video-Konferenz organisiert. Auch ist diese Hilfsaktion nicht die erste ihrer Art. Vor einigen Jahren gab es eine große Flutkatastrophe in Kaschmir, auch da haben die beiden Dekanate bereits unterstützt.  Bei dieser Partnerschaft ist gegenseitige Hilfe wichtig: Als 2013 Teile Deutschlands vom Hochwasser betroffen waren, haben die Inder ihrerseits für Deutschland gespendet.

Spendenkonto: Förderverein Amritsar, Volksbank Mittelhessen, Stichwort Coronahilfe IBAN DE 62 5139 0000 0061 2367 08; Bitte Adresse angeben für Spendenquittung.

(Clarissa Weber)

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Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

(Psalm 31,9)

Psalm 31,9

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/tolga tezcan

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